Ein leiser, warmherziger Roman über Einsamkeit, Verlust und die Suche nach Nähe. Rachel Elliott erzählt feinfühlig von Menschen am Rand, ungewöhnlichen Beziehungen und der Hoffnung, doch noch einen Platz im Leben zu finden.
Daniel und Rae sind ungewöhnliche Kinder. Daniel ist gezwungen, ständig mit seiner Mutter umzuziehen, die Stille Rae leidet unter ihrer quirligen, lauten Mutter. Als Daniel und seine Mutter Eve neben dem Haus von Rae einzieht, fühlt er sich zum ersten Mal gut und angekommen. Beide Familien Freunden sich an, doch dann ereignet sich etwas Unvorhergesehenes und Daniels Mutter will erneut mit ihm weiterziehen. Ein Buch über Freundschaft und Verzeihen.
Eine überraschend gutes Buch. Das wurde mir empfohlen. Eigentlich mag ich Bücher mit so vielen Zeitsprüngen nicht so gern. Aber das ist so gut geschrieben und die Sprünge sind für die Geschichte auch nötig. Zwar zum Teil etwas seltsame Story aber durch die vielen teils ungewöhnlichen Protagonisten ein Spass zu lesen. Schade dass es nun schon vorbei ist.
Ich habe bis zum zweiten Kapitel etwas gebraucht, um reinzukommen. Aber dann hatte die Geschichte mich. Sympathische, im besten Sinne schräge Figuren! Oh wie wundervoll sie sind. Der Wunsch irgendwo anzukommen, dazuzugehören, von den Menschen, die man selbst liebt gesehen, akzeptiert und geliebt zu werden ist auf jeder Seite spürbar und gleichzeitig ist auch die Angst genau davor bemerkbar. ✨
Schon der Titel hat mich sehr angesprochen (das Bild verrät vielleicht, warum). Und das Buch hat mein spontanes Wohlfühlen direkt erfüllt. Obwohl das Thema am Anfang eher nach einer verzweifelten Situation aussieht, ist es ein richtiges Feel-Good-Buch. Die Charaktere haben sehr liebevoll gestaltete skurrile Eigenschaften und man möchte sie manchmal einfach nur in den Arm nehmen. Besonders gefiel mir die einsame Insel namens Petula (wer will nicht seinen höchst persönlichen Rückzugsort?), über die ich hier nicht mehr verraten möchte. Daumen hoch und absolute Leseempfehlung für alle, die sich gern von tollen Formulierungen umarmen lassen und keine Angst vor ein bisschen Skurrilität haben.
Anfangs bin ich nicht ganz rein gekommen, aber dennoch hat sich das Weiterlesen gelohnt: ein schönes, trauriges, und trotzdem lebensbejahendes Buch.
Rachel Elliott hat ein gutes Gespür für besondere Charaktere. Sie erschafft Figuren, die nicht direkt leicht zu greifen und zu verstehen sind und doch kann man sich mit ihnen in bestimmten Situationen identifizieren. Das hat die Autorin schon in ihrem Buch "Bären füttern verboten" geschafft und nun auch in "Flamingo". Es ist eine Geschichte, die die volle Aufmerksamkeit vom Lesenden fordert. Nur mal ein paar Seiten lesen, reicht nicht aus, um in die Geschichte eintauchen zu können. Die Charaktere sind speziell und etwas verschroben und eigenwillig. Sie haben Charaktereigenschaften, die teilweise irritierend, aber auch für den Außenstehenden faszinierend sein können. Sie sind nicht leicht zu verstehen, aber je länger man sie durch die Geschichte begleitet, desto mehr schließt man sie ins Herz und man kann Stück für Stück nachvollziehen, warum sie sich so verhalten. Die Autorin macht es den Lesenden nicht ganz so einfach, da sie neben den komplexen Charakteren auch noch Zeitsprünge und nicht direkt erkennbare Dialoge einbaut. Aber so sorgt sie für eine gute Dynamik in der Geschichte und vorallem für volle Aufmerksamkeit. Das langsame Entblättern der einzelnen Schichten, die die Gefühle und Erlebnisse der verschiedenen Figuren offenlegt, beherrscht sie gut. Es tauchen immer wieder Passagen auf, die nachdenklich und traurig stimmen, aber auch zeigen, was im Leben wirklich zählen sollte. Es ist jedoch kein trauriges Buch, sondern zeigt nur ehrlich, was im Leben alles passieren kann. Der Humor kommt nicht zu kurz und die Autorin hat mit ihren Charakteren und deren Eigenschaften ein buntes Kopfkino geschaffen, was Spaß macht. Die Geschichte hat mich gefordert, nachdenklich werden lassen und zum Lachen gebracht. Was braucht es mehr?






