31. Mai
Rating:3

Dieser Erzählband ist schon etwas Besonderes: Der Hauptteil des Buches kreist um eine kleine Stadt in den Vorkarpathen, die nichtstuend aber doch drohend am Fuße eines Berges liegt und geduldig auf den Ich-Erzähler wartet, immer wieder. Und er kommt immer wieder zurück, Dukla der Schauplatz einer ungemeinen Leere und seiner Obsessionen. Dabei gibt es keinen Plot, wir schweben lediglich durch des Erzählers Erinnerungen und bekommen immer nur kleine Bruchstücke seiner Erinnerungen, verpackt in ausufernde (und sprachgewaltige, wunderschön zu lesende) Beschreibungen seiner Umgebung. Seinen Überlegungen zu folgen, empfand ich als sehr interessant, ebenso die Gestalt der Dukla-Erzählung. Allerdings empfand ich die von Zeit zu Zeit eingestreute grobe Sprache, die einen kompletten Bruch zum Rest darstellte, einfach nur als störend, nicht als kunstvoll aufrüttelnd oder authentisch oder was auch immer die Intention des Autors was. Hinzu kam dann, dass die restlichen Erzählungen nach Dukla alle auf die immergleiche Wendung hinausliefen: Alles starb einfach. Die triste und dunkle Atmosphäre, das Konzept der Erzählung "Dukla" und die gewaltigen Beschreibungen machen dieses Buch sehr lesenswert, manches Mal (hauptsächlich in den anderen Geschichten) kam es mir so vor, als würde Stasiuk etwas zu sehr versuchen, mit Gewohntem zu brechen und erschien dadurch gekünstelt.

Die Welt hinter Dukla
Die Welt hinter Duklaby Andrzej StasiukSüddeutsche Zeitung