Beängstigende Dystopie
Das war das zweite Buch des Autors, das ich gelesen habe und es hat mir deutlich besser gefallen als „Beautiful you „! Wir erleben hier eine Dystopie in den USA, die sich von den Regeln her auf ein Regel- und Gesetzwerk von einem Talbott Reynolds gründet und einen kompletten Umbruch der heutigen Gesellschaft bedeutet. Führende Köpfe von Politik, Bildungswesen und Wirtschaft werden liquidiert und es wird eine reine Rassentrennung und eine Trennung von sexuellen Interessen durchgeführt, um (laut der Gründer) dadurch Konflikte und Ausgrenzung zwischen den Menschen zu vermeiden, so dass jedes Volk sein Potenzial voll ausschöpfen kann.Aus diesem Grund werden die USA in unterschiedliche Gebiete gegründet: eins für die weiße Bevölkerung, eins für die schwarze, eins für asiatisch stämmige Menschen und eins für Homosexuelle. Dabei ist es nur sehr begrenzt möglich, zwischen den Gebieten zu wechseln. Wenn zum Beispiel das Kind eines heterosexuellen Paares im weißen Teil sich ab einem bestimmten Alter als Homosexuell outet, dann kann er nur in den Teil des Landes für seine Gruppe, wenn dort das Kind eines Homosexuellen Paares hetero ist. Was natürlich zu einem Stau in den Wartelagern führt… Auch wenn ein Ehepaar aus einem weißen und einem farbigen Teil besteht, werden diese für immer getrennt. Nur im homosexuellen Teil können Asiaten, Schwarze und Weiße zusammen leben. Bei Unklarheiten werden Gentests vorgenommen. Anfangs feiert die Bevölkerung in weiten Teilen dieses Konstrukt, doch bald bröckelt diese „perfekte“ Welt und immer mehr Nachteile zeigen sich. Mir haben auch die eingearbeiteten Bezüge auf lebende Autoren und ihre Werke in unserer Welt, wie zum Beispiel Stephen King und auch auf den Autoren selbst und sein bekanntestes Werk „Fight Club“ sehr gut gefallen! Das Buch beginnt mit einem echten Zitat von John Adams (dem 2. Präsidenten der USA): „„Demokratie hält sich nie lange. Schon bald verbraucht, erschöpft und ermordet sie sich selbst", was mit Blick auf die heutigen USA sehr verstörend erscheint. Leider hat das Buch aufgrund seines Schreibstils keine 5 Sterne erhalten. Zu viele Personen, die immer wieder episodenhaft in der Geschichte wechselten anstatt einer durchgehenden Erzählung machen das Lesen etwas mühsam und ich habe ich öfters gefragt: wer war das gleich? Besonders nach längeren Lesepausen. Auch der Schluss hat mich etwas verwirrt zurück gelassen.
