
✧ 𝐓𝐞𝐱𝐭𝐚𝐮𝐬𝐬𝐜𝐡𝐧𝐢𝐭𝐭: „Ich setzte mich kerzengerade im Bett auf. Ich wusste nur, dass ich in unserem Haus war, an diesem dunklen, weitläufigen Ort, und dass Marjorie sich irgendwo im selben Haus befand - vielleicht verirrt, vielleicht versteckt - und schrie.“ ✧ 𝐌𝐞𝐢𝐧 𝐋𝐞𝐬𝐞𝐞𝐢𝐧𝐝𝐫𝐮𝐜𝐤: Ich habe endlich dieses Schätzchen von meinem SuB befreit, und es ist eins der Bücher geworden, bei denen ich mich im Nachhinein frage, warum ich so lange damit gewartet habe… Ohne viel verraten zu wollen, hatte ich die ganze Zeit „Wir haben schon immer im Schloss gelebt“-Vibes. Das Buch von Shirley Jackson liebe ich ja total. Diese Geschichte hat mich total daran erinnert, aber gleichzeitig war sie komplett anders! Was jedoch bis zum Schluss bleibt (nein, wir haben kein eindeutiges Ende und ganz viel Interpretationsspielraum), ist die Frage ob es tatsächlich eine Besessenheit oder eine Heimsuchung gab, oder ob es hier der ganz normale Wahnsinn ist, der Menschen manchmal befällt, und das ist doch eigentlich das größte Grauen, oder? Merry ist eine unzuverlässige Erzählerin, sie berichtet als Erwachsene, wie sie die Zeit der Besessenheit ihrer Schwester und den anschließenden Exorzismus als 8-jähriges Mädchen erlebt hat. Diese Perspektive fand ich wahnsinnig spannend und irgendwie sind Schilderungen aus der Sicht eines Kindes immer viel gruseliger. Ihre Erinnerungen sind klar, zumindest glaubt sie das, aber doch nicht ganz greifbar für sie selbst. Eingeteilt ist das Buch in drei Abschnitte, die jeweils mit einem Blog eingeleitet werden, der 15 Jahre später die Ereignisse schildert. Das fand ich total gelungen! Insgesamt eine richtig tolle Story, die mich komplett gefesselt hat und zwischendurch eine kleine Gänsehaut bereitet hat. Absolut düster und einfach großartig erzählt!
















