
Die Geschichte des Serienmörders geht weiter...
Band 2 hat mich nicht enttäuscht. Die Geschichte rund um Joseph Miles bleibt durchgehend faszinierend und gleichzeitig verstörend. Es ist beeindruckend, wie tief man in die Abgründe dieses Protagonisten eintauchen kann. Gerade diese Mischung aus Absurdität und Greifbarkeit macht das Buch für mich so besonders. Die Gedanken, Gefühle und Beweggründe eines so gebrochenen Menschen sind intensiv ausgearbeitet und wirken erschreckend authentisch. Schon der erste Band „Schänderblut“ konnte mich packen, aber auch hier wurde ich wieder komplett mitgerissen. Es ist eine düstere und grenzwertige Reise durch den Kopf eines Kannibalen, der trotz allem immer wieder an so etwas wie Heilung glaubt. Besonders eindrucksvoll ist, dass Joseph sich selbst als Opfer sieht. Genau das verleiht der Geschichte eine zusätzliche Tiefe und macht sie so eindringlich. Einzige Kritik: Ein paar kleine Längen gab es dennoch und das Ende wirkt etwas plötzlich. Wer gerne in die menschlichen Abgründe schaut und Lust auf Bücher mit Biss hat (hehe), wird hier auf den Geschmack kommen und sollte unbedingt Schänderblut zur Hand nehmen. Für mich sind es starke 8 von 10 Punkten.




