Spannung pur, und sehr detaillierte Beschreibungen von einem tödlichen Segelturn. Die ganze Zeit rätselt man mit wer ein falsches Spiel treibt am Ende kannst du keinem mehr trauen. Das Finale war gut aufgelöst.
Ich falle direkt mit der Tür ins Haus: Dieser Thriller hat mich wirklich begeistert! Ja, auf den ersten Blick denkt man vielleicht "Nichts Neues" - dass es funktioniert, einen Krimi oder Thriller auf kleinstem Raum spielen zu lassen, wissen wir spätestens seit Christies "Tod auf dem Nil" und "Mord im Orient Express". Aber was spricht dagegen, ein altes Rezept benutzen? Dieser Thriller ist atmosphärisch sehr dicht und nimmt schnell Fahrt auf. Sowohl die Fahrt auf dem Meer als auch die Handlung auf dem Boot sind rasant. Kurzer, prägnanter Schreibstil, tolle Charaktere - und der Spannungsaufbau ist unheimlich gut gelungen. Das Buch ließ sich einfach nicht aus der Hand legen! Anfangs hat mich das Segler-Vokabular etwas überfordert, aber ich habe schnell gemerkt, dass ich nicht jeden Begriff verstehen muss, um die Dramaturgie zu spüren. Also habe ich mich einfach in die Story hineinziehen lassen. Es war die perfekte Lektüre in meinem Nordseeurlaub, und ich werde mir die Autorin mit Sicherheit merken. Denn dies war wirklich ein außergewöhnlich guter Thriller!
Die Voraussetzungen versprechen hier einen spannenden Krimi: Drei steinreiche und komplett verzogene Schnösel-Brüder mit jeweils unterschiedlichen zwischenmenschlichen Defiziten, sollen die neue Yacht ihres Vaters in die Karibik überführen. Mit an Bord: ihre Freundinnen bzw. Fast-Freundinnen. Und noch Skipper Mike samt Tussen-Anhang. Wobei einer der Brüder die Reise erst gar nicht antritt. Ansonsten sind die Rollen klar verteilt: Marie (Freundin des mittleren Bruders) und Mike sind die Hauptfiguren. Die anderen nerven alle, die beiden nicht. Okay, eine weitere Person nervt auch nicht. Was auffällig ist. Für mich tatsächlich zu auffällig. Aber ich möchte der Handlung nicht vorgreifen. Die ersten 180 Seiten ist dieser Krimi wirklich spannend. Gewohnt flüssig und schmissig zeichnet Marina Heib hier ihr Handlungspersonal. Die Tussen-Fraktion bleibt etwas zweidimensional, aber die bekommt man - vor allem wenn sie derart klischeebeladen sind - nicht hin. Als der erste Mord geschieht, nimmt die Handlung zusätzlich Fahrt auf. Das macht “Die Stille vor dem Sturm” erstmal zu einem waschechten Pageturner. Dann aber verliert Heib das Erzähltempo - und versucht, durch zusätzliche Wendungen wieder mehr Spannung in die Handlung zu bekommen. Dadurch werden aber einige Figuren komplett überzeichnet und dadurch ein wenig arg verformt. Von der Handlung ganz zu schweigen, die irgendwann nur noch grotesk platt vor sich hin dümpelt und dann gar keine Überraschungen mehr bietet. So gut der Anfang auch ist, mich persönlich hat das Ende extrem frustriert. Da lebte nichts mehr, da wurde alles nur noch in Klischees gegossen. Sehr, sehr schade. * #DieStillevordemSturm wurde mir als Rezensionsexemplar von #NetGalleyDE zur Verfügung gestellt.


