Ein harter Krimi, der sich weniger auf raffinierte Rätsel als auf moralische Zerrissenheit und gesellschaftliche Verantwortung konzentriert.
Wieder begeistert, tmosphärisch dicht, klassische Hardboiled-Elemente, sehr literarische Sprache, kompromisslos brutal, aber auch sehr poetisch. Wahrlich kein leichter Nebenbei-Krimi, sondern ein intensiver Südstaaten-Noir mit viel Gewalt, Alkoholismus und moralischer Schwere. Besonders gefallen hat mir wieder, wie Burke Krimi und politisches Zeitbild verbindet. Diesmal geht es um Flüchtlinge aus El Salvador: Der Roman macht sichtbar, wie Bürgerkrieg, Gewalt und Migration im südlichen Louisiana aufeinandertreffen. Heute fast vergessen, die USA unterstützten autoritäre Regime in Guatemala, Grenada und El Salvador. Und stehen damit wieder als Kriegstreiber im Visier, die die Soldaten El Salvadors finanzieren. In dem Krieg sollen etwa 50000 Menschen verschwunden sein, durch die korrupte Soldateaka geholt, brutalst getötet und verscharrt Gerade die Verbindung von Flucht, Polizeidruck und falscher offizieller Darstellung gibt dem Buch eine klare politische Schärfe. Verfilmt mit Alex Baldwin, leider wohl aufgrund verschiedener Umstände nicht so gelungen. Ich hab den Film nicht gesehen, das Buch ist sehr lesenswert.

