Arrick Aargrefe lebt mit einer Siedlerkolonne abgeschieden in Vulgata. Als die Herrschaft des Patriarchen Kantur Gotha überwunden ist, bekommt er ein Asylgesuch der Galchinen. Können diese friedlich mit den Terranern zusammenleben? „Die Siedler von Vulgata“ ist ein in jeder Hinsicht ungewöhnliches Buch von Titus Müller. Da ist zunächst einmal die Tatsache, dass es von seinem sonst üblichen Kanon der historischen Romane abweicht. Denn es handelt sich ursprünglich um einen Perry Rhodan-Heftroman (Nummer 2319) der in überarbeiteter Form als Buch erschienen ist. Doch man braucht wenig bis gar kein Hintergrundwissen bei diesem Buch. Ich habe davor noch nie Berührungen mit dem Perry Rhodan-Universum gehabt und kam prima zurecht. Das liegt wohl auch daran, dass Müller viele Dinge – nicht zuletzt die Rasse der Galchinen – speziell für diesen Roman entworfen hat. Und auch sonst kann das Buch überzeugen. Zwar ist das Buch stark von einem christlichen bzw. biblischen Hintergrund durchzogen, dennoch wirkt das Werk keineswegs missionarisch, es zeigt eher an Beispielen, was passiert, wenn man dem biblischen Grundsatz folgt, aber auch sehr deutlich, was passiert, wenn man es lässt. In dem Zusammenhang möchte ich Murielle erwähnen, die Ehefrau des Protagonisten Arrick, die eine sehr schöne Charakterentwicklung durchmacht und, wohl ohne es zu wollen und besonders religiös zu sein, christlicher handelt als ihr Mann. „Die Siedler von Vulgata“ ist ein toller Roman, auch wenn es wohl einige Punkte geben könnte, bei denen er zunächst für Skepsis sorgen wird. Wer aber bei Science Fiction-Settings nicht zusammenzuckt und christlichen Themen ganz ohne missionarischem Hintergedanken wenigstens ein bisschen was abgewinnen kann, kann hier Titus Müller mal von einer etwas anderen Seite erleben.
12. Sept.Sep 12, 2024
Die Siedler von Vulgataby Titus MüllerBrendow
