30. Nov.
Rating:4

Wie viel Krise war eigentlich geplant und wie viel Zufall?

In 'Chronik einer angekündigten Krise' zeichnet der Autor Paul Schreyer nach, warum die Ereignisse rund um die COVID-19-Pandemie und die Reaktionen von Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft vielleicht weniger überraschend waren, als viele glaubten. Er fragt, ob die Pandemie wirklich "nur“ eine gesundheitliche Krise war oder ob sie als Katalysator für tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen diente: Einschränkungen von Bürgerrechten, Digitalisierung, zentrale Steuerung und global vernetzte Machtstrukturen. ✨️ Das Buch umfasst nur 176 Seiten, beeindruckt aber mit 18 Seiten Quellenangaben. Der eingeflossenen Recherchearbeit gebührt absolute Anerkennung. Trotz der dichten Faktenlage liest es sich stellenweise fast wie ein Politthriller. Viele Hintergründe waren mir neu, weshalb das Lesen absolut fesselnd war. Paul Schreyer schreibt anspruchsvoll, aber verständlich. ❌️ An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Distanz und weniger Wertung gewünscht. Die Fakten sprechen oft schon für sich und ein neutralerer Ton gäbe dem Leser die Möglichkeit eines eigenen Urteils. 📌 Zurück bleibt dieses leise, unangenehme Gefühl, wie wenn die Lieblingsvase zerbricht oder der Kuchen im Ofen verbrennt: ein stilles Unwohlsein, gepaart mit dem Wissen, doch nichts mehr ändern zu können. Wer bereit ist, echte Toleranz zu leben, andere Perspektiven auszuhalten und gesellschaftliche Konfliktfelder nicht zu scheuen, dem kann ich dieses Buch absolut empfehlen.

Chronik einer angekündigten Krise
Chronik einer angekündigten Kriseby Paul SchreyerWestend