"Atemnot" ist mal eine etwas andere Geschichte. Ich fand den Erzählstil sehr düster und auch der Verlauf der Story war immer von dunklen Ereignissen geprägt. Mir fehlte irgendwie ein richtiger Abschluss. Das letzte Kapitel war nichtssagend und man wird ein wenig allein gelassen mit dem Ende des Buches.
4 - 4,5 Sterne
Jenna ist 16 und hat schon wirklich viel durchmachen müssen. Vor wenigen Jahren wäre sie bei einem Brand beinahe ums Leben gekommen, sie musste wegen psychischen Krankheiten in eine Klinik eingewiesen werden und auch zuhause hat sie es nicht leicht. Jetzt soll Jenna zum ersten Mal wieder auf eine normale Schule gehen. Dort lernt sie ihren Lehrer Mitch Anderson kennen. Zum ersten Mal scheint sich jemand wirklich dafür zu interessieren, wie es ihr geht. Zwischen Jenna und Mitch entwickelt sich eine Freundschaft, die über die schulischen Verhältnisse hinausgeht. Wird es dabei bleiben? Zu Beginn kam mir das Buch sehr gewöhnungsbedürftig vor. Wir erfahren direkt zu Beginn, was am Ende passiert, aber natürlich nicht wie. Der Komissar Bob gibt Jenna ein Aufnahmegerät, auf dem sie alles erzählen soll und daher beginnt Jenna zu erzählen, von vorne an. Sie spricht dabei immer wieder den Komissar direkt an. Nach einer Weile hat mir dieser Schreibstil eigentlich ganz gut gefallen. Jenna hat mir super gut gefallen. Sie hat schon sooo viel hinter sich und ist mit der Zeit immer stärker geworden. Ihre Erzählweise ist manchmal sehr ironisch und frech. Das hat mir gut gefallen, auch wenn sie in der Geschichte selber nie so rüber gekommen ist. Mitch ist ebenfalls ein toller Charakter, den ich gerne gemocht habe. Er hat sich toll um Jenna gekümmert und dafür selber einiges riskiert. Der Schreibstil der Autorin war locker und leicht verständlich. Sie hat schon sehr schnell eine fesselnde und spannende Stimmung aufgebaut und ich wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht und was als nächstes passiert. Mit dem Ende hätte ich so nicht gerechnet und ehrlich gesagt sind mir auch noch zu viele Fragen offen geblieben. Auch wenn das Ende traurig ist, hat es mir aber gefallen, denn es kann schließlich nicht immer nur ein Happy End geben.
forever the best book written.
Wow, was für ein Buch....wie ein D-Zug
Ich fand es relativ platt. Also es war ok, aber wirklich gefesselt hat es mich nicht.
Trotz jeder Menge Drama, fehlte es der Story an einem Spannungsbogen und es gab sehr viele Längen. Ganz ok, aber mehr auch nicht.
Ilsa J. Bick wirft uns ohne Vorwarnung wortwörtlich ins kalte Wasser. "Atemnot" steigt direkt nach einem 'Unfall' ein. Als Leser weiss man nicht genau, was passiert ist, nur so viel, dass Jenna vor einer Stunde aus einem See gezogen wurde und nun von einem Polizisten aufgefordert wird, die ganze Geschichte, die Wahrheit zu erzählen. Er lässt ihr dafür ein Aufnahmegerät da. Dadurch richtet sie ihre Geschichte an Bob, den Polizisten, was der Erzählweise etwas Spezielles aufdrückt. Jenna redet drauf los: direkt, schonungslos und manchmal etwas abgehakt in unbeendeten Sätzen. Das und auch die jugendliche Sprache ist ein Grund, dass diese Geschichte derart authentisch wirkt. Nach und nach erfährt man von Jennas schwieriger Familiensituation: dem Kontrollfreak als Vater, der Mutter, die zu oft zum Alkohol greift, dem Grandpad, der ihr schon als Kind zu nahe gekommen ist und vom Bruder, ihrem Halt, der nun im Irak stationiert ist. Doch sie trägt nicht nur seelische Narben. Als Achtjährige wurde sie aus einem brennenden Haus gerettet und so ist ein Teil ihrer Haut vernarbt. Und um bei all dem sich selber noch zu spüren, Druck abbauen zu können, hat sie begonnen, sich zu ritzen, warum sie auch in psychologischer Behandlung ist. Dann steht ein Schulwechsel an, was für Jenna als Einzelgängerin und mit ihrer Geschichte, sehr schwierig ist. Anschluss findet sie dann nicht bei Mitmenschen sondern bei ihrem Chemielehrer und Lauftrainer Mitch Anderson. Er nimmt sich gerne Schülern mit Schwierigkeiten an und bei Jenna ist er mit viel mehr Engagement und Herz bei der Sache als er eigentlich müsste, eigentlich sollte ..... Ilsa J. Bick baut eine enorm dichte und beklemmende Atmosphäre auf, die einen atemlos durch die Geschichte hasten lässt, denn man möchte endlich die ganze Wahrheit erfahren. Mit einigen ungeahnten Wendungen führt sie uns gekonnt aufs Glatteis und bringt auch unsere Moralansichten stellenweise ins Straucheln. Denn die Autorin wagt sich mit "Atemnot" auf einen schmalen Grat, meistert das Tabuthema jedoch wirklich grossartig. Sie zeichnet nicht nur schwarz-weiss sondern zeigt viele Nuancen von Gut und Böse auf, so dass man als Leser selber nicht mehr genau weiss, was richtig und falsch ist. Was sie uns hier auftischt ist weder Fastfood noch leichte Kost. Ilsa J. Bick beschönigt nicht, sondern konfrontiert uns mit einer brutalen Realität, die nichts fürs leichte Gemüt ist. "Atemnot" ist ein eindrückliches Jugenddrama fern ab von seichtem 0815-Lesefutter. Fazit: Ilsa J. Bick hat mit "Atemnot" ein ausserordentlich eindringliches und beklemmendes Drama zu Papier gebracht, das einen die Seiten mit angehaltenem Atem umblättern lässt und auch nach dem Ende noch lange nachhallt.
Ihre Haut trägt die Narben zahlreicher Verletzungen, aber die Narben von Jennas Seele vermag niemand zu sehen. Ihr Vater ist reicher Arzt, aber ein psychotischer Kontrollfreak, ihre Mutter trinkt und ihr Bruder ist dieser Albtraum-Familie entflohen, in dem er zum Militär ging. Um dem Schmerz in ihrem Inneren her zu werden, ritzt Jenna sich, was ihr einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt eingebracht hat und nun den Neuanfang an einer Schule nicht eben erleichtert. Aber da gibt es diesen Lehrer, der eine Schwäche für hoffnungslose Schüler zu haben scheint und es dauert nicht lange, da hat Jenna sich in ihn verliebt. Und auch Mitch scheint nicht abgeneigt. Eine Liebe die nicht sein darf, die Jenna aber wieder Hoffnung gibt, Hoffnung in einem trostlosen Leben angefüllt mit Schmerz und Missbrauch. Doch schon bald stellt sie Ungereimtheiten fest in Mitchs Geschichten und sie beschleicht der Verdacht, dass sie nicht die erste Schülerin ist, um die er sich sehr intensiv kümmert und er nicht der selbstlose Prinz auf dem weißen Pferd zu sein scheint, der sie aus dem Drachenturm errettet. Diese Story einmal angefangen hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Und selbst nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, war ich noch immer nicht durch. Jennas Schicksal, ihre Trauer, ihre Angst, ihre unverarbeitete Wut und ihre Vernachlässigung schnürten mir die Kehle zu und ich musste mich der Frage stellen, ist eine Beziehung zwischen einem Lehrer und einer Schülerin so verwerflich, wenn er ihr als Erster wieder Hoffnung gibt. Die ganze Tragik der Geschichte entfaltet sich nicht schon auf den ersten Seiten für den Leser, sondern entwickelt sich im Laufe der Kapitel. So sind ein despotischer Vater und eine trinkfreudige Mutter nicht der Auslöser von Jennas Problemen, denn die Wurzel des Übels liegt tiefer. Erwachsene werden hier als selbstsüchtig handelnde Individuen gezeigt, die so mit ihrem eigenen Kummer beschäftigt sind, dass sie blind werden für ihre Umwelt. Auch Mitch, der vermeintliche Erretter verfolgt egoistische Pläne und mir wurde gezeigt, dass es im wahren Leben kein Schwarz und Weiß gibt, sondern nur unterschiedliche Abstufungen von Grau. Auch das es vielleicht einfach ist den moralischen Zeigefinger zu erheben, aber in welche Richtung soll dieser zeigen, wenn keiner sich als durchweg böse zeigt, sondern lediglich der Selbstsucht fröhnt? Dabei ist der Charakter von Jenna zu bewundern, die trotz der Talfahrt, die ihr junges Leben darstellt, eine gefestigte Persönlichkeit ist und vor ihrer Zeit erwachsen werden musste, um das innere Kind in sich zu schützen. Dieses Buch liest man nicht einfach und legt es dann beiseite, dieses Buch begleitet mich noch ein ganzes Stück. Gerade solche Geschichten sind es, die mich durchrütteln, mich zwingen mein bequemes hohes Ross zu verlassen und mir eine völlig neue Perspektive auf die Welt eröffnen.
Auch jetzt, einen ganzen Tag nachdem ich das Buch beendet habe, weiß ich nicht, was Atemnot mir eigentlich sagen wollte/sollte. Der Klappentext ist meiner Meinung nach sehr irreführend und verhindert eigentlich, dass man sich auf das Buch und die Charaktere einlassen kann, weil man quasi jedem misstraut, wenn man den Klappentext im Hinterkopf behält. Die Story ist recht simpel. Jenna hat Probleme denen sie durch Selbstverletzung versucht zu entkommen. Ihre Eltern sind total „blind“ und ihnen fehlt jegliche Empathie. Die Mutter trinkt. Der Vater vögelt seine Krankenschwester – o Ton aus dem Buch. Und zwischendrin sitzt Jenna, deren einziger Vertrauter – ihr Bruder Matt – in den Irak geht. Dann wechselt Jenna an eine neue Schule. Um neu anzufangen. Oder zumindest sagen ihre Eltern das. Die Geschichte steigt am Ende der Geschichte ein, Jenna liegt im Krankenhaus. Ein Polizist ist bei ihr und bittet sie um die Wahrheit. Er lässt ihr ein Aufnahmegerät da und so beginnt Jenna, die Wahrheit zu erzählen… Sehr viel mehr kann man auch nicht verraten ohne die Geschichte zu Spoilern. Ich persönlich finde das Thema Selbstverletzung, Borderline und generell psychische Probleme immer sehr sehr schwierig, vor allem wenn man nicht aus der Sicht eines Selbsterfahrenen schreibt, sondern als Beobachter. Und deswegen gibt es auch hier ein paar Lücken (meiner Meinung nach) in Jennas Verhalten und ihren Begründungen. Ebenso Mr. Anderson, den man als netten, tollen Lehrer wahrnehmen sollte, hab ich mit einem üblen Gefühl verfolgt. Ich dachte immer, da kommt bestimmt gleich was Böses. Die Geschichte plätschert so dahin und bis ¾ wusste ich nicht, wohin die Geschichte einen führt oder worum es überhaupt letztendlich ging. Außerdem sind mir ein paar Dinge aufgefallen, die nicht ganz schlüssig sind. Nur mal als Beispiel. Jennas Mutter kontrolliert Jenna, Jenna darf die Tür nicht abschließen, sie schaut sich ihren Körper an und überprüft ihn auf Schnittwunden. Also kein Vertrauen in der Hinsicht. Und plötzlich lassen ihre Eltern sie einfach mal so eine Woche allein, um ein bisschen „Urlaub“ zu machen. Nicht so ganz schlüssig. Der Schreibstil ist wie immer grandios, der Anfang der Story auch noch packend, doch dann sackt meiner Meinung nach das ganze immer mehr ab, die Story verliert sich und Ilsa J. Bick schafft es nicht, das ganze nochmal aufzufangen. Das Ende wirkte etwas übereilt und war meiner Meinung nach viel zu rasant und kurz. Da hätte man sich etwas mehr Zeit lassen sollen, um die emotionalen Verflechtungen aufzudröseln. Schade. Meins war es einfach nicht und dennoch gibt es noch 2,5 (also 3) Sterne für den Schreibstil, den Anfang und einfach weil es Ilsa. J. Bick ist!









