Herrlich anders
Man nehme eine drei Zimmer Wohnung auf 75qm, eine 70jährige Mutter und ihre drei mittlerweile erwachsenen Kinder samt Enkeltochter, in einem Wohnblock außerhalb des Stadtgebietes, dem man die Ärmlichkeit der Haushalte förmlich an der fleckigen Fassade ansieht. Inmo, unser Erzähler, ist 48. Ein mittlerweile abgehalfterter und geschiedener Regisseur, der dem Alkohol sehr zugetan ist. Der wegen Körperverletzung, Vergewaltigung, Betrug und Diebstahl vorbestrafte OhHanmo, ein 52 Jahre alter Schläger mit dem Spitznamen „Hammer“. Den krönenden Abschluss bilden die unkonventionelle und umtriebige Schwester Miyôn und ihre pubertäre Tochter Min‘gyông. Das dieses familiäre Konvulut für genügend Zündstoff sorgt, brauche ich nicht extra erwähnen. Es wird gestritten, geschrien und geflucht. Die Größe der Wohnung lässt wenig Privatsphäre zu und man kommt sich mehr oder minder, näher als man mag. Familie eben. Ob beim Onanieren, der nächtlichen Selbstbetrachtung im Spiegel oder dem Austausch von Darmwinden, man ist nie so alleine, wie man es gerne hätte. Und so gerne man dem anderen die Pest an den Hals wünscht, so hält man in Grenzsituationen zusammen. Denn eines Tages ist Nichte Min‘gyông verschwunden, es tun sich eine Reihe ungeklärter Mordfälle an Jugendliche auf und „Hammers“ ungeahnte Qualitäten sind gefragt. „Eine Bumerangfamilie“ ist eine witzig-rasante Familienkomödie, die kein Blatt vor den Mund nimmt und in den richtigen Momenten, in nachdenklichem Ton die Wichtigkeit von Vertrauen und Zugehörigkeit herauszufeilen weiß.
