Band 2 hat mir tatsächlich fast schon besser gefallen als der erste Teil.
Das Buch hatte zwar seine Längen, aber ich mag den Schreibstil nach wie vor und finde es sehr angenehm so tief in die Gedankenwelt der einzelnen Charaktere eindringen zu können.
Ich bin sehr gespannt wie es mit Luisa, Thursen und Elias in Band 3 weiter geht.
Es ist Sylvester in Berlin. Thursen und Luisa feiern ihre Liebe und den Neuanfang, da stolpern sie über die Leiche eines jungen Mannes. Sofort ist beiden klar, dass dies ein Werk von Thursens altem Rudel ist. Als weitere Leichen entdeckt werden und Thursen dafür sorgt, dass das Geheimnis der Werwölfe gewahrt wird, reicht es Luisa. Immer öfter verschwindet er in den Wäldern und lässt sie allein, mit ihrer Wut und ihrer Trauer. Dann tritt Elias in ihr Leben. Sie rettet ihn in der Bahn vor ein paar Schlägern und seither laufen sie sich immer häufiger über den Weg. Die Sache wird auch nicht einfacher, als er sich in sie verliebt. Denn Luisa ahnt nichts von seinem Doppelleben. Elias ist ein Shinanim, die Erzfeinde der Werwölfe, deren bestreben es ist, sie auszurotten.
Nach dem ersten Teil war ich unschlüssig, ob ich Teil 2 lesen sollte. Zwei Jahre und ein tolles Cover später, hatte mich das Buch doch rumbekommen. Ich bereue nichts. Fand ich den ersten Teil noch ein bisschen dröge und schon mal irgendwo so dagewesen, überraschte mich die Fortsetzung. Mit den Shinanim bringt die Autorin einen neuen spannenden Handlungsstrang ein, der die ganze Geschichte in eine andere Liga katapultiert. Ich konnte die Luft zwischen Luisa und Elias förmlich knistern hören. Es hat auch geholfen, das die Kapitel unterschiedliche Erzähler haben, so blieb Elias nicht so unnahbar, wie es vielleicht der Fall gewesen wäre, hätte nur Luisa die Geschichte erzählt. Zudem wird nebenbei ein brisantes Thema angeschnitten. Das Zusammenschlagen eines Einzelnen durch eine ganze Gruppe und die anschließende Erniedrigung, durch die Veröffentlichung im Internet. Ein vielfach beobachtetes Phänomen, seit der globalen Vernetzung. Doch Nora Melling, entlässt die Mädchen aus ihrer Opferrolle und gibt ihnen durch ihre Werwolfsgestalt, die Möglichkeit sich an den Tätern zu rächen. Von daher empfand ich die Morde an den prügelnden Jugendlichen schon fast gerecht. Jedoch nur fast, denn Auge um Auge und die Ganze Welt wird blind.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich beeindruckt war von der Fortsetzung, denn es kommt nur selten vor, dass Band 2 den ersten Teil um Längen schlägt. Mit Vorfreude halte ich bereits den dritten Teil in der Hand, um nach diesem Cliffhanger zu erfahren, wie es weitergeht im Kampf Engel gegen Werwölfe.
Inhalt: Thursen ist wieder ein Mensch und mit Luisas Hilfe gelingt es ihm langsam, sich wieder anzupassen und ein normales Leben zu führen. Dann finden die beiden eine Leiche im Wald und Thursen weiß, dass es die Werwölfe – nun unter Norrocks Führung – waren, die den Jungen getötet haben.
Meinung:
Zu den Charakteren muss ich nicht mehr viel sagen. Luisa ist noch genauso stur wie im ersten Band, Thursen hat immer noch viele Geheimnisse, von denen er Luisa nichts sagen kann oder möchte, weshalb diese sauer ist.
Neu ist Elias, den ich sehr sympathisch finde. Er und einige andere wollen Berlins Straßen sicherer machen und den Menschen helfen. Luisa und er freunden sich an, was Thursen allerdings gar nicht passt.
Insgesamt fand ich den zweiten Band noch etwas besser als den ersten. Es kommen viele neue Dinge hinzu, was die Geschichte interessanter macht. Eine Liebesgeschichte ist natürlich vorhanden und durch den Mord an dem Jungen und die Fragen, was es damit auf sich hat, hat es auch an Spannung nicht gefehlt.
Neben den Werwölfen sind diesmal noch andere "Wesen" aufgetaucht. Dadurch dass niemand Luisa seine Geheimnisse verraten durfte oder wollte, weiß sie lange nicht Bescheid, und da das Buch größtenteils aus ihrer Sicht geschrieben ist, fragt sich der Leser auch die ganze Zeit über, wer denn nun die "Guten" und wer die "Bösen" sind und was jetzt überhaupt los ist. Das fand ich sehr gut, da es überhaupt nicht voraussehbar war und man immer wieder überrascht wurde.
Fazit:
Interessant und spannend. Besonders im letzten Drittel konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen und habe das Buch dann fast am Stück beendet, was mich aber leider zu einem fiesen Cliffhanger führte.