Der Polarkreis - Liza Marklund
379 Seiten
@atriumverlag
Inhalt:
In einer schwedischen Kleinstadt wird eine Leiche ohne Kopf, in einem Brückenpfeiler gefunden.
Es muss sich um Sofia handeln, die vor 40 Jahren spurlos verschwand.
In Rückblenden, anhand der Buchlektüre eines Buchclubs, bekommen wir die Geschichte der Vergangenheit aus verschiedenen Perspektiven erzählt.
5 Mädels gehörten dem Buchclub damals an, und jede ist auf ihre Weise irgendwie total unsympathisch und auch irgendwie total verdächtig!
Je tiefer man in die Einzelschicksale eintaucht, umso fassungsloser ist man.
Meinung:
Es handelt sich hier um einen langsam erzählten Krimi, bei dem viel Zeit in die Charaktere gesteckt wird.
Man könnte es fast schon Comming of Age Roman nennen, da man die Mädels von damals auch in der Jetzt Zeit wieder trifft und erlebt, wie ihr Leben verlaufen ist.
Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen, ich bin sehr überrascht worden und habe an einigen Stellen ordentlich mit den Ohren geschlackert.
Danke für die Leserunde @zenobi.1
Mehr zu meiner Meinung findet ihr auf Youtube im Lesemonat Oktober 25.
Nordschweden 1980: In einer Kleinstadt treffen sich die fünf Freundinnen Agneta, Birgitte, Carina, Sofia und Susanne regelmäßig zu einem Buchclub namens Polarkreis. Die Mädchen stehen alle kurz vor dem Abitur, sind aber sonst sehr unterschiedlich und stammen aus sehr verschiedenen sozialen Milieus. Und im Lauf der Geschichte wird klar, dass das Verhältnis der Mädchen untereinander nicht so harmonisch ist, wie es scheinen mag. Dann verschwindet im August auch noch Sofia spurlos...bis 2019 ihre kopflose Leiche in einer Brücke gefunden wird.
Die Geschichte wird dabei auf zwei Zeitebenen, 1980 und 2019 erzählt, mit einzelnen Überkapiteln, die sich jeweils einem der fünf Mädchen widmen.
Mir hat dieser Krimi gut gefallen, zumal ich mit der Auflösung so nicht gerechnet habe und ihn auch durchaus spannend fand (wobei ich allerdings auch die Einschätzung, dass das Buch stellenweise Längen hat, nachvollziehen kann).
Kurzweilige, spannenende Kriminalgeschichte mit Tiefgang. In wechselnden Perspektiven erzählt Liza Marklund von einem ungeklärten Todesfall und 5 jungen Frauen, die sich regelmäßig in einem Buchclub treffen, bis auf diesen aber nicht viel gemeinsam haben. Mit dem Fund einer Leiche geraten nun 40 Jahre später die Geheimnisse ans Licht, die die Schulmädchen einst voreinander versteckten. Interessanter Auftakt einer 3-bändigen Reihe.
Zuerst habe ich den Schreibstil der Übersetzung als sehr sperrig empfunden und bin irgendwie nur schwer in die Geschichte reingekommen, obwohl ich den Plot gut fand.
Nachdem ich aber einmal einen Fuß in der Tür der Geschichte hatte, hat sie einen unwiderstehlichen Sog
entwickelt und ich war begeistert.
Das Ende war dann richtig gut und ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.
Ist eigentlich ein guter Krimi. Die Verbindung mit dem Buchclub hat mir auch gefallen. Leider werde ich mit den nordischen Begriffen überhaupt nicht warm. Werde die Reihe wahrscheinlich nicht fortsetzen.
Ein Krimi voller Atmosphäre, Spannung und leiser Abgründe
Der Polarkreis hat mich überrascht, nicht nur, weil ich das Buch geschenkt bekommen habe und es selbst vielleicht nicht gewählt hätte, sondern weil es auf stille Weise unter die Haut geht.
Das Schweden der 1980er Jahre bildet den grauen, kargen Hintergrund für eine Geschichte über Freundschaft – oder das, was dafür gehalten wird – Schuld und das Erwachsenwerden in einer Welt, die kaum Platz für Hoffnung lässt. Diese trostlose Stimmung zieht sich spürbar durch das Buch, ohne aufgesetzt zu wirken, sie gehört zur Geschichte.
Die Figuren sind gut gezeichnet, manchmal sperrig, nicht immer sympathisch, aber genau das macht sie glaubwürdig. Man kann sich gut in sie hineinfühlen, auch wenn man nicht jede Entscheidung nachvollziehen kann.
Der Krimi selbst hatte seine Längen, hat mich aber immer wieder abgeholt und besonders das Ende kam unerwartet und hat die Geschichte stark abgeschlossen.
Ein verhängnisvoller Sommer im Jahr 1980. Die fünf Freundinnen Carina,Birgitta,Agneta,Susanne und Sofia stehen alle kurz vorm Abitur und sind bereit "flügge" zu werden. Bevor dies aber geschieht,haben sie noch einige Treffen in ihrem Buchklub. Denn die fünf verbindet die Liebe zur Literatur. Im August verschwindet Sofia jedoch spurlos.
Fast vierzig Jahre später wird die enthauptete Leiche einer jungen Frau gefunden: unter einem Brückenpfeiler.
Der Schreibstil von Liza Marklund hat bei mir einen regelrechten Sog ausgelöst. Sie beschreibt die Figuren so toll und detailgetreu,dass ich ein richtig gutes Gefühl für die Personen hatte. Jedes Mädchen bekommt eine Stimme. Sowohl im Sommer 1980 als auch 2019,wenn sie sich wiedertreffen,um diese abscheuliche Tat aufzuklären. Ich habe mich jeder Protagonistin sehr nahe gefühlt,konnte mich in jede hineinversetzen. Habe mir die Situationen so vorgestellt,als wäre ich ein Teil der Geschichte. Die Schicksale,die einige von ihnen bereits in jungen Jahren erleben mussten,haben mich hart getroffen.
Wiking, der Kommissar der Kleinstadt, setzt alles daran,herauszufinden was damals wirklich passiert ist. Denn auch er spielt eine Rolle in dem Ganzen.
Ich habe mit jeder Seite auf das Finale hingefiebert,aber mit diesem Ausgang hätte ich wirklich nicht gerechnet. Komplette Überraschung meinerseits. Hervorragend geschrieben.
Beinahe atemlose Spannung,aber eher von der ruhigen Sorte. Es ging mehr um die Figuren,und was diese erlebt haben. Schicksalsschläge, die erste Liebe, Frust oder psychische Erkrankungen.
Der Buchklub hat die fünf Frauen zusammengebracht,ein wöchentliches und später monatliches Ritual. Die Bücher von denen sie berichten, geben auch Aufschluss auf ihre Seele.
⭐⭐⭐⭐,5 | 5 Sternen
Eindringlich, atmosphärisch, eigentümlich.
Hat mich irgendwie total gecatcht: das triste 80er Jahre Setting, die fünf Mädchen, die sich - jede auf ihre Weise-nichts sehnlicher wünschen, als der eisigen Einöde zu entfliehen, der Schnitt ins Jahr 2019, zu den Erwachsenen Frauen.
Die schriftstellerische Brutalität, mit der Liza Marklund ihre Figuren darstellt, hat mich sehr fasziniert. Und auch ein wenig runtergezogen. Zum Glück scheint hier bei mir gerade die Sonne und es sind moderate Temperaturen...
„Der Polarkreis“ ist ein spannender Kriminalroman von Liza Marklund, der sich mit einem ungeklärten Mordfall in einer nordschwedischen Kleinstadt beschäftigt. Als die Leiche einer jungen Frau, die vor vierzig Jahren verschwunden ist, entdeckt wird, beginnen die verbliebenen Mitglieder eines ehemaligen Buchklubs, sich mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Liza Marklund ist eine bekannte schwedische Schriftstellerin, die für ihre Kriminalromane berühmt wurde, insbesondere für die Annika-Bengtzon-Reihe. Sie gründete den Verlag Piratförlaget und ist sowohl als Journalistin als auch als Autorin tätig.
Worum geht's genau?
In „Der Polarkreis“ geht es um die Entdeckung der kopflosen Leiche einer jungen Frau in einer Kleinstadt in Nordschweden. Es stellt sich heraus, dass es sich um Sofia handelt, die vor vierzig Jahren spurlos verschwand. Dieser grausame Fund lässt die vier verbliebenen Frauen aus einem früheren Buchklub zusammenkommen, um die Ereignisse jenes Sommers zu rekonstruieren und die Wahrheit hinter Sofias Verschwinden zu enthüllen. Schnell wird klar, dass das Verhältnis zwischen den Mädchen und ungelöste Konflikte zu Sofias Tod führten.
Meine Meinung
„Der Polarkreis“ hat mich durchgehend fesseln können. Das psychologische Element des Romans ist sehr stark, besonders, wenn es um die Dynamik der ehemaligen Freundinnen geht. Der Buchklub, der einst ein Raum des Austauschs und der Gemeinsamkeit war, wird zum Schauplatz von Geheimnissen und ungelösten Konflikten. Die Gespräche der Frauen über Literatur und ihre persönlichen Erlebnisse machen das Buch lebendig und geben den Charakteren Tiefe. Besonders gefiel mir, dass Birgitta in ihren Gedanken zur Vermarktung von Büchern reflektiert, dass Literatur von jungen Frauen oft besser verkauft wird als Bücher von älteren Frauen – eine interessante Überlegung, die das Buch über den Kriminalfall hinaus noch relevanter macht.
Ein weiterer Aspekt, den ich positiv hervorhebe, ist der Umgang mit gesellschaftlichen Themen wie Rassismus. Auf Seite 278 wird diskutiert, wie rassistische Darstellungen in älteren Büchern in der heutigen Zeit kritisiert werden sollten. Diese kritische Auseinandersetzung mit der Literatur fand ich sehr wichtig, da sie zeigt, dass Bücher von früher nicht einfach unkritisch weitergegeben werden sollten.
Besonders gut gefallen haben mir die detaillierten und vielschichtigen Charaktere. Agneta, die sich rührend um ihre psychisch kranke Mutter kümmert, sticht für mich hervor.
Trotz all dieser positiven Eindrücke gab es auch einige Momente, in denen die Erzählweise mich weniger mitgerissen hat. Besonders in den Rückblicken auf die Vergangenheit hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Geschichte etwas langsamer voranschritt. Man hätte die Entwicklung etwas straffer gestalten können, um die Spannung durchgehend aufrechtzuerhalten.
Fazit
„Der Polarkreis“ ist ein packender Kriminalroman, der tief in die Psyche seiner Charaktere eintaucht und geschickt gesellschaftliche Themen mit der Krimihandlung verknüpft. Die überraschenden Wendungen und die gut durchdachten Figuren machen das Buch zu einem sehr empfehlenswerten Leseerlebnis. Es gibt einige Längen, aber insgesamt hat mich die Geschichte durch ihre Komplexität und die spannende Auflösung überzeugt. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Ein ruhiger, psychologischer Krimi, trotzdem spannend. Gewährt Einblicke in die Gesellschaft einer Kleinstadt im äußersten Norden Schwedens.
Nordic Noir
Liza Marklund ist mir schon von ihren Annika Bengtzon Krimis bekannt, die ich vor etlichen Jahren gerne gelesen habe. Jetzt ist etwas Neues von der Autorin herausgekommen, und ich war sehr neugierig, wie es mir gefallen würde.
Bei Bauarbeiten an einem Brückenpfeiler wird eine weibliche, kopflose Leiche gefunden. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um Sofia Hellsten handelt, ein junges Mädchen, dass an einem Abend im Jahr 1980 spurlos verschwand.
Sofia gehörte dem Buchclub „Polarkreis“ an, bei dem sich 5 Schülerinnen regelmäßig trafen und über ihre Lieblingsbücher diskutierten. Das letzte dieser Treffen endete im Streit, und danach wurde Sofia nie wieder gesehen. Die Autorin wechselt in ihrer Erzählung zwischen Gegenwart und Vergangenheit. 40 Jahre sind inzwischen vergangen und es ist interessant zu sehen, wie sich die früheren Mitschülerinnen weiterentwickelt haben. Interessanterweise ist der heute ermittelnde Polizeichef Wiking früher der Schwarm vieler Mädchen seiner Schule gewesen.
Die Buchclubmädchen sind nicht nur charakterlich sehr unterschiedlich, sie stammen auch aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten. Jedes der Mädchen hat seine Geheimnisse. Die Konflikte die sie miteinander hatten, waren, wie sich herausstellt, dann aber wohl tiefer, als zunächst gedacht.
Das Setting liegt in einer Kleinstadt in Nordschweden. Die Winter sind hart. Das fehlende Licht wirkt sich auf die Psyche der Menschen aus.
Die schwedisch - amerikanische Raketenstation bietet zumindest ein paar zusätzliche Arbeitsplätze. Insgesamt ist es recht trostlos hier und nicht wenige der jungen Leute ziehen weg, sobald sie volljährig sind.
Neben einem spannenden, gut strukturierten Kriminalfall mit Überraschungsmoment am Ende, gibt Liza Marklund auch tiefere Einblicke in die Gesellschaftsstruktur. Sie ist selbst in Nordschweden aufgewachsen und weiß wovon sie schreibt.
Ich hatte zu Beginn ein paar Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden, da es wirklich viele Personen sind , die man erst einmal auseinanderhalten und kennenlernen muß. Dann entwickelte dieser Krimi aber einen Sog, der mich immer wieder schnell zum Buch greifen ließ.
Ich habe diesen ruhigen und dennoch spannenden Krimi wirklich gerne gelesen und freue mich auf die Fortsetzung, denn dies war erst der 1.Teil einer Triologie.