Zwischen Spannung und Leerlauf – „Ein Grab für zwei“
In „Ein Grab für zwei“ von Anne Holt geht es um zwei Tote, deren Schicksale enger miteinander verknüpft sind, als es zunächst scheint. Die Ermittlungen fördern alte Geheimnisse, Loyalitätskonflikte und verdrängte Schuld zutage. Stück für Stück wird deutlich, dass das eigentliche Drama weniger im Verbrechen selbst liegt als in den Beziehungen der Beteiligten – und in dem, was jahrelang verschwiegen wurde. Atmosphärisch stark und psychologisch fein erzählt, aber für mich insgesamt durchwachsen: Der Fall entwickelt sich eher schleppend, manche Gedankengänge drehen sich im Kreis. Spannung entsteht punktuell, trägt jedoch nicht durchgehend. Ein ruhiger und nachdenklicher Krimi – nur nicht ganz so packend, wie ich gehofft hatte.




