Drachen, Magie und Technik. Passt das? Ja!
In Rainshadow City herrschen die Kaiserin und die Gangmitglieder der gefürchteten Lucky Crows. Reichtum und Macht sind nicht fair verteilt und im Armenviertel kämpfen viele ums Überleben. Wir erleben die Geschichte in der dritten Person aus mehreren Perspektiven. Zum einen folgen wir Toshiko und ihren Wahlgeschwistern, die illegal in der Stadt leben und versuchen, den Lucky Crows das Leben schwer zu machen. Dann gibt es Haru, den zehnjährigen Sohn der grausamen Kaiserin. Und außerdem Theo, der ziemlich alleine ist und sich den Lucky Crows angeschlossen hat. Ihrer aller Schicksale sind miteinander verwoben. Die Welt ist ziemlich einzigartig und es ist viel los. Zum einen gibt es Elemente, die von japanischer Mythologie inspiriert sind, es gibt Menschen mit magischen Fähigkeiten, Sonnengeister, Drachen und zudem einige technologische Errungenschaften. Der Autorin ist es gelungen, alles zu einem harmonischen Bild zu fügen, und sie führt uns Lesende derart meisterhaft in die vielen Elemente und Personen ein, dass ich mich nie überfordert gefühlt habe, sondern sanft in die Welt reingekommen bin. Obwohl die Geschichte in der dritten Person geschrieben ist, habe ich mit den Charakteren stark mitgefühlt und bin vollkommen in die Handlung und Atmosphäre eingetaucht. Die Charaktere wirkten auf mich sehr authentisch und viele mochte ich sehr gerne. Richtig gut fand ich auch den Umgang mit Gewalt. Als es zu Ausschreitungen kommt, wird es nicht wie in vielen anderen Werken als unspektakulär dargestellt, wenn Menschen sterben. Gerade bei Charakteren, die noch nie zuvor getötet haben, wird nachvollziehbar gezeigt, dass sie das nicht mal eben so wegstecken, sondern dass jedes Leben wertvoll ist. Insgesamt hat mich das Buch richtig abgeholt, das Setting war besonders und die Menschen (und andere Wesen) auch.
