Auf dem Klappentext ist der erste Satz: Über die Kunst sich wiederzufinden. Seit ihre Freundin Rita aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist, fühlt sich Jennifer, genannt Jef, noch unvollkommener, wie sowieso schon. Auch ihre finanzielle Situation ist desaströs, denn von ihrem Kunststudium kann sie nicht leben. Das hatten auch die Eltern schon befürchtet. "Aber ihre Eltern hielten Kunst für das verwerfliche Bedürfnis, etwas unnützes zu produzieren." Als sie, dank eines frisierten Lebenslaufes, die Möglichkeit bekommt mit verschiedenen KünstlerInnen in eine marode Villa zu ziehen, greift sie zu, kommt sich aber vor wie "in einem öffentlich zugänglichen Gehege für exotische Künstler". Sie fühlt sich, wie eigentlich schon immer, nicht zugehörig. Sie ist "keine von ihnen". Genau, wie die merkwürdige Frau,Theresa, der sie gleich am ersten Tag in der Villa begegnet. Auch sie gehört nicht dazu. Nicht in dieses Haus, nicht in diese Welt und erst recht nicht in diese Gesellschaft. Immer wieder gibt es Rückblenden in das Zusammenleben mit Rita und mir stellte sich öfter die Frage, wie gut hat diese Rita Jef eigentlich getan, oder hat diese sie nicht sogar bewusst, immer mehr ins Abseits gedrängt. Doch Jef fühlt anders. "Ohne Rita kreativ zu sein, war wie ohne Buchstaben zu schreiben, ohne Farben zu malen und ohne Töne Musik zu machen." Für solche Sätze und die "verrückte" Theresa mochte ich das Buch. Sonst ließ es mich oft ein bisschen ratlos zurück. Das Cover, von der Autorin selbst fotografierte Tulpen, von unten durch eine Glasplatte, finde ich großartig!
26. Jan.Jan 26, 2025
Keine von ihnenby Franziska HauserEichborn
