3. Okt.
Rating:3.5

Zu unsympathische und chronisch unglückliche Charaktere leider ...

Ich hab ja ein kleinen Faible für die 90er Jahre, weswegen ich gerne Bücher lese, die in dieser Zeit spielen. Auch von diesem Buch habe ich erhofft, dass es mir ein wenig das Lebensgefühl der 90er Jahre in Deutschland etwas vermittelt ... Leider wurde ich enttäuscht. Zwar spricht das Buch ein paar Erreignisse aus den 90er Jahren an und gerade die aufkommende Digitalisierung wurde viel behandelt, aber habe ich mir dennoch mehr erhofft. Doch konnte das Lebensgefühl auch nicht so gut vermittelt werden, da mir die Hauptcharacktere wirklich unsympathisch waren. Es ist zwar eine faszinierende Idee, dass Jo und Uli genau das erreichen, was sich die andere immer gewünscht hat, doch konnte ich mit ihnen einfach nicht mitfühlen. Was aber auch an dem ziemlich nüchternen Schreibstil liegt und an der durchgängig deprimierten Stimmung des Buches. Ich hätte mir mehr Lebensfreude und Aufbruchstimmung erhofft, stattdessen waren alle Charaktere durchgängig Unglücklich. Ich hasse Bücher, die als einzige Message haben: "Das Leben ist scheiße, egal aus welcher Perspektive du es betrachtest." Auch sehr schade fand ich, dass sich zwischen Jo und Uli nie eine wirkliche Freundschaft gebildet haben. Die beiden kamen mir bis zum Schluss wie entfernte Bekannte vor, wodurch das Buch noch nüchtener und gefühlsloser wurde. Aber ganz ehrlich, die beiden waren so unsympathisch, dass ich mit ihnen auch nicht hätte befreundet sein wollen. Und was beide an den Sascha fanden, werde ich nie verstehen. Der Kerl war ja mal ne menschliche Katastrophe. Also ja, interessante Grundidee, deprimierende Umsetzung. PS: Was mich an meisten jedoch genervt hat, war dass die Kapitel nicht mit Jahreszahlen beschriftet wurden. Das wäre eine Kleinigkeit gewesen, die das Nachvollziehen der Zeit um einiges einfacher gemacht hätte!

Wer reinkommt, ist drin
Wer reinkommt, ist drinby Verena CarlEichborn