"Wie ist es möglich, dass ich mir die Realität so hingebogen habe, wie ich sie haben wollte ohne es wirklich zu bemerken? Seit ich denken kann, verdrehe ich die Realität solange bis ich sie mag. Solange bis ich sie schön finde und besser ertragen kann. Ich habe neulich einen Artikel gelesen, indem es darum ging, dass alle Menschen lügen. Oft. Und meistens belügen sie sich selbst."
Anja liebt Julian. Julian liebt Anja. 5 Jahre lang. Als Julian für ein Praktikum nach New York geht, trennt sie sich feige mittels Brief von ihm. 12 Jahre später treffen sie sich wieder. Sie ist mittlerweile 10 Jahre verheiratet. Sie beginnen eine Affäre. Sehr schnell wird deutlich, dass Anja ihren Mann Tobias nur geheiratet hat, weil sie Julian nicht haben konnte. Eigentlich schon, aber Anja redet sich ein Julian habe sie verlassen. Anja hat Angst. Tobias ist ihre sichere Bank, ganz nach dem Motto: es ist besser jemanden zu heiraten, der dich mehr liebt als du ihn. Tobias kann sie nicht verletzen. Julian hätte sie immer verletzen können. Ich weiß nicht was ich von Anja halten soll. Sie ist feige. Trennt sich feige von Julian und betrügt ihren Ehemann. Als es dann zur Trennung kommt und sie endlich zu Julian will, ist sie immernoch nicht ganz ehrlich gegenüber Tobias. Das Ende ist fatal und sehr tragisch. Ich bin mir nicht sicher, ob es zu Tobias' Charakter passte, der zuvor anders beschrieben wurde. Einerseits mochte ich das Buch irgendwie, weil Anne Freytag alltägliche Geschichten besonders verpackt. Andererseits weiß ich nicht was ich von allem halten soll. Vielleicht hätte ich mir eine Art Happy End gewünscht. Aber ich glaube das Ende ist insgesamt auch realistisch. Vor allem aber tragisch, weil Anja ein Leben mit Julian hätte führen können, ihrer großen Liebe, es aber nie tat.






