Das Buch hat mir richtig gut gefallen. Das Thema ist richtig spannend, man weiß lange nicht, worauf das alles hinausläuft und man hat viele POV, die das Ganze spannend machen. Ich bin wirklich durch die Seiten geflogen und bin jetzt sehr gespannt auf Band 2 ☺️
Die Grundidee fand ich eigentlich richtig spannend. Eine Gesellschaft, in der es keine Gerichte mehr gibt und stattdessen öffentlich abgestimmt wird, ob jemand schuldig ist – total erschreckend, aber interessant. Auch das ganze Klassensystem hatte Potenzial. Leider hat mich die Umsetzung gar nicht überzeugt. Der Schreibstil war einfach nicht meins – irgendwie trocken und emotionslos. Die Charaktere blieben für mich total flach, ich konnte mich mit niemandem wirklich identifizieren oder mitfühlen. Wahrscheinlich lag’s auch daran, dass der Stil so distanziert war. Trotzdem hab ich das Buch zu Ende gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. Leider war das Ende ziemlich vorhersehbar, ein spannender Twist kam nicht. Das hat’s für mich dann endgültig ein bisschen langweilig gemacht. Den zweiten Teil hab ich kurz überflogen, aber mir schnell gedacht: Nee, das tu ich mir nicht nochmal an – vor allem, weil der dritte Teil wohl gar nicht übersetzt wurde. Und ehrlich gesagt war’s mir dann auch einfach egal.
4,5 Sterne
Ein interessanter Aspekt, wenn man Entscheidungen, die heute bei Richtern (und Geschworenen) liegen, in die Hand der Gesellschaft legt.. natürlich gegen Geld, sodass letztlich nur der betuchte Teil der Gesellschaft entscheiden darf, ob jemand schuldig oder unschuldig ist.. ich freue mich auf den zweiten Teil 😊
Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die Zellen werden dabei immer kleiner, genauso wie Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert? Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem es um viel mehr als ein einzelnes Menschenleben geht. (Klappentext) Die erschreckende und krasse Idee hinter dem Buch hat mich ziemlich neugierig auf den Inhalt gemacht und so wollte ich es unbedingt lesen. Was mir an dem Buch gleich gut gefallen hat, waren die verschiedene Perspektiven, so gibt es die Sicht von Martha, aber auch die psychologische Betreuung und das Fernsehstudio mit der Show "Death is Justice". Dadurch hatte man gleich einen guten Gesamtüberblick über Marthas aktuelle Situation und wie der Staat und die Bevölkerung dazu steht. Zitat : "Ich kann eine Woche Einsamkeit aushalten. Und ich kann tot sein. Die Leute werden sehen und hören, was ich zu sagen habe, und vielleicht, ganz vielleicht, werden sie es begreifen. Vielleicht werden sie es endlich kapieren und vollkommen schockiert sein." Martha mochte ich als Protagonistin ganz gerne, ich fand es ziemlich mutig, was bei ihr dahintersteckt und was sie aufgibt, um ihr Ziel zu erreichen. Ihre Ängste und Gefühle in der jeweiligen Zelle waren ziemlich greifbar und man konnte sich gut vorstellen, wie schrecklich es dort für sie sein muss. Was mir nicht so gut gefallen hat, war die Liebesgeschichte. Sie war mir teilweise zu klischeehaft, ein reicher Junge und ein armes Mädchen. Die Liebesgeschichte war hauptsächlich nur im Hintergrund, was ich eigentlich schön finde, aber leider war sie für mich nicht so fassbar. Es gab hauptsächlich nur Rückblenden und ich hätte mir mehr zu der Beziehung gewünscht, denn so habe ich sie nicht so sehr gemochte, wie ich es mir gewünscht hätte. Mein größter Kritikpunkt ist für mich, dass ein wichtiger Kernpunkt ziemlich vorhersehbar war. Es war ziemlich schnell offensichtlich und konnte mich in der Umsetzung nicht richtig überzeugen. Durch die Fernsehsendung wurde die Manipulation der Zuschauer extrem gut und erschreckend dargestellt. Durch die Berichterstattung und Verdrehung von Tatsachen und besonders wie Kristina das Ganze moderiert und rüberbringt. Sie war mir direkt total unsympathisch, wirkte kalt, stark gekünstelt und hat immer manipuliert. Ab und zu sind mir allerdings ein paar Logikfehler aufgefallen, die mit der Manipulation der Bevölkerung durch die Show und das Rechtssystem zu tun haben. Es gab Momente, wo manche wenige Aspekte nicht logisch nicht zusammengepasst haben, und das hat mich schon etwas gestört. Ich fand es überzeugend, welche Rolle die Nebencharaktere gespielt haben, so waren z.B. Eve, Gus oder Joshua charakterlich vielschichtig und interessant. Zitat : "»Sagen Sie es mir. Sind sie damit einverstanden, dass darüber abgestimmt wird, ob Menschen leben oder sterben ? Keine Gerichte. Keine Zeugen. Keine Beweise ... keine Geschworenen ... nichts.« »Bedeutet das ganze System, dass die Öffentlichkeit das Recht darauf hat abzustimmen, nicht, dass jeder im Prinzip ein Geschworener ist ? Das alle am Ergebnis beteiligt sind ?«" Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen, das Buch war spannend und fesselnd und ließ sich angenehm lesen. Zudem hat sie die Idee dahinter erschreckend und auch realistisch dargestellt. Insgesamt mochte ich das Buch zwar, aber ich hatte doch meine Kritikpunkte. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil, vor allem nach dem Ende und weil defintiv noch Luft nach oben ist. Fazit : Erschreckende Thematik, das Buch war zwar spannend, aber ich hatte größere Kritikpunkte.
Das erste Buch seit langem, das mich mal wieder so richtig mitgerissen hat! Glücklicherweise wartet der 2. Band schon in meinem Regal auf mich und ich kann sofort weiterlesen.
Auf "Marthas Widerstand" war ich sehr gespannt, denn die Plotidee hat mich schon beim Lesen des Klappentextes überzeugen können (dazu noch der erste Teil einer Reihe: perfekt für mich). Die Idee an sich birgt viel Potenzial, was die Autorin meiner Meinung nach sehr gut ausgeschöpft hat und was eine sehr gute Überleitung zum zweiten Band bietet. Ich habe schon im Vorhinein viel über dieses Buch gehört und gelesen, viel Kritik, einige schlechte Meinungen und enttäuschte Stimmen. Was ich letztlich nicht so ganz verstehen konnte, denn "Marthas Widerstand" hat nicht nur eine tolle Botschaft, sondern auch zwei sehr taffe Hauptprotagonistinnen, einen abwechslungsreichen Kapitelaufbau und ein wirkliches emotionales und spannendes Ende. Die Plotbotschaft an sich steht sehr dominant im Vordergrund und kann einfach nicht überlesen werden. Normalerweise bin ich ein Fan von subtileren Nachrichten und meist brauche ich auch kein leuchtendes Neonschild, das eben genau darauf hinweist, andererseits ist die Moral der Geschichte äußerst wichtig, äußerst aktuell und äußerst anregend zum Nachdenken. Über uns selbst, welchen Teil wir in der Gesellschaft einnehmen, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen, aber schließlich auch wie leicht wir uns manipulieren und beeinflussen lassen. Von den Menschen um uns herum, von den Meinungen anderer, von unseren Freunden und unserer Familie und letztlich vor allem von den Medien. Natürlich ist die Botschaft noch viel weitschweifender als das, weswegen sie mich trotz ihrer sehr starken Dominanz doch überzeugt hat. Ein großer Indikator dafür ist, dass ich weit länger darüber nachdenke, als nur während des Buch-Lesens. Auch Tage, nachdem ich die Geschichte beendet habe, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie leicht es uns doch fällt, andere zu be- und zu verurteilen, wie schnell wir unsere Meinung bilden und wie leicht wir doch glauben, was man uns erzählt. "Marthas Widerstand" weißt genau auf diesen Misstand hin und trifft damit aktuell absolut ins Schwarze. Auch die Charaktere haben mir gut gefallen. Die Balance zwischen arm und reich, zwischen Gerechtigkeit und Sensationsgeilheit, sowie die Suche nach der Wahrheit und das Aufdecken von Lügen haben die Figuren dem Leser mehr als nahe gebracht. Schade fand ich an dieser Stelle, dass mir Eve als die psychologische Gefangenenbetreuerin um einiges besser gefiel, als Martha selbst. Vor allem, da der Titel des Buches Martha in den Vordgerund stellt. Sie ist zwar ganz klar die Märtyrerin, die Rebellin und die Heldin, die die Zukunft verändern will, wirkt aber leider durch ihre Passivität im Plot, eher als Nebendarstellerin. Eve hat mir dagegen wahnsinnig gut gefallen: ihr Engagement, ihre Sensibilität und ihre Feinfühligkeit, dazu noch ihr Kampfgeist fand ich einfach toll und ließ mich über ihre Defizite als Mutter hinwegsehen. Aber auch andere Charaktere, die die Geschichte beeinflusst haben, wie Richter Cicero, Isaac und der Reporter Joshua sind mir sehr positiv aufgefallen (an dieser Stelle liste ich nur die Personen auf, die in der Geschichte ihren natürlichen Menschenverstand benutzen, weil ich mich mit ihnen einfach besser identifzieren konnte – auch die "bösen" Charaktere haben mir gut gefallen und haben eine perfekte Mischung und Vielfalt in die Geschichte gebracht!). Als besonders empfunden habe ich den abwechslungsreichen Kapitelaufbau, der zwischen Marthas und Eves Sicht, sowie der Fernseh- und Votingshow "Death is Justice" hin und her wechselt. Am besten gefallen hat mir die Fernsehshow (auch wenn ich die Moderatorin wirklich widerwärtig fand), denn bei diesen Kapiteln sah man deutlich die Defizite und den Mangel an Eigeninitiative/Selbstbewusstsein der Gesellschaft, die Manipulation der Zuschauer und die Darstellung einer gezielten und sehr deutlichen Beeinflussung. Damit hat mich die Autorin auf jeden Fall packen können – auch wenn ich mich an vielen Stellen gefragt habe, ob es wirklich so leicht ist, eine ganze Masse so leicht zu formen und in eine bestimmte Richtung zu lenken. Über das Ende an sich mag ich eigentlich gar nicht so viele Worte verlieren, um nicht zu spoilern oder etwas vorwegzunehmen. Besonders überraschend war es für mich persönlich nicht, aber, obwohl ich mir lange eine Fortführung der Geschichte nicht vorstellen konnte, zeigt das Ende dann doch, dass sie auf jeden Fall dringend notwendig ist. Ich bin sehr gespannt darauf, wie es weitergeht, welche Botschaft im zweiten Teil thematisiert wird und ob es den Figuren noch gelingt, einen Umschwung und ein Umdenken zu erwirken. Neben den anderen überzeugenden Aspekten des Buches hat mir auch der Schreibstil gut gefallen. Er ist zwar nicht besonders oder anspruchsvoll, konnte mir aber die Geschichte und die Emotionen der verschiedenen Charaktere nahe bringen (vor allen Dingen am Ende, was mich doch sehr mitgenommen hat). Mir ist es beim Lesen immer wichtig, dass ich Mitfühlen kann, das Handeln der Figuren verstehe und auch eine gewisse Entwicklung sehe. Fazit "Marthas Widerstand" ist ein tolles und spannendes Buch und dadurch meiner Meinung nach ein gelungener Reihenauftakt. Das Werk hat aufgrund der tollen Botschaft, einnehmender Charaktere, der steigenden Spannungen und des abwechslungsreichen Aufbaus meiner Meinung nach eine 5-Sterne Bewertung und die dazu ausgesprochene Leseempfehlung mehr als verdient.
Korruption, mediale Manipulation und die Ausnutzung verschiedener gesetzlicher Schlupflöcher. Ein Mädchen das dagegen endlich etwas tun möchte und übersieht, wie viel Macht wirklich hinter dem ganzen System steht und vor allem, weshalb es eigentlich so gut funktioniert. Aber klar ist die super mutig und gibt keinesfalls auf. So könnte man den Roman kurz zusammenfassen. Um ehrlich zu sein, an manchen Stellen ist der Roman sehr schwarz weiß gehalten und ziemlich plakativ. Natüüürlich sind praktisch alle privilegierten Figuren korrupt und die Journalisten vor allem daran interessiert ihren Job zu behalten, statt objektiv zu berichten. Selbstverständlich haben Martha und alle auf ihrer Seite stehenden, eine dramatische Geschichte. Klingt das genervt?? Ja, das war ich tatsächlich an einigen Stellen auch. Der Roman hat eine interessante Ausgangslage, setzt sich aber dann doch vor allem aus Dystopie-und Jugendbuchklischees zusammen. Tatsächlich war für mich vor allem nicht glaubwürdig konstruiert, weshalb die TV Sendung, die das Gerichtssystem mit Zeugenaussagen, Anwälten, Richtern, einer Verteidigung und Beweisen ersetzt hat, so gut funktioniert. Da die Autorin gleichzeitig ihren Leser*innen vermitteln möchte, wie schlimm diese Sendung ist, wird offensichtliches gestreut. Etwa eine ziemlich manipulative Moderatorin, die immer wieder die Meinung der Zuschauer in eine ganz bestimmte Richtung lenkt. Allerdings, wenn es mir so klar auffällt, ist unrealistisch begründet, weshalb es den Figuren im Buch nicht auffällt. Bzw. nur den armen Schichten, die selbstverständlich viel viel Schlauer sind und sowieso ist alles eh nur Korruption. Das ganze ist mir zu einfach in zwei Welten geteilt. Hinzu kommt eine ziemlich anstrengende Handlung rund um Marthas Vergangenheit und die Romanze, die für sie Ausgangspunkt allen Handelns ist. Auch das hat mich gestört, weil ich finde das schon ihre eigene Geschichte gereicht hätte, um ihre Beweggründe zu liefern. Mag sein das es mich persönlich eben auch stört, das eine weibliche Hauptfigur mal wieder nicht ohne eine romantische, heterosexuelle Verwicklung auskommt. Gleichzeitig ist das Ganze schon so geschrieben, das man gerne weiter liest. Ich habe nicht nur einmal die Augen verdreht und war genervt. Ich habe trotzdem weiter gelesen. Der Stil hat mich durchaus angesprochen und ich wollte zumindest wissen, wie eine Verbindung zu Band eins und zwei gezogen wird. Viele Fragen werden offen gelassen, der Band funktioniert daher meiner Meinung nach nicht ohne die beiden Fortsetzungen. Gleichzeitig fand ich dadurch aber bestimmte Figuren, die nur am Rande eine Rolle spielen, interessanter als Martha oder die anderen Hauptfiguren. Ich weiß noch nicht ob die Fortsetzungen lesen werde. Momentan finde ich es vor allem schade, das die Autorin die wichtigen Fragen, die der Roman aufwirft so eindimensional beantwortet hat. Mich hat das jedenfalls nicht überzeugt. Wer möchte kann sich ja gerne ein eigenes Bild machen^^
Idee super, Umsetzung okay⚖️
V.a. aufgrund des jungen Alters der Protagonisten konnte ich mich nicht wirklich mit ihnen identifizieren. Die dystopische Idee eines über Volksabstimmung funktionierenden Rechtssystem ist allerdings super und regt zum Nachdenken an. In einem erwachsenen Setting sicherlich ein Highlight für mich! Aber so sicherlich ein Highlight für alle Teenies… Sprache/Schreibstil: 3/5 Charaktere: 2/5 Thema: 5/5 Story: 2/5 Spannung: 2/5 Ende: 3/5
Ich liebe dieses Buch. Tolle Geschichte aus einer nicht allzu fernen dstopischen Zukunft.
„Gemeinsam sind wir weitführend. Gemeinsam sind wir die Stimme der Gerechtigkeit.“ Zum Cover: Nahaufnahmen sind ja längst keine Seltenheit mehr, was Cover anbelangt, dieses hier hat mich allerdings gleich angesprungen. Beim näheren Betrachten habe ich jedoch bemerkt, dass das Mädchen darauf gar nicht richtig scharf gestellt wurde. Die Poren sind recht unscharf, die Lippen und die Augen wiederum, auf und in denen sich das Licht spiegelt, sind wirklich scharf gezeichnet. Dazu kommt, dass die weiße Stelle in den Augen, die ein Rechteck sein könnte, für die Zelle stehen kann und damit ist das Mädchen auf dem Cover, wie könnte es anders sein, wohl Martha. Insgesamt damit ganz gut umgesetzt, wenn auch mit der Nahaufnahme für mich fast etwas zu sehr Klischee. Zum Inhalt: „Die Regierung kontrolliert die Medien, und die Medien manipulieren die Menschen.“ ~ Martha ist des Mordes am berüchtigten Jackson Paige, dem hochverehrten Wohltätigkeitsbotschafter, angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die Zellen werden dabei immer kleiner, genauso wie Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert? Und was wäre wenn, genau sie es ist, die nicht die ist, die sie zu sein scheint? Meine Meinung: Der Inhalt hat mich persönlich schon sehr interessiert, denn was muss das für ein abgekachteltes System sein, dass übers TV entscheidet, wer stirbt und wer lebt. Das Grundprinzip ist wie gesagt genial und erschreckend zugleich. Auch der Schreibstil ist recht locker und leicht zum Lesen und deshalb lässt die Spannung nicht lange auf sich warten. An manchen Stellen geht es zwar ein bisschen zu schnell für meinen Geschmack, weshalb ein paar Unregelmäßigkeiten aufkommen, die zum Großteil jedoch am Ende geklärt werden. Vor allem durch Isaac, aber auch Martha steuert ihren Teil bei, um nicht zu sagen, sie bringt den Stein ins Rollen. Ich muss ehrlich gesagt aber sagen, dass mir keiner der beiden so wirklich ans Herz ging, sie taten mir leid, ja, doch wirklich tief mitfühlen, konnte ich nicht. Das war dann nämlich auch der ausschlaggebende Punkt für die Liebesgeschichte, die hierbei sehr im Fokus stand, mich aber trotz dessen nicht für sich ins Boot ziehen konnte. Eine der wenigen Charaktere, die ich allerdings in der Tat mochte, war Eve Stanton, die humane, psychologische Betreuerin von Martha. Sie und ihre Vergangenheit waren sehr gut ausgearbeitet und gefielen mir auf Anhieb. Nicht dass Marthas Vergangenheit nicht erwähnt wurde, doch ich finde, teilweise hätte man es besser noch erklären können. Vielleicht liegt das aber auch teilweise an der Übersetzung? Ich habe generell das Gefühl, das da eventuell ein bisschen was bei flöten geht, aber das ist mein eigenes Empfinden. Die Fernsehshow „Death is Justice“ wurde aber auch im Deutschen sehr interessant dargestellt, da diese Kapitel wie in einem Drehbuch aufgebaut sind. Die Moderatoren tun dabei alles, um das Publikum auf ihre Seite – also die Seite der Regierung – zu holen. Dabei tut sich auch wieder das nächste Problem auf, denn die Regierung wird hierbei in keinem Punkt erwähnt, nicht mal annährend. Ich finde, dass hätte zur Erklärung des Rechtssystems unglaublich viel beigesteuert. Könnte ja sein, dass das erst in Band 2 drankommt, aber ich finde, gerade ein 1. Band ist doch dazu da, die Geschichte einzuleiten, wenn es noch eine Fortsetzung gibt. Naja, an und für sich war die Geschichte ja halbwegs rund, man merkt deutlich, dass zwar noch etwas kommt, aber das soll wohl auch so sein. Für mich war es aber eher eine eher weniger gute Unterhaltung, obwohl die Grundidee richtig Potential gehabt hätte. Dazu passt sogar ein Zitat aus dem Buch: „Ich frage mich, ob wir an irgendeinem Punkt in unserer Geschichte nicht einen falschen Weg eingeschlagen haben. Dass es einen Moment gab, an dem jemand die Möglichkeit gehabt hätte, sich gegen die Entwicklung zu stellen und Nein zu sagen, es aber aus irgendeinem Grund nicht tat.“ Fazit: Aus vielerlei Gründen bekommt „Marthas Wiederstand“ von Kerry Drewery von mir leider nur liebgemeinte 2,5 Sterne. Ich hätte mir bei dem spannenden Einstieg und der Grundidee tatsächlich etwas mehr Pepp gewünscht. Gut, zum Ende hin kam dann wirklich nochmal richtig Fahrt auf, aber irgendwie war es dann auf einmal alles auch so einfach, und so gar nicht kompliziert, was mich so ein wenig frustriert hat. Naja, ein bisschen neugierig ist man natürlich auf die Fortsetzung, doch ganz ehrlich, ob ich sie mir wirklich zulegen, geschweige denn lesen soll, weiß ich noch überhaupt nicht. Bisher tendiere ich ja eher zu nein, lieber nicht. Um jedoch nicht hundertprozentig negativ aus meiner Rezension hinauszugehen, hier noch einmal ein Zitat aus dem Buch, das ich auch noch ganz gut fand: „Manchmal macht man etwas Großes, indem man nichts tut. Man ist ein kleines Zahnrad in einer Maschine und läuft mit, weil es all die anderen Zahnräder auch tun und es zu schwer ist, sich gegen die Maschine aufzubäumen. Aber dann gibt es einen Punkt […] an dem man sich entscheiden muss: Entweder dreht man sich weiter und sieht zu, wie die Maschine immer größer und mächtiger wird und dabei alles zerstört, oder man kann die eine Sache tun, zu der man in der Lage ist – eine kleine Bewegung in eine andere Richtung machen und beten, dass es etwas blockiert oder dass die Leute etwas bemerken. […] Wenn wir jeder unseren Teil dazu beitrügen, könnten wir die Dinge vielleicht wirklich gemeinsam ändern.“
Abbruch nach 95 Seiten ...
"Marthas Widerstand" von Kerry Drewery ist 2017 bei Bastei Lübbe erschienen. Zum Inhalt lt. Verlagshomepage: Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in eine kleinere Zelle verlegt wird. Die siebte und letzte Zelle ist klaustrophobisch klein, und genauso klein sind Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will – Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert. Um dem Volk zu zeigen, dass es nicht in einer perfekten Demokratie lebt, sondern von den Machthabern perfide manipuliert wird? Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem viel mehr als ein einzelnes Menschenleben auf dem Spiel steht … Was wäre, wenn … es keine Anwälte oder Richter mehr gibt, keine Gerichtsverhandlungen und keine Beweisführung. Allein das Volk – oder besser gesagt, das zahlungskräftige Publikum – entscheidet darüber, ob jemand schuldig oder unschuldig ist und dieser dann direkt im Anschluss eines Televotings vor den Augen der Zuschauer hingerichtet wird? Das ist keine leichte Kost, das uns die Autorin da präsentiert. Und erschwert wird das ganze durch ihren sehr speziellen Schreibstil. Sowohl die Sätze als auch die einzelnen Kapitel sind zwar kurz und knapp gehalten, dabei aber auch leicht emotionslos. Zudem springt sie zwischen der ersten und dritten Erzählform hin und her und als wäre dies noch nicht genug, lesen sich die Aufnahmen im Fernsehstudio eher wie ein Drehbuch. Ab ca. der Hälfte des Buches wird es zwar richtig spannend, jedoch bleiben die Personen blass und kommen mir nicht nahe. Und die Geschichte selbst wirkt leicht überzogen, jedoch nicht realitätsfern. Aber das Hauptaugenmerk von Kerry Drewery liegt m. M. nach auch eher auf etwas anderem: Gerade in dieser Überzogenheit der Geschehnisse zeigt sich die Macht der Medien. Wie leicht es ist, Menschen zu beeinflussen, zu steuern und zu belügen. Und wie leicht es ist, vor dieser Verlogenheit die Augen zu verschließen, wie oft man Mitläufer, Teil des Systems ist – ob jetzt aus Angst oder Bequemlichkeit – die Autorin legt den warnenden Finger darauf (ohne ihn moralisch zu erheben). Und das hat mich an diesem Buch wirklich beeindruckt: Wie anschaulich Drewery es schafft, eine spannende Geschichte mit oberflächlich agierenden Personen zu schreiben, die aber unter der Oberfläche ein wirkliches Lehrstück bereit hält. Wer sich auf dieses Buch einlassen kann, wird sich gut unterhalten fühlen und einiges zum Nachdenken haben.
"Marthas Widerstand" entdeckte ich irgendwann dieses Jahr bei einer der Vorschauen, die ein anderer Buchblogger gepostet hatte. Und das Thema des Buchs sprang mich sofort an, da ich solche Geschichten einfach nur liebe. Zum Inhalt: Die 16jährige Martha wird mit der Waffe in der Hand vor der Leiche von Jackson Paige verhaftet. Sie legt ein umfassendes Geständis ab und wird - dem Rechtssystem entsprechend - eine Woche lang in eine Zelle gesteckt. Jeden Tag kommt sie in eine andere kleinere Zelle, bis sie am Ende in der letzten, der Zelle 7, hingerichtet werden soll. Über ihren Tod entscheidet allerdings kein Richter und auch kein Geschworener, sondern ein Televoting! Wer es sich leisten kann, darf darüber abstimmen, ob Martha leben oder sterben soll. Doch Martha hat ein Geheimnis - und sind die Dinge tatsächlich immer so, wie sie zu sein scheinen? Meine Meinung: Grundsätzlich mag ich Dystopien sehr. Aus dem einfachen Grund, weil es mich immer wieder fasziniert, was ein Autor sich ausdenkt, wie sich eine Welt entwickeln könnte. Seit "Die Tribute von Panem" ist das Genre aber so klischeebeladen, dass man langsam, aber sicher das Gefühl bekommt, dass hier nichts mehr Neues drinsteckt. Dass es aber auch anders geht, beweist Kerry Drewery in "Marthas Widerstand" sehr eindrucksvoll. Denn Martha ist nicht die einzige Heldin dieser Geschichte. Neben ihr werden andere Figuren wie beispielsweise die psychologische Betreuerin Eve Stanton eingeführt, die schon bald Verdacht schöpfen, dass bei diesem Mord nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Auf der anderen Seite steht die Öffentlichkeit, die durch eine show-ähnliche Sendung namens "Death of Justice" gezielt manipuliert wird, das Mädchen zum Tod auf dem elektrischen Stuhl zu verurteilen. Der Schreibstil der Autorin wechselt immer wieder die Perspektive, denn mal wird aus der ersten, mal aus der dritten Person erzählt. Das führt dazu, dass sich die Blickwinkel immer wieder ändern. Am besten haben wir aber die Szenen bei der TV-Sendung gefallen, denn diese werden ähnlich einem Drehbuch erzählt. Die Dialoge der Moderatoren mit ihren Studiogästen werden nur durch Anweisungen und kurze Beschreibungen unterbrochen, damit bekommen diese Szenen fast den Charakter einer Live-Übertragung. Gerade die Dialoge sind es auch, die meiner Meinung nach die ganz große Stärke dieses Buchs ausmachen. Denn gerade Martha stellt viele kluge Fragen, die es wert sind, dass man sich aus Leser Gedanken macht. Wie sieht es mit der Macht der Medien aus? Wie werden Menschen manipuliert? Warum hinterfragen so wenige dieses Rechtssystem? Denn dass auch dieses System Fehler hat, erschließt sich dem Leser schon ziemlich bald. Dies ist meiner Meinung nach auch vielleicht das einzige, was man dieser Geschichte vielleicht negativ ankreiden kann. Denn ich hatte schon recht früh ein Gefühl dafür, was im Hintergrund abgelaufen ist. Da es allerdings ein Jugendbuch ist, denke ich nicht, dass man dies der Autorin wirklich zum Vorwurf machen kann. Aber kommen wir zu den positiven Dingen zurück: Erfrischend anders ist auch die Liebesgeschichte, denn Martha hat bereits einen Freund zu dem Zeitpunkt, wo die Geschichte beginnt. In Rückblenden erfährt der Leser, wie es zum Kennenlernen kam und wer er ist. Wunderschön, aber auch traurig sind hier vor allem die Szenen im Gefängnis, wo sich Martha darüber Gedanken macht, ob sie ihn noch einmal sehen wird, noch einmal mit ihm reden wird, das trieb mir vor allem am Ende tatsächlich ein klein wenig die Tränen in die Augen ... Der Schluss selbst rief ein paar zwiespältige Gefühle in mir hervor, denn einerseits ist die Geschichte abgeschlossen, andererseits auch wieder nicht. Als Cliffhanger würde ich das Ende nicht sehen, aber es bleiben einige Fragen offen. Ursprünglich war wohl gedacht, das Buch als Einzelroman zu veröffentlichen, in der Zwischenzeit ist aber eine Fortsetzung angekündigt worden. Mein Fazit: "Marthas Widerstand" ist für mich eine Dystopie, die sich wohltuend aus der Menge der übrigen Bücher in diesem Genre abhebt. Im Gegensatz zu vielen Autorinnen verlässt die Autorin die gewohnten Bahnen und schafft es gekonnt, eine spannende Geschichte zu erzählen UND viele Fragen zu stellen, die den Leser nachdenklich werden lassen.
Mich konnte das Buch leider überhaupt nicht überzeugen! Ich mochte die Idee total, aber die Umsetzung und der Schreibstil waren absolut nicht meins ... Es wirkte alles sehr gekünstelt & distanziert. Die letzten Seiten habe ich nur noch überflogen, ich glaube das sagt alles ...! :/
Wow. Einfach nur wow. Ich war von diesem Buch so begeistert, dass ich bis heute meine Gedanken nicht in Worte fassen kann. Es war einfach unglaublich wie die Autorin hier eine dystopische Welt erschaffen hat die unserer so sehr ähnelt, aber doch ganz anders ist. Auch wenn ich mich erst auf ihren Schreibstil einlassen musste gefiel es mir immer mehr wie sie alles beschrieb. Die Geschichte rund um Martha war rund, durchdacht und spannend bis zur letzten Seite. Teilweise musste ich wirklich in meine Decke beißen, da ich es kaum noch ausgehalten habe. Dieses Buch regt einen aber auch sehr zum nachdenken an. Kaum eine andere Geschichte hat mich so lange nach dem Lesen noch beschäftigt wie diese. Deshalb möchte ich auch gar nicht mehr viel sagen sondern rate nur allen diesem Buch eine Chance zu geben. Es lohnt sich!
Dieses Buch habe ich schon seit Anfang des Jahres sehnschtig erwartet, denn der Klappentext klang einfach grandios. Wir befinden uns in einer Welt, in der das gngige Rechtssystem, das wir kennen, durch ein Fernsehvoting ersetzt wurde. Diese Welt, die dort gezeichnet wurde und die ganze Idee dahinter fand ich wirklich sehr interessant. Ich bin ein bisschen berrascht, dass die Meinungen zu dem Buch tatschlichso weit auseinander gehen. Dem Verlauf der Geschichte knnen wir aus der Perspektive verschiedener Personen folgen. Mitunter sind einige Kapitel in einer Art Interviewform geschrieben, da wir der zugehrigen TV-Show beiwohnen. Ich fand alle Perspektiven sehr interessant und ich konnte wunderbar flssig von Kapitel zu Kapitel lesen. Lediglich das Hervorheben der Sprache einer Person fand ich etwas berflssig. Bei besagter Person wurde eine sehr informelle Schreibweise benutzt und genau so geschrieben, wie die Person eben auch sprechen sollte. Also sehr umgangssprachlich und mit einer Art Dialekt. Ich hatte dann zwar direkt eine Vorstellung im Kopf, aber andererseits strt es mich auch etwas im Lesefluss. Mit unserer Hauptfigur Martha bin ich noch nicht ganz warm geworden, ich fand aber auch generell, dass sie etwas distanziert rberkam. Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen, wenn auch der Plot durchaus schnell vorhersehbar war. Trotzdem hat es mir Spa gemacht das Geschehen zu verfolgen und am Ende wirklich Recht zu behalten, was meine Vorahnung betraf. 'Marthas Widerstand' ist nur der Auftakt einer Reihe und wie zu erwarten bleibt das Ende hier beim ersten Teil sehr offen. Ich hoffe wir mssen nicht zu lange auf den zweiten Teil warten, ich habe gesehen, dass die englische Ausgabe Mitte Juni erscheinen soll. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen. *Rezensionsexemplar
Das Buch hat mich echt enttäuscht. Die Idee war so vielversprechend aber die Umsetzung eine halbe Katastrophe. An einigen Stellen konnte ich nur mit dem Kopf schütteln :/ Mal sehen ob ich noch die Folgebände lese, falls denn welche erscheinen.
Dieses Buch hat mir außerordentlich gut gefallen, ganz besonders diese außergewöhnliche Thematik, die verarbeitet wurde. Wie stark werden wir von den Medien und der Berichtserstattung vorsätzlich beeinflusst? Und gibt es überhaupt eine gerechte Judikative? Viele interessante Frage werden erörtert und manchmal hätte ich den Menschen im Buch gerne die Augen geöffnet und angeschrien, dass sie endlich ihre Augen öffnen sollen! Martha und Co. waren mir sehr sympathisch und auch ihre Logik fand ich sehr ausgeklügelt und weitblickend. Ich mag es, wenn ich Charaktere habe, die nicht nur egoistisch an sich selber denken, sondern auch an die Zukunft und Pläne schmieden, die einem erst mit und mit klar werden. Die Handlung fand ich sehr spannend und sehr gut geschrieben. Die Einteilung nach Zellen fand ich ebenfalls sehr gut gelöst und es hat mir Spaß gemacht, mehr über Martha zu erfahren und zu sehen, welche Problematik und Ungerechtigkeiten diese Form von Rechtsprechung aufwirft. Insgesamt habe ich nichts zu meckern und das Buch hat mir sehr gut gefallen. Nur das Ende war für meinen Geschmack in ein paar Details zu offen und ich hätte mir gewünscht, noch ein wenig mehr zu erfahren.
Das Buch war sehr spannend und teilte eine wichtige Message mit. Durch den ausführlichen schreibstil konnte ich mich gut in die Lage der Protagonistin versetzen.
Das Buch war sehr spannend und teilte eine wichtige Message mit. Durch den ausführlichen schreibstil konnte ich mich gut in die Lage der Protagonistin versetzen.




















