Ein Märchen-Retelling, das ich kaum aus der Hand legen konnte
Ich habe The House Saphir – Die sieben Schlüssel von Marissa Meyer gelesen und dieses Buch ist tatsächlich allein wegen seines wunderschönen Covers bei mir eingezogen. Der eigentliche Kaufgrund war dann aber die Geschichte dahinter, denn es handelt sich um ein Retelling von Blaubart – einem Märchen, das man nur sehr selten als moderne Neuinterpretation findet. Genau deshalb war meine Neugier sofort geweckt. Besonders gefallen hat mir dabei das französische Setting mit seinen Wesen und Legenden aus der traditionellen französischen Folklore. Diese Atmosphäre zieht sich durch das gesamte Buch und verleiht der Geschichte einen ganz eigenen Charme, der sich von vielen anderen Fantasyromanen abhebt. Im Mittelpunkt steht Mallory Fontaine, die Tote sehen kann und Führungen durch das berüchtigte Spukhaus Saphir anbietet. Das Problem dabei ist allerdings, dass sie dazu überhaupt nicht berechtigt ist. Mallory bricht seit ihrer Kindheit in das Haus ein, erzählt Besuchern die düsteren Legenden rund um die Familie Saphir und verdient damit ihr Geld. Genau deshalb wird sie von den Behörden wegen Einbruch und Betrug gesucht und bewegt sich ständig auf dünnem Eis. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Schwester Anaïs, die einen kleinen Hexenladen führt, Tarotkarten legt und gemeinsam mit Mallory von dem Ruf profitiert, den die beiden sich aufgebaut haben. Das Problem ist nur, dass die Schwestern zwar von einer Linie mächtiger Hexen abstammen, selbst aber keinerlei magische Kräfte besitzen. Umso überraschender ist es, als ausgerechnet Armand Saphir, der Erbe der Familie, Mallory und Anaïs auf sein Landgut einlädt. Armand ist überzeugt, dass die beiden ihm helfen können. Denn über den Saphirs liegt seit Generationen ein dunkler Schatten. Sein Vorfahre ermordete vier seiner Ehefrauen, und die Ereignisse von damals prägen die Familie bis heute. Mallory und Anaïs sollen dabei helfen, die Wahrheit hinter den Legenden aufzudecken und den Geist der Vergangenheit endlich zur Ruhe zu bringen. Vor allem Mallory habe ich vom ersten Moment an ins Herz geschlossen. Sie ist schlagfertig, mutig, herrlich unvernünftig und besitzt genau die Art von Humor, die meinen Geschmack trifft. Dass sie sich ohne große Selbstzweifel immer wieder in Situationen manövriert, die objektiv betrachtet eine katastrophale Idee sind, hat für viele meiner Lieblingsmomente gesorgt. Besonders geliebt habe ich dabei ihre Interaktionen mit den Geistern der ermordeten Ehefrauen, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe, weil sie einfach großartig sind, jede auf ihre Art. Gerade diese Szenen haben für unglaublich viele humorvolle Momente gesorgt und waren für mich mit eines der Highlights des Buches. Auch die Geschichte selbst hat mich sehr schnell gepackt. Die Geheimnisse rund um die Familie Saphir, die düstere Vergangenheit des Hauses, die Geister, Legenden und ungelösten Rätsel haben dafür gesorgt, dass ich ständig wissen wollte, wie es weitergeht. Gleichzeitig mochte ich die Mischung aus Mystery, Folklore, Humor und Märchen-Retelling sehr, weil sie sich angenehm von vielen anderen Fantasygeschichten unterscheidet. Besonders schön fand ich außerdem, dass hier nicht die üblichen Fantasywesen im Mittelpunkt stehen, sondern französische Sagen und Legenden aufgegriffen werden, denen man in Büchern deutlich seltener begegnet. Genau das hat die Geschichte für mich noch einmal interessanter gemacht. Dazu kommt, dass das Buch auch optisch ein echtes Schmuckstück ist. Die Gestaltung passt perfekt zur Geschichte und macht das Lesen zusätzlich zu einem kleinen Erlebnis. Für mich war The House Saphir – Die sieben Schlüssel eine spannende, atmosphärische Geschichte mit einer großartigen Protagonistin und einem seltenen Märchen-Retelling, das mich von der ersten Seite an neugierig gemacht hat. Und sollte Marissa Meyer in Zukunft weitere Retellings von eher unbekannten Märchen schreiben, würden diese definitiv auf meiner Wunschliste landen. Gerade weil Blaubart so selten neu interpretiert wird, hoffe ich sehr, dass dies nicht ihr letzter Ausflug in diese Richtung war.

























































![📖 Sehr kurzweiliges, bildgewaltiges Buch mit sehr seichtem, nicht zu aufdringlichen Romance-Anteil und vielen liebenswürdigen Charakteren 📖
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