Victor Hugos großartiges Werk in schönem Gewand
Diese Schmuckausgabe ist wahrlich eine Perle. Wunderschöne Illustrationen zieren die Seiten und verleihen der Geschichte zusätzlich noch mehr Charme und Tiefgang.
Victor Hugos großartiges Werk in schönem Gewand
Diese Schmuckausgabe ist wahrlich eine Perle. Wunderschöne Illustrationen zieren die Seiten und verleihen der Geschichte zusätzlich noch mehr Charme und Tiefgang.
Eine Geschichte wie ein historischer Spaziergang, auf dem man nicht anders kann, als an jedem einzelnen Schauplatz betroffen stehen zu bleiben und einen Moment zu verharren. Victor Hugo stellt uns feinsinnig, aber ungeschönt die Gesellschaft des spätmittelalterlichen Paris vor.
Im Vorhinein habe ich vieles über diesen Weltklassiker gehört; insbesondere, dass Hugos tendenziell etwas ausschweifender Schreibstil schwerfällig zu lesen und die gesamte Geschichte immens bedrückend sei. Letzterem stimme ich zu. Es ist ein zutiefst berührendes und zugleich verstörendes Werk über Ausgrenzung und menschliche Willkür. An kaum einer aufgrund ihrer Entscheidungsmacht gesellschaftlich bedeutsamen Instanz wird hier ein gutes Haar gelassen; besonders die Rechtsprechung des spätmittelalterlichen Frankreichs, aber auch das durchschnittliche Bürgertum, welches scheinbar nicht nach Gerechtigkeit, sondern stets nach größtmöglicher Unterhaltung auf Kosten der Menschenwürde lechzt, werden hier auf erschreckende Art und Weise portraitiert. Mit Esmeralda und Quasimodo lernen die Leser:innen zwei außergewöhnliche Charaktere kennen, denen ihre sogenannte, an äußeren Kriterien gemessene "Andersartigkeit" in genau dieser sozialen Umgebung zum Verhängnis wird. Das Buch hinterlässt mich traurig und bewegt. Aber: Hugo versteht es, die Erzählung so bildhaft und greifbar auszuschmücken und mit allerhand historischem Hintergrundwissen zu unterfüttern, dass es mir eine Freude – und keine anstrengende Notwendigkeit – gewesen ist, in diese einzutauchen. Dazu muss ich sagen, dass das Buch nicht durch und durch schwer und ernst ist. Die Rahmengeschichte und die geschilderten Bedingungen sind es definitiv, aber es gibt auch Figuren, die eine gewisse Leichtigkeit und sogar Komik mit hineinbringen, die zumindest an mancher Stelle einen kleinen Ausgleich schafft. Das soll aber die Tatsache nicht schmälern, dass es sich insgesamt um einen stark gesellschaftskritischen und alarmierenden Roman handelt. Wer bislang den gleichnamigen Zeichentrickfilm im Sinn hat (so wie ich vorher), dem empfehle ich, die Originalgeschichte kennenzulernen – denn sie unterscheidet sich bedeutend. Zum Abschluss noch einige Worte zur Aufmachung: Die wunderschön gestaltete Ausgabe mit den detailreichen Illustrationen wertet das gesamte Leseerlebnis noch weiter auf. Dank dieser ästhetischen Rahmung hat sich das Vorankommen in der Geschichte für mich nie stockend angefühlt, die gestalterischen Elemente lockern das Ganze angenehm auf. Insgesamt bin ich dankbar, diese Geschichte nun zu kennen. Sie hat unmittelbar dazu geführt, nach jedem Kapitel innezuhalten und auch über das Geschilderte sprechen zu wollen. Es ist ein wichtiges und aus meiner Sicht thematisch (leider) zeitloses Buch, die darin geschilderten Missstände lassen sich vielfältig übertragen. Es hat definitiv aufrüttelnden Charakter, bleibt gerade deshalb aber auch im Gedächtnis.

Wunderschön illustriertes Buch mit einer tiefgründigen und wichtigen Geschichte, die sich für mich etwas langatmig angefühlt hat.
Wer die Geschichte nur aus der Disney-Version kennt, wird von diesem Buch definitiv überrascht sein – denn Victor Hugos Original ist deutlich düsterer, ernster und tiefgründiger, als man vielleicht erwartet. Gerade diese Schwere macht das Werk thematisch unglaublich interessant und wertvoll. Es behandelt große Fragen rund um Gesellschaft, Ausgrenzung, Moral und Menschlichkeit – ein Klassiker, den ich grundsätzlich jedem ans Herz legen würde. Trotzdem muss ich sagen, dass ich mit Victor Hugos Erzählstil nicht ganz warm geworden bin. Er schreibt sehr ausführlich und verliert sich oft in detailreichen Beschreibungen von Orten und Hintergründen. Das trägt zwar zur Atmosphäre bei, hat für mich aber häufig den Lesefluss gebremst. Besonders der Einstieg in die Geschichte hat sich dadurch ziemlich gezogen. Hinzu kommt, dass viele französische Namen vorkommen, die nicht immer leicht zu merken sind und teilweise später gar nicht mehr richtig aufgegriffen werden. Das hat es mir gerade am Anfang zusätzlich erschwert, in die Geschichte hineinzufinden. Im weiteren Verlauf wurde es für mich jedoch deutlich besser: Die Handlung gewinnt an Spannung, die Figuren entwickeln sich weiter, und ich wollte irgendwann unbedingt wissen, wie alles ausgeht. Das Ende ist dabei alles andere als leicht – kein klassisch „schönes“ oder zufriedenstellendes Finale. Stattdessen bleibt es nachdenklich, fast schon bedrückend zurück. Aber genau das passt letztlich sehr gut zu dieser Geschichte. Fazit: Ein inhaltlich starkes, düsteres und bedeutendes Werk, das jedoch durch seinen sehr ausschweifenden Erzählstil nicht ganz leicht zugänglich ist. Wer sich darauf einlässt, wird aber mit einer eindrucksvollen und nachhaltigen Geschichte belohnt.

Berührender und trauriger Klassiker!
Ich hab mich mal wieder an einen Klassiker getraut und bin ein bisschen fassungslos... Wie so viele kenne ich nur die Disney Adaption zum Glöckner von Notre Dame und habe diese geliebt, daher auch der Wunsch das Original zu lesen und das war eine kleine Achterbahnfahrt. Der Schreibstil von Victor Hugo ist außergewöhnlich, sehr emotional und sehr detailverliebt. Die Geschichte ist in mehrere Großkapitel unterteilt mit verschiedenen Schwerpunkten, und sehr gesellschaftskritisch. Für mich das emotionalste Buch des Jahres, sehr rührend und v.a. traurig, in so vielen Bereichen. Die Schmuckausgabe ist wunderschön gestaltet und ein echter Hingucker, allerdings hab ich irgendwie den Verdacht, dass es sich um eine etwas gekürzte Version. Große Leseempfehlung für alle die Klassiker mögen!

Eine durchaus ansehnliche Schmuckausgabe, jedoch leider eine stark gekürzte Version des Originals.
Ich habe mir wieder selbst bestätigt, dass ich Tragödien nicht mag, weil sie mir zu überspitzt sind. Zusätzlich handelt es sich zwar um eine sehr schöne Schmuckausgabe, aber das Werk ist stark gekürzt und umgeschrieben, sodass ich viele meiner Lieblingszitate vermissen musste. Zum Werk selbst: Schon erstaunlich wie wenig Handlung - die auch stark vorhersehbar ist - auf so vielen Seiten verfasst werden kann, wenn der Fokus auf detailreiche Darstellungen, Gesinnungszuordnungen und hintergründige Zusammenhänge gepaart mit einer Menge Gesellschaftskritik gelegt wird.
Dieses Werk zeigt einmal mehr, was für ein herausragender Schriftsteller Victor Hugo war, auch wenn er einen Hang zu ausufernden Beschreibungen hatte... Doch man wird belohnt, wenn man sich darauf einlässt... eine tragische Geschichte, aus der niemand so heraus geht, wie er begonnen hat.