Origineller Reihenstart um eine Gruppe ungleicher Jugendlicher - Ein Buch über Freundschaft, Abenteuer, neue Wege
Was passiert, wenn du die Seiten aufschlägst? Berlin, Hamburg, Neapel, Wien … und jetzt: Rottloch. Soll das ein Witz sein? Joshuas Mutter ist eine erfolgreiche Künstlerin, die auf der Suche nach neuen Inspirationen häufig umzieht. Joshua hat sich daran gewöhnt, nirgendwo richtig dazuzugehören. Warum Freunde finden, wenn man in ein paar Monaten ohnehin wieder weg ist? Und nun also ab in ein Kuhdorf, in dem 8-Jährige Traktor fahren. Was hat sich seine Mutter nur dabei gedacht?Doch diesmal kommt es anders. Die neue Schule startet das Schuljahr mit einem absolut verrückten Projekt: Die Jugendlichen sollen in kleinen Gruppen mehrere Tage im Wald verbringen. Mit Übernachten. Und ohne Erwachsene. Und so macht sich Joshua mit seinen Mitschülern Nico, Koray, Nina und Nasrin auf in die Wildnis – und erlebt ein echtes Abenteuer. Wie bin ich auf das Buch gekommen? Ich bin als Deutschlehrer immer wieder auf der Suche nach Jugendbüchern, die meine Schülerinnen und Schüler für das Lesen begeistern. Die Aufmachung des Buches und die Idee eine Buchreihe zu starten und in jedem Band eine andere Figur in den Mittelpunkt zu stellen fand ich interessant. Auch der vom Verlag initiierte Hype um den Reihenstart hat mich sicherlich beeinflusst. Was hat mir gefallen? Der Jugendroman bietet eine positive und bestärkende Coming-of-Age-Geschichte. Das Schul-Setting und den pädagogischer Ansatz, Jugendliche unbegleitet auf ein Microabenteuer zu schicken fand ich sehr interessant und spannend. Auch der Humor und die immer wieder aufflackernde Selbstironie der Hauptfigur Joshua hat mir Spaß gemacht. Was könnte besser sein? Insgesamt hat mich der Roman jedoch leider enttäuscht: Die Autorin bietet z.T. Doch einfach zu klischehafte Zusammensetzung der Freundesclique, die Charaktere bleiben insgesamt zu oberflächlich ohne echten Tiefgang, Probleme im Elternhaus, der Erziehung, der Religion werden nur angerissen und nie tiefergehend diskutiert. Die Story bleibt insgesamt schwach, bei mir kam zu keinem Zeitpunkt eine echte Spannung auf. Jugendsprache in Literatur ist immer eine schwierige Angelegenheit: für mich gelingt der Autorin keine glaubwürdige und originelle Jugendsprache. Insgesamt glaube ich, dass die jugendlichen Leser kaum Neues erfahren, die Geschichte gibt für mich zu wenig Impulse für eine echte Auseinandersetzung mit anderen Lebenswelten oder Lebensauffassungen, was ich mir gewünscht hätte. Wer sollte den Roman lesen? Wer Interesse an Coming-of-Age-Geschichten in einem originellen Setting hat und Lust auf ein einem unkomplizierten Leseabenteuer hat, kann zu diesem Roman greifen. Ich war jedoch leider insgesamt eher enttäuscht.




















