28. Juli
Rating:4.5

Ich werde Moltebeeren danach nie wieder vergessen…

Das Cover finde ich sehr schön gewählt, es passt sehr zur Hauptfigur des einen Teils der Geschichte - der siebzehnjährigen Siv. Gleichzeitig verkörpert es gut die schwedische Natur und das verrinnende an dieser Geschichte. Die Geschichte selbst ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt. Einer davon spielt in 1938 und begleitet Siv, die eigentlich Lehrerin werden wollte, dann aber aus der Schule genommen wird, damit sie arbeiten kann. Ihr Vater vermittelt ihr den Job als Köchin bei den Waldarbeitern. Der andere Erzählstrang begleitet Eva im Jahr 2022, eine PR-Beraterin, die die Kritiker von der Abholzung eines Waldgebiets überzeugen soll, das sich in ihrer alten Heimat befindet. Ihre Heimat, die auch einmal Sivs Heimat war. Der Erzählstrang in der Vergangenheit ist absolut perfekt gestaltet und würde von mir fünf Sterne bekommen. Die Gegenwart ist dem entgegen eher etwas langweilig aufgebaut, nimmt erst ab der Hälfte des Buchs etwas an Fahrt auf und erreicht zwar nicht das Level des anderen Teils, aber lässt sich zumindest gut anhören. Das Ende ist aber wieder ganz gut gewählt und lässt auf weitere spannende, herzerwärmende und tragische Aufdeckungen in der Familiengeschichte hoffen. Dennoch fände ich ein Buch, indem nur Sivs Geschichte vorkommt, weitaus spannender als diese Zweiteilung. Ich fand ihre Geschichte sehr berührend. Die Vorleserin macht ihre Sache gut, die Stimme ist sehr angenehm.

Wo die Moltebeeren leuchten (Die Norrland-Saga 1)
Wo die Moltebeeren leuchten (Die Norrland-Saga 1)by Ulrika LagerlöfHörbuch Hamburg