2. Juni
Rating:4

Nichts für zart Besaitete

Karen Inge Nielsen hat mit ihrem Thriller "Niemand hört dich" die Reihe Grenzland um die Ermittler Mads Lindstrom (Dänemark) und Thomas Beckmann (Deutschland) gestartet. Der Thriller ist richtig spannend, aber in Teilbereichen sehr brutal und detailliert. Lindstrom ist ein guter und sympathischer Ermittler, Beckmann hingegen der brummige Gegenpart. Typisch deutsch? An der Küste von Nieby wird eine Leiche gefunden, die als Dänin identifiziert wird. Alles deutet auf einen Serientäter hin, als Parallelen zu einem älteren Fall ans Licht kommen. Ein weiteres Mädchen verschwindet und Mads Lindstrom versucht alles, dieses Mädchen zu retten. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Ich war sofort mitten im Geschehen und habe spekuliert, wer der Mörder sein könnte. Die Figuren sind gut gezeichnet, Mark Bremer verleiht ihnen mit seiner Stimme Lebendigkeit. Die Spannung steigt von Kapitel zu Kapitel bis zum -für mich überraschenden- Ende.. Für zartbesaitete Leser:Innen ist der Krimi wohl zu brutal, die Schilderungen der Opfer sind grausam und teilweise auch etwas zu lang. Mir hat der Thriller trotzdem so gut gefallen, dass ich auch den zweiten Teil lesen oder hören werde. Wer Chris Carter mag, wird auch diese Thriller mögen! Eine Leseempfehlung an alle Thrillerfans, denen Brutalität nichts ausmacht und gute 4 Sterne! Vielen Dank an @netgalleyde und Hörbuch Hamburg für das Rezensionsexemplar!

Niemand hört dich (Grenzland 1)
Niemand hört dich (Grenzland 1)by Karen Inge NielsenOSTERWOLDaudio
27. Apr.
Rating:4

Der Thriller "Niemand hört dich" von Karen Inge Nielsen entführt uns in das düstere Grenzland zwischen Dänemark und Deutschland, wo grausame Morde das Ermittlerduo Mads Lindstrøm und Thomas Beckmann auf eine gefährliche Spur führen. Karen Inge Nielsen, geboren 1978 in Dänemark, ist Bioanalytikerin und eine talentierte Thriller-Autorin. Ihre düsteren Geschichten entstehen in der Abgeschiedenheit ihres Büros, umgeben von der Stille der Natur. Worum geht's genau? Die Geschichte beginnt mit der Entdeckung einer Leiche an der Küste von Nieby. Die tote Frau wird als vermisste Dänin identifiziert, und Mads Lindstrøm wird nach Kiel geschickt, um sie zu identifizieren. Schnell stellt sich heraus, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt: Weitere Morde deuten auf einen Serienkiller hin, der auf beiden Seiten der Grenze mordet. Der deutsche Kommissar Thomas Beckmann zweifelt jedoch an dieser Theorie, doch Lindstrøm setzt alles daran, den Täter zu finden und das nächste Opfer zu retten. Meine Meinung Ich habe das Buch als Hörbuchrezensionsexemplar erhalten. Von Anfang an war ich gut in die Geschichte eingetaucht, und der spannende Prolog hat mich sofort gepackt. Mark Bremer, der Sprecher, hat eine angenehme Stimme, die perfekt zu der düsteren Atmosphäre des Thrillers passt. Mit einer Spielzeit von nur 7,5 Stunden lässt sich das Hörbuch schnell durchhören, was den Einstieg sehr angenehm macht. Die Charaktere sind grundsätzlich sympathisch, vor allem der Hauptkommissar Mads Lindstrøm, auch wenn man nicht allzu viel über das Privatleben der Ermittelnden erfährt. Lindstrøm, der eigentlich im Urlaub sein sollte, wird seeeehr kurzfristig (!) von seinem Chef abgezogen, um in diesem schwierigen Fall zu ermitteln. Diese Dynamik sorgt für zusätzliche Spannung, weil man spürt, wie sehr der Fall ihn unter Druck setzt. Ich fand den Thriller insgesamt ziemlich solide. Der Fall ist spannend aufgebaut, und die Ermittlungen werden intensiv vorangetrieben. Was mir jedoch nicht gefallen hat, waren die sehr expliziten Gewaltdarstellungen an Kindern und Frauen. An dieser Stelle möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen, da diese Darstellungen sehr unangenehm sein können und nicht für jede:n geeignet sind. Für mich war das an manchen Stellen nur wirklich schwer zu ertragen und ich höre Krimis und Thriller sonst sehr gerne. Ein weiterer Kritikpunkt ist das abrupt wirkende Ende. Die Auflösung der Morde und die „Verhaftung“ des Täters wird in wenigen Sätzen abgehandelt, und man erfährt kaum etwas über die Hintergründe der Taten. Auch wenn es sich hierbei um den ersten Teil einer Trilogie handelt, fand ich diesen Abschluss unbefriedigend. Ich verstehe, dass es noch weitergeht, aber das Ende wirkte im Vergleich zu anderen Thrillern doch eher wenig ausgereift und ließ mich mit vielen offenen Fragen zurück - die wenigstens (so hoffe ich) im zweiten Teil dann zufriedenstellend beantwortet werden. Die Reihe werde ich jedenfalls weiterverfolgen. Fazit Insgesamt ist "Niemand hört dich" ein solider Thriller mit einem gut aufgebauten Fall und sympathischen Charakteren. Dennoch muss ich wegen der expliziten Gewaltdarstellungen und des abrupten Endes, das ohne Erklärung bleibt, einen Stern abziehen. Ich vergebe daher 3,5 von 5 Sternen. Wer auf düstere, spannungsgeladene Thriller steht, wird dennoch auf seine Kosten kommen.

Niemand hört dich (Grenzland 1)
Niemand hört dich (Grenzland 1)by Karen Inge NielsenOSTERWOLDaudio
12. März
Rating:3

Rezension zum Hörbuch: Niemand hört dich von Karen Inge Nielsen Klappentext: "Es ist früher Morgen, als an der Küste von Nieby eine Leiche gefunden wird. Die Tote entpuppt sich als vermisste Dänin, und der Ermittler Mads Lindstrøm wird zur Identifizierung nach Kiel geschickt. Dort hat die Gerichtsmedizin eine erschütternde Entdeckung gemacht: Spuren an dem toten Mädchen deuten darauf hin, dass sie nicht das erste Opfer eines bestialischen Mörders ist. Eines Mörders, der auf beiden Seiten der Grenze tötet. Obwohl der deutsche Kommissar Thomas Beckmann von der Theorie eines Serienkillers nicht überzeugt ist, stürzt sich Mads Lindstrøm in den Fall. Als ein weiteres Mädchen verschwindet, ist er bereit, jedes Mittel einzusetzen, um sie zu retten." Meine Meinung: Ein interessanter Thriller mit einigen Schwächen. Niemand hört dich beginnt sehr spannend mit dem grausamen Mord eines jungen Mädchens und wird anschließend aus wechselnden Perspektiven erzählt. Mal findet man sich in der Rolle des Ermittlers wieder, dann durchlebt man furchtbare Szenen aus Perspektive der Opfer. Die Beschreibungen sind dabei sehr detailliert und brutal, definitiv nichts für schwache Nerven. Der Sprecher des Hörbuchs passt sich dabei perfekt der Handlung an und erzählt mir ruhiger, angenehm gleichtöniger Stimme. Dennoch wollte mich die Geschichte nicht so recht packen. Zum Einen hatte ich Probleme mit den Charakteren. Es kamen teilweise sehr sehr viele Namen in recht kurzer Zeit ins Spiel. Ich kann nicht sagen, ob es möglicherweise auch an den teils dänischen Namen lag, aber aufgrund der Handlungssprünge, wusste ich zeitweise nicht mehr, um welche Figur es in manchen Situationen ging. Zudem fehlte mir einfach ein Portrait des Täters. Man erfährt kaum etwas über seine Person oder seine Beweggründe und auch am Ende wird alles sehr abprupt aufgelöst ohne nochmal auf das "Warum" einzugehen. Leider hätte dies für mich zur Geschichte dazugehört, um das Gesamtbild abzurunden. Ich für meinen Teil konnte zumindest ab etwa der Hälfte erahnen, wer der mögliche Täter ist und somit war die Spannung nur durch Brutalität und offene Fragen nicht aufrechtzuerhalten. Niemand hört dich erhält von mir 3 von 5 Sterne.

Niemand hört dich (Grenzland 1)
Niemand hört dich (Grenzland 1)by Karen Inge NielsenOSTERWOLDaudio