15. Mai
Rating:3.5

Ein ruhiges, nachdenkliches Buch über Schuld, Erinnerung und die Frage, wie gut man einen Menschen wirklich kennt. Ferdinand von Schirach schreibt wie gewohnt klar und nüchtern, wodurch die Geschichte gleichzeitig distanziert und bedrückend wirkt. Manche Stellen haben mich sehr zum Nachdenken gebracht, auch wenn mir emotional etwas Tiefe gefehlt hat. Insgesamt ein interessantes, philosophisches Buch, das eher durch seine Gedanken als durch Spannung überzeugt.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
4. Mai
Rating:4

Schirach zwischen Kunsthistorie und Stephen King

In zahlreichen Kurzgeschichten schaffst es Schirach mit seiner einzigartigen Schreibweise auf wenigen Seiten Tiefe und emotionale Verbundenheit in seine Erzählungen zu packen. Mehrmals habe ich das Buch beiseite legen müssen um das Gelesene zu verarbeiten und moralische Fragen für mich selber zu beantworten. Dies gelingt dem Autor mehrmals eindrucksvoll und hat mir sehr imponiert. Einen roten Faden wie in seinen anderen Werken wie „Schuld“ und „Strafe“ lässt sich für mich jedoch schwer finden. Zu häufig springen die Schwerpunkte und Stimmungen im Buch hin und her. Hier ein sadistischer Rachefeldzug mit viel Horror, dort ein fragwürdiger Denkanstoß zum Nahost-Konflikt und mittendrin ganz viele Anekdoten zu Literatur, Musik und Kunst. Schirach bleibt weiterhin einer meiner Lieblingsautoren aus dem deutschsprachigen Raum, auch wenn er mit diesem Werk ein wenig zu viel will und nicht an das Niveau vorheriger Bücher anknüpfen kann.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
26. Apr.
Rating:5

Nachdem mich mein letztes Buch von Ferdinand von Schirach (Kaffee und Zigaretten) etwas enttäuscht hat, hat mich „Der stille Freund“ wieder total abgeholt. Dieses Mal habe ich mich an ein Hörbuch gewagt und habe mir quasi das Buch vom Autor persönlich vorlesen lassen. Jede Kurzgeschichte hat mich zum nachdenken und innehalten bewegt. Der Tod ist in diesem Buch allgegenwärtig. Mal brutal und mal sanft. Manche der Geschichten sind nicht für zarte Gemüter geeignet und lassen einen dicken Klos im Hals zurück. Ich werde mir das Buch zum Hörbuch auf alle Fälle holen und noch einmal für mich lesen.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
24. Apr.
Rating:4

Krasses Buch

Das Buch wurde mir in meiner Buchhandlung empfohlen. Sie sagte nur, dass die Bücher von Ferdinand von Schirach immer etwas nachhallen. Ich hatte keine Erwartungen an das Buch. Ich habe vom Autor noch kein Buch gelesen. Es ist mir in der Buchhandlung schon mal aufgefallen. Das Cover gefällt mir ganz gut, aber der Klappentext verrät nichts. Als ich anfing zu lesen, war ich zuerst etwas verwundert, weil ich keinen Zusammenhang sah. Da fiel mir auf, dass es eine Sammlung von Kurzgeschichten ist. Das Thema TOD zieht sich durch alle Kurzgeschichten. Einige Geschichten sind, für zarte Seelen, wie mich, doch verstörend. Jede Kurzgeschichte hallt extrem nach. Ich habe sogar geträumt, dass ich in einem Hotel mit Toten eingesperrt bin und nicht entkommen kann. Es war ein furchtbarer Alptraum. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Man sollte das Buch nur lesen, wenn man mental stabil ist. Wer von euch kennt den Autor und hat schon einiges von ihm gelesen? Schreibt er immer so düster?

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
12. Apr.
Rating:4

Etwas zum Nachdenken

📖 Dieses Buch ist keine zusammenhängende Geschichte, sondern ein Konglomerat verschiedener Kurzgeschichten, die teilweise Essay-Charakter haben. Dennoch ziehen sich einige Themen wie ein roter Faden durch die einzelnen Geschichten: Moral, Zufall, Schuld und auch die Frage und Suche nach dem (Lebens)Glück. 💫 „Der stille Freund“ ist mein erstes Buch von Ferdinand von Schirach und deshalb wusste ich nicht im Detail, was mich erwartet. Das seine Werke immer einen tieferen Sinn haben und sich mit Lebensfragen und moralischen (Gedanken)Konstrukten auseinandersetzen, war mir allerdings im Vorfeld bekannt. Eben weil er nicht einfach nur eine Geschichte erzählt, sondern auch immer eine tiefere Bedeutung einbaut, fand ich es sehr gut, dass es mehrere Geschichte waren. Dadurch konnte ich am Ende jeder einzelnen Erzählung in mich gehen und über den Sinn nachdenken. Die ein oder andere Geschichte hat mich beim Lesen wirklich wütend gemacht, um mich dann am Ende mit der Frage „Wie würde ich handeln“ zurückzulassen. Zwischen den Zeilen muss man sich die Botschaften und Lehren rauslesen bzw. Erarbeiten, dadurch werden die eigenen Ansichten und Moralvorstellungen gerne mal auf den Kopf gestellt. Beeindruckend ist auch die Vielfalt an Erzählungen, die uns der Autor in diesem Buch gibt. Völlig fasziniert bin ich von der Fähigkeit mit wenigen Worten eine dichte Atmosphäre zu schaffen und dabei dennoch eine Distanz zum Geschehen zu wahren.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
4. Apr.
Rating:5

Wo von Schirach drauf steht, ist (meistens) auch von Schirach drin

„Ich bin Schriftsteller, ich schreibe nur Geschichten“, sagt Ferdinand von Schirach mit einer subtil gesetzten Note eines süffizienten Understatements. Mehr als 10 Millionen verkaufte Bücher zeigen, dass seine Geschichten ankommen. Sie haben ihn reich und zur Cashcow seiner drei Verlage gemacht (Luchterhand, btb, Penguin). Übersetzt in mehr als 30 Sprachen ist er zu einem globalen Erfolgsautor geworden. Verdientermassen? Das kann man wohl guten Gewissens bejahen. Neben Romanen und Theaterstücken sind es vor allem seine Kurzgeschichten, die zu seinem Erfolg beigetragen haben. Diesem bewährten Rezept folgt er nun auch in „Der stille Freund“. Wie in früheren Bänden erzählen seine Geschichten von kleinen und großen gesellschaftlichen Ereignissen und Wendungen, vom Tod und von Verbrechen, von persönlichen Erlebnissen. Sehr oft fragt man sich: Sind diese Plots fiktiv oder entstammen sie wirklich dem reichhaltigen Füllhorn des von Schirachschen Lebens? Lag ihm beim Schreiben ein Thema am Herzen und er erfand eine Story dazu oder gab es die Story wirklich und er pointierte die ihm wichtige Message? Es ist nicht festzumachen und spielt im Grunde auch überhaupt keine Rolle. Genauso unmöglich ist es, den Geschichten einen gemeinsamen Nenner, ein verbindendes Element zuordnen zu wollen. Zu vielfältig sind die Themen, die Handlungen, die Schauplätze und die Protagonisten. Nur eines zieht sich durch alle Erzählungen - sie sind durchweg exzellent recherchiert und sind von Ferdinand von Schirachs breitem Wissen und seinen vielfältigen Leidenschaften durchdrungen. Während sein Schreibstil manchmal - der nüchterne Jurist wirft seine Schatten – eher sachlich und sehr stringent imponiert und das Szenenbild gelegentlich eher spröde rüberkommt, führen die Exkurse und Interludien zu einem literarischen Niveausprung. Der Autor brilliert mit Details zu Literatur und Musik, Architektur und Kunst, ohne üppig-schwülstig zu werden, aber ausreichend, um eine ganz spezifische Atmosphäre zu schaffen. Unverkennbar auch die Liebe von Schirachs zur Philosophie, die immer und überall aufblitzt, aber gerade in der ersten Geschichte, die dem Buch den Namen gab, in geballter Form kontrovers ausgemalt wird. Die Protagonisten der Kurzgeschichte werden zu Stellvertretern in einer Grundsatzdiskussion über Religionen und Mythen, über philosophische Dispute von Platon bis Kant im Abgleich zu rationalen Naturwissenschaften, bei denen in letzter Konsequenz aber Glaube dann doch auch wieder eine Rolle spielen kann. Gerade diese Episoden sind es, derer wegen sich von Schirach manchmal den Vorwurf gefallen lassen muss, er sei zu moralisierend. Natürlich ist er schon von Berufs wegen gewohnt, darüber zu entscheiden, was er für richtig und was für falsch hält (imponierend in diesem Zusammenhang seine Fakten zum Hamas-Überfall). Allerdings muss man ihm ehrlicherweise zugestehen, dass er in all seinen Geschichten eher Denkanstöße setzt, Impulse adressiert. Was sie selbst dann daraus machen, welche Meinung sie zum einen oder anderen haben, müssen die Leser selbst entscheiden. Deshalb ist es ein lesenswertes Buch, das unterhält, aber vor allem oft nachdenklich macht. Bis zu einem gewissen Grad, denn wie von Schirach selbst schreibt: „Fragen nach dem Sinn sind Kinderfragen. Es gibt keine Regeln. Nur Staunen und Geschichten“. Ob auch das wieder Understatement ist, muss jeder Leser ebenfalls selbst entscheide

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
30. März
Rating:5

Stille Geschichten mit großer Wucht

Mit „Der stille Freund“ beweist Ferdinand von Schirach einmal mehr seine unverwechselbare erzählerische klare, reduzierte und beinahe kühle Handschrift, die gerade deshalb von umso größerer emotionaler Wucht ist. In diesem schmalen Band entfalten sich Geschichten, die wirken, als trügen sie ganze Biografien in sich. Schirach nähert sich seinen Figuren mit der Präzision eines Strafverteidigers und der Sensibilität eines Literaten. Der Tod ist dabei kein bloßes Motiv, sondern ein stiller Begleiter, der manchmal unausweichlich, manchmal abrupt und oft erschütternd beiläufig kommt. Doch gerade im Angesicht des Endes gewinnen die Figuren eine besondere Lebendigkeit. Ihre Entscheidungen, ihre Brüche und ihre Abgründe treten umso schärfer hervor. Die Erzählungen bewegen sich zwischen historischen Persönlichkeiten, persönlichen Begegnungen und einer reflektierenden Ich-Perspektive. Diese Mischung verleiht dem Buch eine eigentümliche Authentizität. Man liest nicht nur Geschichten, sondern spürt, dass sie aus einer tiefen Kenntnis menschlicher Grenzsituationen heraus geschrieben sind. Schirach gelingt es, mit wenigen Worten ganze Seelenzustände oft in Momenten offenzulegen, die kaum mehr als eine Seite umfassen, aber lange nachhallen. Besonders eindrucksvoll ist, wie der Autor moralische Fragen stellt, ohne sie je eindeutig zu beantworten. Schuld, Zufall, Verantwortung – all das bleibt in der Schwebe und fordert die Leserinnen und Leser heraus, eigene Positionen zu entwickeln. Gerade diese Offenheit macht die Lektüre so intensiv und nachhaltig. Die gelegentliche Brutalität mancher Szenen ist dabei kein Selbstzweck, sondern Teil einer literarischen Wahrhaftigkeit. Sie kann verstören, ja, stellenweise sogar erschöpfen und genau darin liegt ihre Kraft. Dieses Buch verlangt Aufmerksamkeit und Bereitschaft, sich auf Unbequemes einzulassen. Es ist keine Lektüre für zwischendurch, sondern eine, die innehalten lässt und manchmal danach fordert, das Buch aus der Hand zu legen und tief durchzuatmen. „Der stille Freund“ ist ein eindringliches, stilles und zugleich tief bewegendes Werk. Ein Buch, das zeigt, wie viel in der Reduktion liegen kann und wie nah Literatur dem echten Leben kommen darf.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
12. März
Rating:5

Eine bunte Mischung an ergreifenden Geschichten

Ferdinand von Schirach ist ein Meister seines Fachs. Er präsentiert uns wieder Kurzgeschichten, die er auf seine bekannt stilvolle Weise schlicht, objektiv und nüchtern erzählt - für mich in diesem Band auch das ein oder andere Mal mit abrupten Ende. Für meinen Geschmack empfand ich die Geschichte dadurch noch extremer. Bemerkenswert ist in allen seinen Büchern, seine einfache, plausible Art, die Sachlage ohne Subjektivität zu präsentieren und den Leser so extrem emotional zu fordern. Die einzelnen Figuren, Handlungen oder Gegebenheiten beschäftigen einen noch lange danach. Jedes mal wieder eine tolle Leseerfahrung.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
3. Feb.
Rating:5

Eines der besten Bücher , die ich von Ferdinand von Schirach gelesen habe

Die vielen Geschichten, zum Teil selbst erlebt oder mit seinem scharfen Verstand analysiert , klingen noch lange nach. Auch hat dieses Buch viele aktuelle politische Themen, die sich Personen, die mit dem rechten politischen Lager sympathisieren, gerne einmal lesen sollten! Besonders berührt hat mich die Geschichte von Gottfried von Cramm! Für mich ein sehr interessantes und nachdenkliches Buch!

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
2. Feb.
Rating:5

Der stille Freund versammelt kurze Texte, die lose miteinander verbunden sind. Ein Ich-Erzähler führt durch die Stücke: mal als Beobachter, mal als Beteiligter, immer mit einem kühlen, präzisen Blick auf Menschen in Grenzsituationen. Die Erzählungen spielen in unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten: in Gerichtssälen, Hotels, Wohnungen, auf Reisen, in bürgerlichen Milieus. Oft begegnen wir Figuren aus gebildeten, wohlhabenden Kontexten—Richter, Anwälte, Intellektuelle, kultivierte Paare—deren scheinbar kontrolliertes Leben Risse bekommt: eine alte Schuld taucht auf, eine Beziehung zerbricht, ein Unfall oder ein Verbrechen stellt alles infrage. Immer wieder geht es um Schuld, Verantwortung, Verletzlichkeit und Gerechtigkeit: Fälle und Episoden zeigen, wie brüchig moralische Urteile sind und wie begrenzt das Rechtssystem bleibt, wenn es mit komplexen Biografien konfrontiert ist. Innere Monologe und Reflexionen des Erzählers kreisen um die Frage, was ein „gutes Leben“ sein könnte, wenn jeder Mensch Fehler, Versäumnisse und Verstrickungen mit sich trägt. Der „stille Freund“ ist dabei weniger eine konkrete Figur als eine Metapher: die innere Stimme, das Gewissen, das einen Menschen begleitet, wenn er über sein Handeln nachdenkt—oft leise, manchmal quälend, nie ganz verstummend. Die Texte enden selten mit klaren Lösungen; sie lassen Ambivalenzen stehen und überlassen die letzte Deutung den Lesenden.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
28. Jan.
Rating:4.5

Ferdinand von Schirach in Topform. "Der stille Freund" reiht sich wunderschön in Schirachs Corpus von Erzählbänden ein. Er greift bekannte Themen aus seinen vorhergegangenen Werken auf: Kindheitserinnerungen aus dem Internat, Eindrücke und Schatten der verglimmenden europäischen Adelsgesellschaft, verpasste und vermisste Liebesbeziehungen, das Zusammenspiel der Bildenden Künste, Literatur und Musik, die Übereinkunft des Schriftstellers und des Juristen Schirach. Als Leserschaft werden wir erneut in das vertraute Millieu seiner Schriften entführt. Dies tut der Autor mit seiner herrlichen präzisen und sanften Sprache. Von seinem zionistisch / einseitigen Einwurf zum 7. Oktober einmal abgsehen ein äusserst lesenswertes Buch.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
20. Jan.
Rating:5

Mein 1. Schirach

Das war mein erstes Buch, dass ich von Schirach gelesen habe - auf Empfehlung- und das war wirklich eine sehr gute Empfehlung. Die Erzählungen in dem Buch sind sehr unterschiedlich und doch spürt man bei jedem, was dahinter steckt und man lernt die Welt ein bisschen gelber zu sehen. 😊

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
13. Jan.
Rating:4

Ich liebe den weichen, unaufgeregten Schreibstil von Ferdinand von Schirach. Dieser feine, zurückhaltende Ton, der nichts erklärt und doch so viel sagt. Auch in Der stille Freund entfaltet er genau diese Wirkung. In diesem Band erzählt Schirach mehrere Kurzgeschichten, und jede von ihnen klingt, als hätte er sie selbst erlebt. Sie wirken nah, persönlich, beinahe dokumentarisch – und gerade dadurch so eindringlich. Jede einzelne Geschichte hallt nach, auf ihre ganz eigene Weise. Die Erzählungen sind überwiegend traurig, oft machen sie wütend, manchmal auch fassungslos. Und dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – zeigen sie, wie lang und voll ein Leben sein kann. Wie viel sich in scheinbar kleinen Momenten entscheidet, wie viel Ungesagtes zwischen Menschen steht und wie sehr Schuld, Zufall und Einsamkeit miteinander verwoben sind. Der stille Freund ist kein Buch, das man einfach zur Seite legt. Es bleibt. Still, aber hartnäckig.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
10. Jan.
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Rating:4

Wien, Kapstadt, Berlin oder Rom. Dort spielen die Kurzgeschichten. Jede Geschichte ein anderes Thema u.a. berichten sie über Liebe, Kunst, Musik oder Tod. Berühmte Persönlichkeiten lernen die Lesenden kennen. Wie verändert sich das Leben über die Jahre? Ein Schirach nach langer Zeit wieder gelesen. Wer ist der stille Freund? Diese Frage hat mich beim Lesen lange beschäftigt. Ich war auf der falschen Fährte. Zufälligerweise oder bewusst heißt das 1.Kapitel, wie der Titel des Buches. Somit war ich irritiert. Lange dachte ich, der stille Freund ist ein Mensch, wir begleiten ihn durch den Roman & lernen sein Leben/Begegnungen kennen. Jedoch wird der stille Freund in jeder Geschichte neu erfunden. Ist er beobachtend? Ist er passiv aktiv? Ist Schirach selbst der stille Freund, er erzählt von seinen Begegnungen/Zufällen & ist ein guter Zuhörer, der oft im Hintergrund sich aufhält. In dem Buch & durch die Kurzgeschichten & Erzählungen erfahren die Lesenden viele Informationen über seine Vergangenheit/Studienzeit, aber auch über die Gegenwart. Er begegnet berühmte Menschen u.a. Adolf Loos, Egon Friedell oder Gottfried von Cramm. Über alle 3 habe ich neue Informationen erhalten & fand seine Geschichten interessant. Auffallend ist, dass Frauen in den Episoden eine wesentliche Rolle spielen. Sie werden oft wie Göttinnen verehrt. Jedoch wird auch deren Schattenseite dargestellt. Auf Marcel Proust wird öfters referenziert & deren Stil angepasst. Schirach ist Strafverteidiger, aber auch ein Kunstliebhaber, daher ist es nicht weit, dass u.a. Musik, Geschichte, Jura thematisiert wird. Er hat kurzweilige & in sich abgeschlossene Storys geschrieben. Jede Erzählung stellt eine Verbindung zum Buch & dem stillen Freund her. Sie laden aufgrund des nüchternen Schreibstils ein zum Nachdenken & gehen mitunter unter die Haut.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
6. Jan.
Rating:4

Schirachs Kurzgeschichten - auch dieses Mal ein wahrer Lesegenuss

In seinem Buch Der stille Freund berichtet Schirach über einige Begegnungen von Menschen, die teilweise schon lange Freunde sind, sich aber oft nur unregelmäßig sehen und aber dennoch tief miteinander verbunden sind. Besonders berührt hat mich die erste Kurzgeschichte, die auch der Namensgeber für das Buch ist. Hier geht es um einen Schulfreund des Autors Massimo, der auf einer Farm in Namibia lebt, der sich aber sein ganzes Leben mit philosophischen Problemen auseinandersetzt und bei einem Flugzeugabsturz stirbt. Schirachs Geschichten sind oft wie ein psychologisches Kaleidoskop für mich - sie haben Tiefgang und machen nachdenklich auch über das eigene Leben. Man spürt in diesen Geschichten, wie wichtig Schirach tiefe Freundschaften sind, denn wie einige Intellektuelle und Schriftsteller hat er sein Zuhause viel zu früh verlassen müssen und hat einen Großteil seiner Kindheit/Jugend in einem Internat verbracht.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
31. Dez.
Rating:4.5

Klassischer Schirach

Ich liiiebe Schirachs Kurzgeschichten und dieses Buch hat meine Erwartungen voll erfüllt. Zwischen Schönheit, Brutalität, Zerbrechlichkeit und all den anderen menschlichen Erfahrungen berichtet Schirach mit einer glasklaren, angenehmen Sprache. Meine Lieblingsgeschichte war „Tony“ und die mit Klapper, dem begabten Musiker. Achtung: Die zweite Geschichte enthält sehr explizite Gewaltszenen

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
29. Dez.
Rating:5

Eine Achterbahn 🎢 der Gefühle

Ist es schlimm wenn ich sage, dass es mein erstes Buch 📖 von Ferdinand von Schirach war? Aber es ist sicherlich nicht mein letztes Buch 📕von ihm. Ich bin regelrecht eingetaucht in eine fremde Welt, aber auch eine so aktuelle Welt.. und jetzt tauche ich wieder aus dem Buch auf.. was soll ich jetzt machen? Es wirkt noch so nach.. ich bin von mir selbst überrascht 🥰 und kann es einfach nicht erklären, mir fehlen die Worte… Und doch kann ich sagen: Klare Leseempfehlung 🥰

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
26. Dez.
Rating:5

Auf Schirach ist Verlass. Er ist ein Meister der Erzählkunst! Dies in Verbindung mit Respekt vor Menschen und einem guten Gespürt für Situationen und Inhalten vereinen sich in diesem Buch zu Geschichten die unterhalten und mich auch zum Nachdenken angeregt haben. Sehr lesenswert!

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
30. Nov.
Rating:4.5

In Schirachs neuem Werk "Der stille Freund" sind wirklich sehr unterschiedliche Erzählungen in einem Band vereint. Besonders stark fand ich "Spiegelstrafe" und "Tony". Beide Geschichten drehen sich mal wieder um Schirachs Leib- und Magen-Themen Schuld, Kränkung, Strafe. Mal wieder schaut man fasziniert in den Abgrund menschlicher Beziehungen. Die Geschichten haben mich bis zur letzten Zeile gefesselt und am Ende überrascht. Die lakonische Erzählweise in Kombination mit einer extrem gut konstruierten Geschichte sind so typisch für diesen Autor, der auch politisch etwas zu sagen hat, etwa in der Kurzgeschichte "Rechnungen", die die perfide Mordmaschine der NS-Diktatur behandelt oder in "Wirklichkeit und Wahrheit", einer Art Abrechnung mit den sogenannten sozialen Medien, die lt. Schirach weitaus mächtiger sind, als es ein Wahrheitsministerium (siehe "1984" von George Orwell) je sein könnte: "Zu den Massakern am 7. Oktober 2023 in Israel gibt es über 1.500 Zeugenaussagen, über 60.000 Videos - unter anderem von den beschlagnahmten Körperkameras der Terroristen - und zahllose Fotos der Morde, Folterungen und Vergewaltigungen. Trotzdem glauben 90 Prozent der Palästinenser im Gazastreifen und Westjordanland, die Hamas habe in Israel keine Greueltaten verübt." Ein starkes Statement, über das es sich m.E. lohnt, weiter nachzudenken. Auch die wahre Anekdote über die Tennislegende Gottfried von Cramm, einem echten Vorbild für Fairness und Anstand werde ich nicht vergessen. Ein paar der Erzählungen fallen für meinen Geschmack gegen diese Highlights allerdings ein wenig ab, aber vielleicht sind es die eher leisen Töne von Schirach, die mich nicht ganz so mitgerissen haben.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
30. Nov.
Rating:3

Zwischen Genie und Wahnsinn ⭐️⭐️⭐️

Das Buch besteht aus mehreren Kurzgeschichten, die keine Verbindung zueinander haben. Sie handeln von Personen und Ereignissen, die der Protagonist erlebt, kennen gelernt oder gehört hat. Die einzelnen Geschichten sind zwar interessant, aber mich holt das nicht ab, weil sie nicht zusammenhängend sind und es mir dadurch schwer fällt mich zu erinnern, worum es in dem Buch eigentlich geht. Den Buchtitel kann ich nicht zum Inhalt zuordnen.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
23. Nov.
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Rating:4

Mit diesem Band ist Ferdinand von Schirach für mich zu seiner wahren Größe zurückgekehrt. Er ist und bleibt ein Meister der subtilen Erzählkunst. In diesen kurzen, mal zwei oder drei Seiten langen, mal etwas ausgedehnteren Texten spürt man in jedem Wort genau den Autor, wie man ihn kennt: präzise, kühl, nahbar, ohne Pathos – und doch unter der Haut. Ob Fiktion oder nicht: Man nimmt immer etwas mit. Jede dieser Geschichten öffnet eine gedankliche Tür, zwingt innezuhalten und weiterzudenken. Mehr als eine hallt noch lange nach – wie ein stiller Nachsatz, den man nicht loswird. „Der stille Freund“ ist eine dieser seltenen Lektüren, in der das Schweigen zwischen den Sätzen genauso bedeutsam ist wie die Sätze selbst.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
22. Nov.
Rating:4

"Und dann ganz plötzlich wurde ihm klar, dass nur das Lebendige wahr ist, nur das Staunen, nur die Schönheit unserer Welt, dieser eine Moment. Er ging in ein Café, bestellte ein Cornetto, biss hinein und konnte nicht mehr aufhören zu lachen. Massimo nannte diesen Moment später seinen "stillen Freund", zu dem er immer wieder zurückkehren konnte." Ich habe die ganze Zeit überlegt, was dieser Stille Freund ist, wie er in den verschiedensten Kurzgeschichten auftaucht, untergebracht ist oder sich versteckt. Ich glaube der stille Freund ist entweder immer der Hauptprotagonist, der in der Ich-Form schreibt und sich alle Geschichten anhört und aufs Papier bringt. Oder es ist einfach derjenige selbst, dass er den stillen Freund in sich trägt, um Sachen auszuhalten, zu überleben, zu verstehen, zu erkennen. Aber es kann auch derjenige sein, der dir hilft, der im Hintergrund hantiert und du erst im Nachhinein herausfindet, dass er/sie da war. Ich glaube jeder sollte selbst rausfinden, wer, was oder wo der stille Freund auftritt und handelt. Auf alle Fälle gibt es ihn... Es war mein erster Schirach und ich hab keinerlei Vergleichswerte wie seine Romane sonst sind, aber es war eine gute Mischung aus Spannung, Gewalt, Unverständnis und Nachdenken. Ich glaube er hat es geschafft und ich lese noch den ein oder anderen Roman von ihm.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
17. Nov.
Rating:5

Dieses Buch enthält eine Vielzahl von außergewöhnlichen und spannenden Erzählungen zu ganz unterschiedlichen Themen. Den „Stillen Freund“ mal wegzulegen, fiel nicht leicht, da man sich schon auf die nächste Geschichte und deren Pointe freute. Der Text ist – typisch für diesen Autor – parataktisch geschrieben, wodurch von einer sehr klaren und deutlichen – ja fast schon ”sauberen” – Sprache auszugehen ist.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
10. Nov.
Rating:4.5

Kurzgeschichtensammlung Eine leichte Melancholie durchzieht dieses Büchlein, die Themen Rache, Tod, Liebe, Musik und Malerei werden gestreift. Geschichten und Erinnerungen, die zum Nachdenken anregen. Man erfährt was über die pädophile Neigung von berühmten Wiener Architekten oder bekannten Dirigenten, von Selbstmorden bekannter österreichischer Kolumnisten und vom Leben abenteuerlustigen Frauen. Außerdem wird anschaulich dargelegt, was wahren Adel von Neureichtum unterscheidet und was echte sportliche Haltung bei Tennisspielern ist. Anregend

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
3. Nov.
Rating:3.5

Ein typischer Schirach

Der stille Freund ist für mich wieder ein ganz typischer Schirach. Ich mag seinen klaren, ruhigen Stil – man fliegt einfach durch die Seiten, ohne dass es an Tiefe fehlt. Seine Texte haben immer etwas Nachdenkliches, manchmal auch Verstörendes, und genau das gefällt mir so an ihm. Trotzdem muss ich sagen, dass dieser Band für mich nicht zu seinen stärksten gehört. Irgendwie hat mir diesmal ein bisschen die Wucht gefehlt, die manche seiner anderen Bücher haben. Ein paar Texte fand ich aber richtig stark – besonders Unfälle und Fehler. Die beiden haben mich sehr berührt und sind mir im Gedächtnis geblieben. Insgesamt also ein schönes Buch.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
31. Okt.
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Rating:4

DER STILLE FREUND Ferdinand von Schirach ET: 27.8.25 In vierzehn Geschichten bleibt sich Ferdinand von Schirach treu. Er schreibt über Moral, Schuld, Rache und Gerechtigkeit – aber auch über menschliche Existenz und Vergänglichkeit. Wir begegnen Menschen, die einst mitten im Leben standen, Berühmten ebenso wie Stillen, vielleicht auch einem Freund des Autors. Jede Geschichte ist anders: Manche haben mich sofort berührt, andere weniger. Eine erschien mir bizarr, andere wiederum faszinierend und tiefgründig. Doch immer gelingt es von Schirach mit seinem präzisen, minimalistischen Stil, Begegnungen so zu schildern, dass sie nachhallen – ohne zu urteilen. Er verbindet, wie so oft, Realität und Fiktion auf meisterhafte Weise. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die vielen bedeutenden Persönlichkeiten etwas zu präsent waren, und besonders die zweite Geschichte war mir fast zu intellektuell. Dafür gab es aber viele Dialoge und Szenen, die ich unglaublich schön fand. Und ich liebe es, wenn von Schirach plötzlich die Richtung ändert und ein Ende völlig unerwartet kommt. Lasst euch entführen – nach Afrika, an die Côte d’Azur oder nach Berlin – und begegnet seinen Freunden. Bildet euch selbst eine Meinung. Fazit: Ein weiterer von Schirach mit großen Themen, klugen Gedanken und feinen Zwischentönen. Ich habe ihn sehr gerne gelesen. 4/5

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
29. Okt.
Krasse Geschichten
Rating:4

Krasse Geschichten

•Buchrezi• 🤔 Zum Inhalt: Es sind Begegnungen im Leben, die einen nicht mehr loslassen. Freund*innen, die ihre ganz persönlichen Geschichten erzählen. Geschichten, die zu Beginn unscheinbar und völlig normal wirken und sich dann zu etwas entwickeln, womit der/die Zuhörende niemals gerechnet hätte… Es geht ums Erinnern und um Wahrheit und Lüge. Da ist zum Beispiel Cynthia, die die Liebe ihres Lebens trifft und sich in eine leidenschaftliche Beziehung stürzt. Doch sie heiratet jemand völlig anderen, denn es ist etwas passiert, etwas, das ihre einst große Liebe ein Leben lang verfolgen wird … „Der Tod, der Tod, der Tod.“ Damit begann jedes tägliche Telefonat von Astrid Lindgren und ihren Schwestern und damit war das Thema abgehakt. Mein Fazit: Ferdinand von Schirach ist ein begnadeter Autor. Punkt. Ich habe schon einige seiner Bücher geradezu verschlungen, keins davon hat mich enttäuscht. Das Buch beinhaltet mehrere Kurzgeschichten. Manche haben mich direkt ins Geschehen gestürzt, andere haben sich langsam aufgebaut und dann etwas offenbart, womit ich nicht gerechnet habe. Das ist meiner Meinung nach auch Schirachs großes Talent: Ich kann nie voraussehen, wie die einzelnen Geschichten enden werden, und bin jedes Mal wieder überrascht und verblüfft. Gerade die erste Geschichte, „Spiegelstrafe“, die so philosophisch beginnt und dann mit einem Knall endet, hat mir wahnsinnig gut gefallen. Einen Stern ziehe ich ab, weil mir bis heute die Geschichten aus dem Buch „Verbrechen“ nicht aus dem Kopf gehen. Das bleibt mein unangefochtenes Highlight von Schirach. ⭐️⭐️⭐️⭐️ von fünf ⭐️nen!

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
26. Okt.
Rating:5

Ein Buch das meine Persönlichkeit schärft

Mein schönster Schirach, bis jetzt. Ich weiß nicht warum, aber dieses Buch bewirkt was in mir. Viele kleine Lebensgeschichten die nicht belehren, aber zum Nachdenken anregen. Das Buch werde ich wohl mehrmals lesen und ich weiß, jedesmal wird mich eine andere Geschichte ansprechen. Ich mag die Bezeichnung „der stille Freund“ sehr. WOW! Danke!!

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
18. Okt.
Rating:5

Beeindruckende Geschichten, die lange nachwirken

Ferdinand von Schirach schreibt über Menschen, deren Leben durch zufällige oder schicksalhafte Ereignisse unvorhergesehene Wendungen nehmen, über ihre Erkenntnisse, manchmal erst im Sterben oder nach ihrem Tod für uns Nachlebende. Teilweise geht es um Recht, Unrecht und Gerechtigkeit, wie so oft bei ihm, manchmal sind die Protagonisten bekannte Persönlichkeiten, umso erschütternder ist es, wenn sich hinter Begabung und Genialität menschliche Abgründe auftun (so ging es mir z.B. mit der Geschichte zu dem Architekten Adolf Loos). Alle diese Geschichten sind verknüpft mit privaten Begegnungen, immer geht es letztendlich um die großen Themen des Lebens und das in der gewohnt ruhigen, präzisen Sprache. Ein kluges, lesenswertes Buch – von mir eine große Leseempfehlung!

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
12. Okt.
Rating:5

Die Erzählweise des Ferdinand von Schirach ist und bleibt auf seine Art unvergleichlich. In diesem kurzen Band voller Geschichten steckt nicht minder als mehrere ganze Leben drin. Getreu dem Werk des Autoren ist der Tod und der Weg in den Tod ein treuer Begleiter vieler Geschichten, die bewegten Leben können uns als Leserschaft aber noch lange im Gedächtnis bleiben. Eine Mischung aus historischen Persönlichkeiten, privaten Begegnungen und einer Ich-Perspektive in der Erzählung macht die Figuren, ob ihres Todes, so unglaublich lebendig, dass man in Abschnitten eine eigene Betroffenheit spüren kann. Gerade wegen einer gewissen Brutalität in Geschichten lässt einen dieses Buch auch stellenweise gezeichnet zurück und es kann aus der Hand gelegt werden. Aber die Verbindung dessen in die Literatur macht es zu einem mehr als lesenswerten Buch.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag
1. Okt.
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Mit „Der stille Freund“ legt Ferdinand von Schirach einen neuen Band mit 14 Erzählungen und Reflexionen vor und bleibt dabei seiner klaren, schnörkellosen Sprache treu. Wieder geht es um die großen Themen des Lebens: Schuld und Gerechtigkeit, Zufall und Schicksal, Verlust und Hoffnung, aber auch um Kunst, Philosophie und die Frage, wie wir als Menschen mit unserer eigenen Verletzlichkeit umgehen. Die Texte führen uns von Berlin nach Rom, von Wien bis an die Côte d’Azur und nach Kapstadt. Wir begegnen Persönlichkeiten wie dem Tennisspieler Gottfried von Cramm oder dem Architekten Adolf Loos, aber auch namenlosen Figuren, deren Lebenswege durch eine einzige Entscheidung oder einen Zufall radikal verändert werden. Gerade diese Mischung aus historischer Anekdote und scheinbar alltäglichem Schicksal macht die Lektüre so fesselnd. Schirach schreibt lakonisch und zugleich mit einer Eleganz, die berührt. Er verzichtet auf Pathos, und gerade dadurch entfaltet sich eine tiefe Melancholie. Manche Geschichten fließen eher wie kühle Beobachtungen vorbei, andere treffen wie ein Schlag in die Magengrube – sie lassen keine*n Leser*in unberührt. Besonders eindringlich ist die titelgebende Erzählung, in der ein alter Schulfreund den „stillen Freund“ entdeckt: einen Moment der Schönheit und des Staunens, zu dem man immer zurückkehren kann. Thematisch spannt Schirach den Bogen von existenziellen Fragen über das Wesen des Menschen bis hin zu Reflexionen über Wahrheit und Wirklichkeit. Er zeigt, dass es keine einfachen Antworten gibt, dass das Leben ein unberechenbares Aneinanderketten von Ereignissen ist. Seine Stärke liegt darin, diese Unsicherheit nicht zu kaschieren, sondern sie in eine Literatur zu übersetzen, die zum Nachdenken zwingt. „Der stille Freund“ ist ein stilistisch brillanter, inhaltlich vielschichtiger Erzählband. Mal leise, mal schonungslos, immer eindringlich – Schirach trifft mit seinen Geschichten genau den Nerv, der uns als Leser*innen berührt. Wer Literatur sucht, die gleichermaßen unterhält, aufrüttelt und zum Innehalten bringt, sollte zu diesem Buch greifen.

Der stille Freund
Der stille Freundby Ferdinand von von SchirachDer Hörverlag