Erotik? Mag der Fokus sein, aber auf eher unangenehme Weise...
Puh, ich lese ja selten Enttäuschungen, aber das? Mich hatte der Titel in den Bann gezogen, gebe ich zu, aber was sich dahinter verbarg, war leider ziemlich enttäuschend... Ich hätte nicht gedacht, dass gerade Tokyopop mit so einem Werk ankommt. Ab 18 ist der allemal, aber auch nur in dem Sinne, dass permanent mit der naiven und äußerst charakterschwachen Momo „gespielt“ wird. Und sicher auch, da toxische Themen, wie sie hier dargestellt werden, am besten nur von Menschen mit ausgeprägter Vernunft gelesen werden sollten. (Momo ist außerdem unendlich weinerlich, was sie ziemlich nervig macht, wie ich finde. Ihr Charakter ist einfach „over 9000“ übertrieben unrealistisch.) So an sich lehne ich grenzwertige Thematiken nicht grundsätzlich ab, aber das hier hat mir halt einfach nicht gefallen. Liegt sicher auch daran, dass es keinen Ausgleich seitens des Mannes gibt. Also ein faires „Spiel“ braucht man hier nicht zu erwarten. Der Herr scheint sich äußerst wenig (körperlich) gereizt zu fühlen, selbst wenn er die Dame versohlt, verschnürt oder sonstig ihren Körper für sie auskundschaftet; körperliche Reaktionen des „Gentlemans“ bleiben selbst nach der ganzen Action im ersten Band allein bisher aus. Einzig und allein ein Lächeln oder „unzüchtige“ Gedanken kommen in ihm auf, die er bis zu einem Punkt aber selbst noch verwirft, und nur mit Kommentaren wie „Sie ist so süß!“ scheint sein Charakter so weit ausgemalt zu sein. Was mich dann auch noch überrascht, ist, dass es doch tatsächlich mehr als 10 Bände zu dieser Reihe geben soll. Das ist mir persönlich eindeutig zu lang, erst recht für eine so inhaltslose, oder meinetwegen vielleicht nur flache Erzählung, die sich hier und da zwischen die erotischen Bilder schmuggelt. Ach, aber das heißt nicht, dass die bildlichen Darstellungen unbedingt besonders ansprechend sind. Hier und da erscheint ein Gesichtszug vielleicht doch etwas schief und die Dame ist viel zu kindlich dargestellt in einem bewusst erotischen Werk für meinen Geschmack, dafür hat sie gleichzeitig ganz schön was vorne überhängen... Auf der anderen Seite sind die Chibi-Darstellungen aber tatsächlich sehr süß wenigstens. Also zusammengefasst: Das ist ein Werk, das fühlt sich fast illegal an zu lesen. Darum wundere ich mich, dass ein so bekannter Verlag wie Tokyopop damit zu tun hat. Wer's für die Erotik probieren will, kann das tun. Aber aus der Sicht der Frau gibt es hier vielleicht eher weniger zu genießen. Eine charakterstärkere Frau und eine bessere Balance der erotischen Reize zwischen den Geschlechtern hätten das Erlebnis sicher deutlich genießbarer machen können. Schade um die Idee.









