
Lauter toxische Beziehungen..?
Chise Ogawas Zeichenstil ist an sich schön anzusehen – wenn auch vereinzelte Panel dabei sind, die mich ein wenig verwirren in der Perspektive oder, welche Körperteile oder Posen genau zu sehen sind. Aber über den Inhalt der fünf Kurzgeschichten, die hier gesammelt sind, kann ich nur sagen: Schwierig. Ich bin mir nicht ganz sicher, was andere Rezensionen so süß fanden, aber in meinen Augen gab es in eigentlich jeder Geschichte einen Aspekt, der sie sehr bitter machte. Alle drehen sich um Sex, manche mehr, manche weniger, einer der Charaktere drängt sich dem anderen eigentlich immer auf, aus Eifersucht oder Neckerei. Und wenn nicht das, dann gibt es da noch die ganz besondere Sorte von Geschichte, nämlich eine, in der der Uke meint, er müsse mit dem Gedanken von Selbstm*rd spielen, wenn der Seme ihn zu hassen beginnt; also das war sehr weit hergeholt und übertrieben. Hat mir nicht gefallen. Ernst genommen wurde es zwar nicht, aber das macht es nicht gerade besser... Also alles in allem: Wer auf borstige Uke und hübsche Seme steht (mal ohne Brille, aber auch mal mit), kommt hier auf seine Kosten, muss aber auch mit ständigen erzwungenen Übergriffen klarkommen. Halbwegs positiv überrascht bin ich wenigstens von der netten thematischen Mischung (starke Gefühle, Friseur, Aussehen, verkaufter Körper, Verlangen nach Süßem) und der länge der einzelnen Geschichten, die teilweise sogar ein Mini-Bonuskapitel haben.





