Ein weiteres Abenteuer von Asterix&Obelix&Idefixđ
Asterix&Obelix reisen in den Osten, weil Miraculix erkĂ€ltet ist und sein Druidenfreund ihm helfen kann. Die Römer haben eine der dortlebenden Kriegerinen entfĂŒhrt und Asterix&Co wollen sie befreien, was ihnennam Ende gelingt und sie finden den Greifen.
Asterix ist Teil meiner Jugend und ein neuer Band findet irgendwie immer wieder den Weg in meinen Einkaufskorb. Nicht alle BĂ€nde haben mich ĂŒberzeugt, dieser ist aber durchaus lesenswert.
Offensichtlich hat sich das neue Team gut eingefunden und hat hier wieder einmal einen gelungenen Band abgeliefert, der definitiv im oberen Mittelfeld der Asterix-Reihe anzusiedeln ist. In diesem Band spielen die Gallier nur eine Nebenrolle, der eigentliche Konflikt findet zwischen den Römern (wem auch sonst), die auf der Suche nach dem Greif sind, und dem Stamm, fĂŒr die dieses mystische Tier heilig ist. Asterix, Obelix und Miraculix brechen auf, um dem Stamm beizustehen.
Solide, gelungene Unterhaltung, die humorvoll mit Rollenklischees spielt, ohne dabei den erhobenen Zeigefinger zu bemĂŒhen (Amazonen!), definitiv eine gelungene Fortsetzung der Reihe.
Leider der aus meiner Sicht wohl schlechteste Asterix. Zwar ist die Grundidee mit Osteuropa als Schauplatz durchaus nicht schlecht. Dennoch enttÀuscht der Band auf ganzer Linie.
Viele halbgare Witze die nicht wirklich witzig sind, fĂŒr meinen Geschmack zu viele Selbstreferenzielle Momente die nicht fertig gedacht sind und eine Handlung die irgendwie durchschaubar ist und gleichzeitig zu nichts wirklichem fĂŒhrt. Als Höhepunkt der EnttĂ€uschung dann noch eine Piratenszene, nur damit eine Piratenszene im Band erscheint. Als einziger Lichtblick bleibt die PrĂ€misse, dass Frauen- und MĂ€nnerrolle im Besuchten Stamm umgekehrt sind. Aber auch daraus wurde aus meiner Sicht etwas zu wenig gemacht.
Fazit: Seit Goscinny und Uderzo keinerlei Anteil mehr an den Asterix BĂ€nden mehr haben nimmt die QualitĂ€t meines Erachtens mit jedem Band ab. Ob sich das Lesen des nĂ€chsten also ĂŒberhaupt noch lohnt ist zu bezweifeln.
Der lang erwartete Band 39 der Reihe - diesmal verschlĂ€gt es Asterix und Obelix in die asiatische Steppe (heute zu Russland gehörend), wo ein wackeres Amazonenvölkchen lebt - die Frauen reiten und kĂ€mpfen, die MĂ€nner kĂŒmmern sich um Haus und Kinder (aber mit geteiltem Sorgerecht!).
Angeblich haust in der Steppe auch ein Greif - eine Mischung aus Adler und Löwe mit Pferdeohren. Julius Caesar möchte so ein Vieh im Kolosseum prÀsentieren; daher wird ein Römertrupp nach Asien geschickt. Da ein Schamane des Amazonenvolks telepathisch einen Notruf an Miraculix sendet (eine Anspielung auf "Tim in Tibet"), reisen Asterix, Obelix und Miraculix zu Hilfe. Leider friert im Frost der asiatischen Steppe der Zaubertrank ein, so dass Asterix ohne SuperkrÀfte auf Guerilla-Taktiken ausweichen muss, um die Römer zu bekÀmpfen.
Das Abenteuer spielt in Schnee und Eis. Zeichner Didier Conrad hatte erkennbar viel SpaĂ, mit weiĂen FlĂ€chen und strahlend hellen Landschaften zu arbeiten - offensichtlich inspiriert durch "Tim in Tibet" von Herge, der auch inhaltlich Inspiration geliefert hat, vor allem erkennbar an der Art und Weise, wie Miraculix durch den telepathisch gesandten Hilferuf dazu kommt, ins ferne Asien aufzubrechen.
Leider fÀngt die Geschichte nicht mit der Seite an, die einige Monate vor Veröffentlichung im Rahmen einer Werbekampagne veröffentlicht wurde (Miraculix empfÀngt den Hilferuf und springt auf, um seine Reise zu starten - sehr stark erinnernd an Beginn des o.g. Abenteuers "Tim in Tibet"). Daher mein Tipp: Unbedingt diese Seite im Internet suchen und lesen, bevor Ihr mit dem Band startet, denn dann ist der Einstieg deutlich runder.
Warum gebe ich dem Buch nur 3 von 5 Sternen? Die Geschichte ist zwar okay, allerdings sind etwas zu viele Amazonenfrauen-Klischees enthalten, die spĂ€testens seit "Wonder Woman" in die Mottenkiste gehören. Sehr enttĂ€uscht hat mich die Idee von Jean-Yves Ferri, erstmals in einem Asterix-Band Menschen sterben zu lassen: Obelix wirft auf GeheiĂ von Asterix einen groĂen Felsblock in Richtung einer BrĂŒcke, die gerade von einem Trupp Römer ĂŒberquert wird. Die HĂ€lfte der Gruppe ertrinkt in den eiskalten Fluten des Bergbachs - damit verliert Asterix sehr viel von seiner kindlichen Unschuld; schade.
Zwar sind die toten Soldaten nicht explizit zu sehen; die Geschicjte wirkt seltsam gekĂŒrzt an dieser Stelle. Doch Ferri macht sich auch keine MĂŒhe, die Römer noch mal gerettet zu zeigen; wĂ€hrend aber Platz genug da war, um unnötigerweise die Piraten zu prĂ€sentieren, die wĂ€hrend der Abwesenheit von Asterix und Obelix mal einige geruhsame Tage an der KĂŒste Galliens verbringen.
Daher in Summe nur knappe 3 von 5 Sternen ***
Von den mittlerweile fĂŒnf BĂ€nden, die von der quasi zweiten Generation (Text: Jean-Yves Ferri, Zeichnungen: Didier Conrad) herausgebracht wurden, ist dieser fĂŒnfte Band tatsĂ€chlich der Beste. Man hat das GefĂŒhl, dass die beiden "WeiterfĂŒhrenden" sozusagen eine Zeit der Eingewöhnung brauchten, um den groĂen FuĂstapfen, die Rene Goscinny und Albert Uderzo hinterlassen haben, gerecht zu werden.
In diesem Band sind besonders drei Dinge besonders gelungen:
Dem ursprĂŒnglichen Asterix und Obelix Humor verdammt nahe zu kommen mit gleichzeitig schönen Referenzen zu frĂŒheren Situationen sowie neuen, frischen EinfĂ€llen und vielen, schönen, originellen Ideen (gerade textlich).
Einem weitaus komplexeren Zeichnungskosmos als in den vier BÀnden zuvor. Besonders die Zeichnungen der Schneelandschaften sind spektakulÀr.
Und die Verbindung von dem, was man immer schon von den Geschichten der Gallier kannte, mit modernen Ideen. Beispielsweise, dass bei dem Stamm, um den es dieses Mal im Wesentlichen geht, die MĂ€nner fĂŒr das Essen zustĂ€ndig sind und die Frauen fĂŒr den Krieg, sprich: die Held*innentaten. Das ist modern, temporeich und sehr, sehr lustig, wenn beispielsweise Obelix von einer Kriegerin angehimmelt wird wegen seiner StĂ€rke, die ja fast - aber nur fast! - an die ihre heran erreicht und Obelix knallrot anlĂ€uft und das alles irgendwie gut findet. Herrlich!
Schön auch, dass Idefix eine groĂe Rolle zugeschrieben und zugezeichnet bekommt. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.
Es ist aber festzustellen, dass es dieses Mal doch eher ein Obelix Band geworden ist. Die besten und lustigsten Momente gehören diesmal ihm. Es gibt ja BĂ€nde, die Asterix BĂ€nde sind. Und es gibt BĂ€nde, die Obelix BĂ€nde sind. "Asterix und der Greif" ist jedenfalls ein Augenschmaus fĂŒr Obelix- und Idefixfreunde.
Vor allem aber ist "Asterix und der Greif" ein wunderbarer Comic, der mit einer absolut gelungenen Mischung aus altvertrauten und neuen Elementen zeigt, es kann, es darf und es SOLLTE auch nach dem Ableben der GrĂŒndervĂ€ter weitergehen mit dieser Reihe. Wenn Text und Zeichnungen so ĂŒberzeugen, wie in diesem sehr, sehr kunstvollen Asterix Band, dann sollte es noch viele, viele Abenteuer mehr von den Galliern geben!
Ganz klare Leseempfehlung von meiner Seite :)