18. Juli
Rating:4

Kurzbeschreibung: Mackie Doyle lebt in Gentry, einer Kleinstadt in der amerikanischen Provinz. Doch die Welt, aus der er stammt, birgt Tunnel bis tief unter die Erde und bodenlose schwarze Tümpel, sie beherbergt wandelnde Tote und eine Herrscherin, so grausam wie die Nacht. Vor vielen Jahren wurde Mackie ausgetauscht - anstelle eines menschlichen Babys in dessen Wiege zurückgelassen. Er würde alles dafür tun, ein normales Leben zu führen, unbemerkt von neugierigen Augen, doch die andere Seite der Nacht ruft ihn: Als wieder ein Kind verschwindet, die Schwester seiner großen Liebe Tate, weiß Mackie, dass er sich den dunklen Kreaturen tief unter der Stadt stellen und endlich seinen Platz finden muss - in unserer Welt oder ihrer. Zur Autorin: Brenna Yovanoff wuchs in einer Kleinstadt in Arkansas auf und studierte an der Colorado State University. Sie spielt hervorragend Fußball und backt leckere Pasteten, dafür ist sie eine grauenvolle Tänzerin und kann sich einfach nie entscheiden. Brenna lebt mit ihrem Mann in Denver. "Schweigt still die Nacht" ist ihr erster Roman. Einen Moment lang geschah gar nichts, dann aber leuchtete der Umriss der Tür von innen auf, wie von einem warmen Glühen erfüllt. In der Ferne hörte ich Glocken und wie aus heiterem Himmel überkam mich ein seltsames Gefühl von Unausweichlichkeit. Die Schutthalde war immer dort gewesen, direkt auf der anderen Seite des Zauns hatte sie seit jeher über dem Park aufgeragt. Und auf mich gewartet. (Seite 264) Rezension: Mackie Doyle lebt mit seiner Familie in der Kleinstadt Gentry, die lange nicht so beschaulich ist, wie es zunächst vermuten lässt. Denn alle sieben Jahre wird von den Wesen, die unter der Stadt in der Erde leben, ein kleines Kind entführt und durch einen Wechselbalg ersetzt. Die ganze Stadt weiß davon und hat sich damit arrangiert. Auch Mackie ist ein Wechselbalg, er wurde durch den echten Mackie als Baby ausgetauscht und versucht seither, seine wahre Identität zu verbergen. Und das ist gar nicht so einfach, zumal Wechselbälger sehr allergisch auf Blut und Stahl reagieren. Wenn er damit in Berührung kommt, leidet Mackie unvorstellbare Schmerzen, von denen er sich nur langsam wieder erholt. Als Natalie, die Schwester von Tate, in die Mackie verliebt ist, auch ein Opfer des Austauschrituals wird, kann Mackie nicht mehr tatenlos zusehen. Er will Natalie mit Unterstützung seiner Freunde retten, auch wenn er dadurch seine wahre Identität preisgeben müsste... "Schweigt still die Nacht" ist der Debütroman der US-Autorin Brenna Yovanoff. Es wird zwar zu Beginn des Romans an schnell sichtbar, dass mit Mackie, dem Ich-Erzähler des Romans, einiges nicht stimmt, doch Genaueres erfährt man in kleinen wohldosierten Häppchen, die die Autorin gekonnt zu setzen weiß. Die Figur des Mackie ist wunderbar gezeichnet. Seine Gefühle, Ängste und Sorgen sind nachvollziehbar und man leidet als Leser förmlich mit ihm mit, als an seiner Schule eine Blutspendeaktion stattfindet und er fieberhaft versucht, dieser durch Ausreden zu entgehen. Seine Hin- und Hergerissenheit zwischen seiner Herkunft und seinem jetzigen Leben ist sehr spürbar und macht diesen Charakter authentisch. Seine Freundin Tate hingegen ist mir während des kompletten Buches nicht annähernd sympathisch geworden. Die Trauer über den Verlust ihrer Schwester ist zwar nachvollziehbar, doch ihre Handlungsweise in verschiedenen Situationen einfach überzogen, mitunter recht aggressiv und nur teilweise verständlich. Leider bleibt auch die von mir erwartete hohe Spannung etwas aus. Bei diesem Thema hätte ich mir einige Gruselszenen mehr gewünscht, das hätte den Roman sicher nicht unglaubhafter gemacht oder ihm geschadet. Trotzdem ist natürlich eine gewisse Spannung vorhanden, die sich gleich zu Beginn des Romans abzeichnet und auch bis zum Ende hin bestehen bleibt. Für ein Debüt ist Brenna Yovanoff eine gute und spannende Geschichte gelungen, die vom bildreichen und detaillierten Schreibstil profitiert. Laut Brenna Yovanoffs Webseite wird "Schweigt still die Nacht" ein Stand Alone-Roman bleiben, wobei sie aber nicht ausschließt, dass Mackie und seine Freunde nochmals in einem anderen Roman einen Auftritt haben werden. Im Herbst soll bereits ihr nächster Roman, der momentan den Titel "The Space Between" trägt, im Original erscheinen. Zur Gestaltung des Buchs: Zentrum des Covers bildet ein altmodischer Kinderwagen. Über diesem ist, geprägt und in Spotlack, der Buchtitel zu lesen, an dem einzelne Gegenstände aus Metall an Bindfäden hängend über dem Kinderwagen baumeln, wunderbar passend zur Geschichte. Ein silbernes Lesebändchen rundet den Gesamteindruck gekonnt ab. Fazit: "Schweigt still die Nacht" ist spannend, ohne übermäßig gruselig zu sein - Brenna Yovanoffs Debüt ist dennoch gelungen und profitiert vom bildreichen und detaillierten Schreibstil der Autorin, auf deren nächsten Roman ich gespannt bin. Wertung: 4 von 5 Punkten

Schweigt still die Nacht
Schweigt still die Nachtby Brenna Yovanoffscript5
21. Dez.
Rating:3

Zuerst muss ich sagen, dass es alleine das unglaublich tolle Cover des Buches war, das mich dazu veranlasst hat, es zu kaufen. Auch wenn sich der Klappentext für mich nicht sonderlich interessant angehört hätte, hätte ich mir das Buch wohl trotz allem gekauft. Dieses Cover hat mich einfach umgehauen. Dieses düstere, vermischt mit dem unschuldigen Kinderwagen; behangen mit Scheren, Hufeisen, Messern ... Das Cover wirkt unglaublich geheimnisvoll und mystisch. Ich musste es einfach haben. Nachdem ich nun das Buch zu Ende gelesen habe, weiß ich allerdings nicht so recht, was ich davon halten soll. Die Geschichte ist wirklich sehr interessant und ausgefallen. Bisher habe ich noch kein vergleichbares Buch gelesen, jedoch gibt es Dinge, die mir im Zusammenhang mit der restlichen Geschichte einfach nicht gefallen haben bzw. mich gestört haben. Zum einen findet man nie heraus, was Mackie und die "Anderen" eigentlich sind. Ich dachte an Vampire, Zombies, Mutanten ... ich glaube, ich hatte so ziemlich jedes unheimliche Wesen in Betracht gezogen, allerdings wird es während des gesamten Buches nicht aufgeklärt. Und das finde ich wirklich sehr schade. Ich konnte mir überhaupt nicht richtig vorstellen, was sie nun waren oder wie genau sie aussahen ... wo sie her kommen, wie sie entstehen. All diese Dinge haben mir einfach sehr in diesem Buch gefehlt. Abgesehen davon, gab es auch noch andere Kleinigkeiten, die ich einfach "komisch" fand. Zum Beispiel, dass die "Anderen" Musik machen, um die echten Menschen glücklich zu machen. Die Menschen brauchen die Musik dieser dunklen Wesen, um sich gut zu fühlen und fröhlich zu sein. In meinen Augen hätte man sich da bestimmt noch was anderes, besseres einfallen lassen können. Der Schreibstil hingegen hat mir sehr gut gefallen. Das Buch ließ sich schnell und sehr flüssig lesen. Auch wenn man nicht sonderlich stark von der Geschichte gefesselt wurde, konnte man das Buch doch nicht aus der Hand legen, weil man immer wissen wollte, wie es nun weiter geht ... und vielleicht sogar in der Hoffnung, doch noch zu erfahren, was Mackie jetzt genau ist. Mit den Charakteren konnte ich mich ebenfalls gleich von Anfang an sehr gut anfreunden. Mackie ist wirklich eine tolle Person, auch wenn man nicht ganz genau weiß, was er ist. Er ist entschlossen und möchte nichts weiter, als ein normales Leben führen. Emma habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist so unglaublich liebenswert und alles andere als egoistisch. Sie kümmert sich um Mackie und liebt ihn von ganzem Herzen, obwohl sie ganz genau weiß, dass er nicht ihr echter Bruder ist, sondern damals vor vielen Jahren gegen ihren echten, menschlichen Bruder ausgetauscht wurde. Roswell, Danny und Drew mochte ich ebenfalls gleich von Beginn an. Diese Drei sind Freunde, die sich jeder wünscht und bei denen man sich glücklich schätzen kann, sie als seine Freunde bezeichnen zu können. Und dann ist da ja auch noch Tate, die fest davon überzeugt ist, dass das Mädchen, dass gestorben ist, nicht ihre leibliche, echte, menschliche Schwester ist, sondern ein Monter, dass an ihrer Stelle begraben wurde. Zu dem Cover muss ich noch sagen, dass mir das Original Cover noch ein kleines bisschen besser gefällt. Es wirkt etwas heller, was ich passender finde. auch die Schriftart und die Farbe der Schrift gefällt mir besser, als die auf dem deutschen Cover. Außerdem gefällt mir die Tatsache, dass auf dem englischen Cover ein Ast verwendet wurde, an denen man Schere, Messer, etc. aufgehangen hat viel besser. Im Großen und Ganzen ist es natürlich dasselbe, trotz allem mag ich das Original Cover doch noch einen Ticken lieber. Fazit: Zum Ende hin kann ich sagen, dass Brenna Yovanoff mit ihrem mysteriösen Debütroman "Schweigt still die Nacht" wirklich ein guter Start gelungen ist. Das Buch enthält eine Geschichte, die man zuvor noch nirgendwo gelesen hat. Doch auch wenn die Idee wirklich sehr gut ist, gibt es immernoch ein paar Dinge, die ich unpassend fand und deren Umsetzung man hätte noch ein bisschen besser machen können. Der Schreibstil und die Charaktere machen allerdings vieles wieder wet, weshalb ich das Buch auf jeden Fall für Fans dieses Genres empfehlen kann. Ich hatte wirklich viel Spaß beim Lesen.

Schweigt still die Nacht
Schweigt still die Nachtby Brenna Yovanoffscript5