17. Jan.
đŸ„¶đŸ› Der langwierige Schlaf.
Rating:2★

đŸ„¶đŸ› Der langwierige Schlaf.

Mehrere MordfÀlle, verwirrend viele Protagonisten, eine Million nervige Konflikte und eine Handlung, die sich ziemlich zieht... Als Pageturner kann ich "Der kalte Schlaf" wirklich nicht bezeichnen und auch die Psychothriller-Elemente sucht man eher vergeblich. Zudem ist schon mindestens 100 Seiten vor Ende des Buches klar, wie es ausgeht und irgendwie wartet man nur noch darauf, dass es vorbei ist. Das hat mich leider enttÀuscht.

Der kalte Schlaf
Der kalte Schlafby Sophie HannahBastei LĂŒbbe
22. Sept.
Rating:4★

Bei "Der Kalte Schlaf" ist nicht nur das Cover recht kĂŒhl gehalten, sondern auch der deutsche Titel und der Inhalt. Das liegt nicht nur an der Jahreszeit, in der das Buch spielt - nĂ€mlich im Winter - nein, auch die Thematik und die AufschlĂŒsslung am Ende lassen es einem innerlich kalt den RĂŒcken runterlaufen! Aber ob Sophie Hannah, da wirklich einen "Pageturner" erschaffen hat, wie er auf dem BuchrĂŒcken lobend betitelt wird? Lest selbst! Es geht um Amber. Amber hat Schlafprobleme und das nicht nur ab und an. Seit Jahren kĂ€mpft sie mit diesem Problem und zwar genau seit dem Zeitpunkt, als sie ihre beste Freundin bei einem Brand verlor und deren Töchter bei sich aufnahm. Doch ist das wirklich der einzige Grund? Sie besucht eine Hypnosetherapeutin und die macht ihr schnell klar, dass hinter ihrer Schlaflosigkeit weit mehr, als nur der Verlust steckt. Sie kennt die Wahrheit um den Mord an ihrer Freundin, aber ihr GedĂ€chtnis setzt alles daran, dass der TĂ€ter unerkannt bleibt und sie sich nicht erinnert. "Jemand der nicht schlĂ€ft, hat auch kein Schlafzimmer verdient." (S.126) Was einem direkt auffĂ€llt, sind die ErzĂ€hlweisen des Buches. Da ist zum einen Amber, die aus der Ich-Perspektive sprechen darf und mit ihrer direkten frechen Art einem direkt ans Herz wĂ€chst und ein fremder ErzĂ€hler, der in der Gegenwart berichtet. Er spricht den Leser hierbei direkt an. Erst spĂ€ter wechselt der Ansprechpartner und dessen IdentitĂ€t wird klĂ€rt sich langsam auf. Es ĂŒberrascht zunĂ€chst ein wenig, hĂ€tte man doch mit einer anderen Person gerechnet. Dennoch schließt sich so ein großes Loch der GrĂŒbelei und schlĂŒsselt so manches auf. Die Figuren selbst sind allesamt gut durchdacht und klingen mit ihren unterschiedlichen Charakteristika plausibel genug, dass man ihnen ihr Verhalten abkauft. NatĂŒrlich allem voran Amber mit ihren Töchtern Dinah und Nonie. Das Tempo des Buches ist anfangs etwas stockend, was aber sicher daran liegt, dass man einer Großfamilie vorgestellt wird und dann auch noch durch die direkt Ansprache aus dem Takt gebracht wird, da dies nicht allzu oft vorkommt. Hat man sich allerdings erst einmal einen Überblick erschaffen, liest es sich recht flĂŒssig. Dabei ist dennoch immer höchste Konzentration gefragt. Man wird ja gerade dazu aufgefordert alles im Buch zu hinterfragen, mitzudenken und auch noch die Ursache des Schlafmangels herauszufinden. Durch die Einbindung spannt sich natĂŒrlich der Spannungsbogen noch mehr und man saugt alles in sich auf. "[Das Bewusstsein] verscheucht, was wir im Unterbewusstsein gespeichert haben, was all die verdrĂ€ngten Sachen zwingt, sich noch tiefer zu vergraben." (S.104) Sobald man weiß, wer hinter dem ErzĂ€hler steckt, löst sich ein wenig diese Anspannung. Auf der gedanklichen TĂ€terliste derweil, auf der viele Namen stehen und immer wieder durchgestrichen wurden, kristallisiert sich irgendwann ein Name immer mehr heraus und man ist letztendlich bei der Lösung ĂŒber die Motive recht geschockt. Es ist wie bei Amber mit ihrem Schlafmangel und der VerdrĂ€ngung. Man will es als Leser einfach nicht wahr haben. "Wir verdrĂ€ngen aus einem guten Grund, wir verdrĂ€ngen, um uns selbst zu schĂŒtzen" (S. 382) Nach so einem super Einstieg und Spannungsaufbau, fand ich jedoch die AuflösungsgesprĂ€che recht gezogen und unpassend. Ich mag allerdings auch generell keine ewig langen so-ist-die-Lösung Kapitel. Darf der Leser, der im ganzen Buch mitdenken soll, nicht am Ende auch alles zu Ende denken? Dieser Abschluss hat einen bitteren Beigeschmack hinterlassen und meine Bewertung schlussendlich ein StĂŒck nach unten gezogen. Dieser Thriller wird nicht jedem gefallen. Was nicht an dem Inhalt liegt, sondern eher an der ErzĂ€hlweise. Man muss sich durch den "holprigen" Anfang kĂ€mpfen, dann stetig mitdenken bzw. wird dazu aufgefordert und das kann auf Dauer anstrengend sein. Bei mir hat man es deutlich an der Lesezeit gemerkt. Ich habe relativ lange dafĂŒr gebraucht. Bereut habe ich es jedoch - trotz dem unglĂŒcklichen Ende - definitiv nicht und ich werde mir sicher noch andere BĂŒcher der Autorin vornehmen! "Denken Sie daran, eine Geschichte ist keine Erinnerung, eine Erinnerung ist keine Geschichte. Jede Geschichte enthĂ€lt Erinnerungen, aber Interpretation und Analysen stĂŒlpen wir den Ereignissen erst spĂ€ter ĂŒber. Diese können nicht als Erinnerungen bezeichnet werden." (S. 198) 8 von 10 Punkten

Der kalte Schlaf
Der kalte Schlafby Sophie HannahBastei LĂŒbbe