
📚 Ein Schreibstil mit absoluter Sogwirkung für eine super spannende Story 📚
Was tut man, wenn man eine Ausstellung beaufsichtigt und somit sehr viel herumsitzen und warten vor sich hat, aber nicht daran gedacht hat Ablenkung mitzunehmen? Richtig! Man geht in der Pause zum nächsten Bücherschrank und sucht sich schnell was neues, auch wenn zuhause der viel zu große SUB wartet. Und so kam ich an „Knochen zu Asche“ wie die Jungfrau zum Kinde und stürzte mich frei jeglicher Erwartungen (und ohne das Wissen gerade den 10ten Band einer Reihe in Händen zu halten) ins Lesevergnügen! 📖 Zum Buch: „Knochen zu Asche“ startet stark und vor allem mit einem Stil, der auf mich eine sofortige Sogwirkung entwickelt hat und mich das Buch kaum noch aus den Händen legen lies. Trotz der gefühlt eher ungewöhnlich kleinen Schrift und gedrängten Wörter, flog ich nur so durch die Seiten. Zu Beginn lernen wir Leser sehr viel über die Kindheit von Temperance Brennan und vor allem über die tiefe und außergewöhnliche Freundschaft die sie zu Evangeline pflegte, ehe diese von einen auf den nächsten Tag verschwindet. Es fällt hierbei sehr leicht sich in die junge Tempe hineinzuversetzen und die Unruhe, die Sorge, teils auch Wut und Frustration über das plötzliche Fernbleiben lies sich nur zu gut nachfühlen und dadurch auch leicht verstehen, wie sich Tempe Brennan im Verlauf des Buches hat fühlen müssen und weshalb sie die Entscheidungen die sie trifft so trifft, wie sie es tut und weshalb sie nach dem Fund des jungen Skeletts nicht unbedingt nur rational zu handeln weiß. Als kleiner Hinweis: Auch wenn es sich hierbei um den 10ten Band der „Tempe-Brennan-Reihe“ handelt, so hatte ich kaum Probleme diesen auch komplett ohne Vorkenntnisse zu verstehen und zu lesen. Hin und wieder taten sich zwar kleine Fragezeichen auf, diese waren jedoch nicht sonderlich schwerwiegend oder Fallrelevant und haben somit auch nicht wirklich gestört (dazu was es möglich sich die meisten Hinweise auf vergangene Bücher aus dem Kontext zu erschließen). ✍🏻 Schreibstil: Am meisten wusste mich an diesem Buch wirklich der Schreibstil zu begeistern. Ich mochte die Art und Weise wie Dinge beschrieben wurden und die Ausführlichen und sehr nahbaren Emotionen, welche den verschiedenen Charakteren zugeschrieben wurden. Es fiel mir selten so leicht bei einem Thriller / Krimi so sehr mitzufiebern und mitzufühlen wie hier. Durch den Prolog wird eine starke Nähe zur Protagonistin geschaffen und ein guter Einblick in ihre Gefühlswelt vermittelt, sodass es umso leichter fällt auch auf den weiteren Seiten dieser zu folgen und immer nah am Geschehen zu bleiben. Tatsächlich einige Schwierigkeiten hatte ich nur damit, dass die Bücher im französischen Teil Kanadas spielen und da ich kein Französisch gelernt habe, tue ich mich persönlich beim lesen dessen immer recht schwer und habe mich hier auf ein „Rützelmümpf dies und Rützelmümpf jenes“ verlassen müssen, wie es bei besonders komplizierten Namen im Fantasy Genre der Fall ist. Da dies aber einzig meiner Unkenntnis der Sprache geschuldet ist, soll dies nur ein Hinweis darauf sein, keine Beschwerde und schlechter Bewerten kann ich mein Lesevergnügen daher auch nicht, höchstens meine eigene Sprachbildung 😂 🧝♀️ Die Charaktere: Temperance Brennan als Protagonistin hat mich sofort abgeholt, was zu großen Teilen sicherlich dem Prolog geschuldet war, bei welchem man ihr so Nahe hat kommen dürfen. Dazu kommt, dass ich ca. nach einem Drittel des Buches realisierte, dass es sich bei „Temperance Brennan“ um DIE Temperance Brennan, also „Bones“ handelt, was ihr zugegebener Maßen viele Pluspunkte bei mir eingehandelt hat, da ich großer Fan der Serie bin (peinlich genug, dass ich so lange gebraucht habe um zu checken, dass Kathy Reichs nicht nur die Autorin der Bücher, sondern auch Produzentin der Serie ist 🤦🏼♀️). Hierbei sei aber auch angemerkt, dass die Bücher und die Serie nicht sonderlich viel gemeinsam haben! So ist sowohl das Setting, wo die Geschichten spielen ein KOMPLETT anderes, als auch die sonstigen Charaktere. (Zumindest was den Band, welchen ich gelesen habe, als auch den ersten, welchen ich gerade Höre betrifft) Dies macht die Bücher / die Serie aber nicht schlechter, es sei nur angemerkt, dass nicht zu viel Ähnlichkeit erwartet werden sollte. Auch die anderen Charaktere haben mir alles in allem sehr zugesagt. So hat jeder seine eigenen Ecken und Kanten und alle wirkten sie gut durchdacht und ausgearbeitet (was sicherlich auch damit zusammenhängen mag, dass die Serie bereits recht weit fortgeschritten ist ☺️) 🎯 Fazit: Ich hatte sehr viel Spaß und viele spannende Stunden mit „Knochen zu Asche“ und würde es sofort an andere Thriller und Krimileser weiterempfehlen, auch wenn mir der Rest der Reihe noch nicht bekannt ist. Wahrscheinlich ist es an einigen Stellen eher hilfreich, wenn man sich besser auskennt und bereits Erfahrungen mit den verschiedenen Charakteren gemacht hat, ich würde es aber nicht als unbedingt notwendig erachten. Fans der Serie „Bones - die Knochenjägerin“ sollten sich von den Büchern aber besser nicht zu viel erwarten, denn die Serie läuft in eine komplett andere Richtung und spielen in einem komplett anderem „Universum“ und hat auch einen ganz anderen Ton als dieses Buch es hier hatte. So würde ich persönlich sagen, dass die Temperance Brennan, welcher wir hier begegnen nicht nur Reifer ist (nicht erstaunlich, ist sie in der Serie doch noch Kinderlos und ziemlich jung, während die Tempe hier bereits mit ihrer Jugendlichen Tochter startet), sondern auch viel mehr soziale Kompetenzen besitzt, während sie in der Serie doch gerade durch ihre Gradlinigkeit und teils etwas eigenwilligen zwischenmenschlichen Interaktionen besticht. Ich würde daher empfehlen Bücher und Serie gedanklich komplett von einander zu trennen und jeweils eigenständig zu genießen. 😌








