Zwischen Selbstschutz und Schubladendenken
„Immun gegen emotional unreife Menschen“ greift ein Thema auf, mit dem sich wahrscheinlich viele Menschen identifizieren können: Beziehungen, die dauerhaft Kraft kosten, Schuldgefühle auslösen oder einen emotional auslaugen. Das Buch erklärt verständlich, wie solche Dynamiken entstehen und wie man lernen kann, sich besser abzugrenzen, ohne dabei komplett zu verhärten. Besonders gefallen hat mir die leicht verständliche Sprache. Psychologische Themen werden sehr alltagsnah erklärt, sodass man auch ohne Vorwissen gut folgen kann. Viele Beispiele aus Familie, Freundschaften oder Partnerschaften wirken greifbar und machen es leicht, eigene Situationen wiederzuerkennen. Auch die praktischen Tipps zum Grenzen setzen und zur Selbstreflexion fand ich hilfreich. Positiv fand ich außerdem, dass das Buch nicht nur mit dem Finger auf „toxische Menschen“ zeigt, sondern den Fokus eher darauf legt, die eigene emotionale Stabilität zu stärken. Dadurch wirkt es insgesamt eher unterstützend als anklagend. Trotzdem hatte das Buch für mich auch kleinere Schwächen. Manche Inhalte sind recht stark vereinfacht dargestellt und der Begriff „emotional unreif“ wird teilweise sehr breit verwendet. Dadurch hatte ich stellenweise das Gefühl, dass schwierige Verhaltensweisen schnell in eine bestimmte Schublade gesteckt werden. Wer sich bereits intensiver mit Psychologie oder Therapie beschäftigt hat, wird wahrscheinlich einiges schon kennen. Insgesamt ist es aber ein gut verständlicher, praxisnaher Ratgeber mit vielen Denkanstößen und hilfreichen Impulsen für Menschen, die lernen möchten, sich emotional besser abzugrenzen und eigene Bedürfnisse ernster zu nehmen. Rezi-Ex | unbezahlte Werbung


