Die junge Irin Eilis wandert in den 1950er Jahren aus, um in Brooklyn Arbeit zu finden. Zunächst hat sie großes Heimweh, gewöhnt sich jedoch an ihr neues Leben und verliebt sich. Als sie schlechte Nachrichten aus der Heimat erreichen, reist sie zurück und muss sich entscheiden, wo nun ihr Zuhause ist.
Positiv
- leichte Unterhaltung für zwischendurch
- unkomplizierter Schreibstil
- prinzipiell ein interessantes Thema
Negativ
- Handlung kommt sehr spät in Fahrt
- Dialoge teils etwas flach
- Charaktere und ihre Beziehungen haben mich kaum berührt
- Übersetzung stellenweise nicht passgenau
Ich muss sagen, ich habe mehr erwartet. Leider zieht sich der Anfang sehr und die Handlung kommt erst im letzten Drittel etwas mehr ins Rollen. Die Charaktere haben mich nicht in ihren Bann gezogen. Ich hätte auch gerne mehr über das Setting erfahren. Mit mehr Feingefühl, mehr Kürze und Würze am Anfang und mehr Ausführungen am Ende hätte das eine schöne Geschichte sein können.
Teils gefühlsstarke Emigrationserzählung mit zäher Handlung
"Brooklyn" ist ein langsam erzählter Roman über Emigration. Auf Handlungsebene passiert recht wenig, weshalb er nicht für jeden Leser geeignet ist. Für mich war es eine widersprüchliche Leseerfahrung: Die Dialoge wirken eher flach, und die Handlung wird teils langatmig. Hingegen sind die längeren Beschreibungen der inneren Konflikte und Empfindungen der Protagonistin Eilis – besonders zu Beginn (Ankunft in Brooklyn) und am Ende (Rückkehr nach Irland) – authentisch und berührend. Auch ohne direkten Vergleich zu anderen Werken dieser Zeit erscheinen mir die Figuren jedoch zu passiv, und es fehlt trotz der gegebenen Möglichkeiten an Spannung. Buch und Film kannte ich zuvor nicht, letztlich gewinnt hier der Film, da zwar gerade die introspektiven Abschnitte fehlen, aber es insgesamt kurzweiliger ist.
Zwischen Heimat und Neuanfang pendelt Brooklyn von Colm Tóibín. Die junge Eilis verlässt Irland in den 1950ern und wandert nach New York aus, wo sie sich ein neues Leben aufbaut, bis die Vergangenheit an ihr zieht. Eine fein erzählte Geschichte über Zugehörigkeit und die Entscheidungen, die ein Leben prägen. Gut im Doppelpack mit dem Nachfolgeroman Long Island zu lesen.
Ein stiller, eindrucksvoller Roman über Eilis Lacey, die in den 1950er-Jahren zwischen Irland und New York ihren Platz im Leben sucht. Feinfühlig und präzise erzählt – ein bewegendes Buch über Heimat, Identität und Selbstfindung.
Die Geschichte um Eilis Lacey, eine junge Frau, die die Chance erhält, in den frühen 50er Jahren von Irland nach Amerika auszuwandern, könnte von der Thematik her nicht spannender sein. Dennoch vergibt Colm Tóibín seine Chance, etwas Interessantes daraus zu machen in gleicher weise, wie auch Eilis die ihre vertut.
Tóibín begibt sich wieder einmal in die Welt der Frauen und schilder Eilis gefangen in Konventionen dieser Zeit, verloren zwischen 2 Kontinenten, die unterschiedlicher nicht sein können. Die Personen bestehen im Wesentlichen aus Frauen, die alles daran setzen, ihre Aufgaben in Gesellschaft und Beruf aufrechtzuerhalten und sich dabei bemühen, jede, die etwas anderes sucht, daran zu hindern. Frauen gegen Frauen, die nicht in ihren Konsens passen.
Eilis erscheint seltsam blass und unambitioniert, sie verliert sich in Plattitüde und ihre Leidenschaft zu Zahlen und Buchhaltung trägt auch nicht besonders dazu bei, ihrer Person Charakter einzuhauchen.
Aber auch Tóibín scheint der Personenzeichnung konsequent treu bleiben zu wollen und lässt seine Geschichte in gleicher Weise fad und grau daherkommen. Alles fühlt sich wie eine nicht zu schwere Rechenaufgabe an, deren Resultat von vornherein feststeht, Mathematik für Anfänger, interessant geht anders.
Eine sehr vorhersehbare, nach meiner Ansicht unabintioniert verfasste Geschichte, die mich mehr geärgert, als unterhalten hat.
Eine Irin die nach Brooklyn aufbricht um dort eine bessere Ausbildung zu erlangen.
Natürlich lernt sie neue Leute kennen und es geschehen ein paar Dinge.
Ich hab die ganze Zeit darauf gewartet das etwas passiert, aber ich habe bis zum Ende gewartet. Dann war es vorbei, irgendwie enttäuschend. Ich hab es gern gelesen, aber wenn ich gewusst hätte dass am Ende kaum etwas geschieht, hätte ich es vielleicht abgebrochen. Dennoch 3 Sterne, weil ich manches doch nett fand.
This book was really new thing for me to read. And I was amazed by it.
The style of writing is really sharp and nice. I picked this book by curiosity, never read book with similar subject to be honest. But I liked this book.
Eilis is a young girl that went from Ireland to America to work there. She was 17 (?!) when she left. For that time, she was brave. She needed to put up at work, in the house where she lived and win over the homesickness.
This book can come to use as a proof that we can do what we want. Today, a lot of young people are moving out from their countries. Really useful book for support in that case.
Deutsche Rezension unten
A beautiful, heartbreaking book about self-denial and the fulfillment of duty, where many things remain unspoken and the reader gets to read between the lines.
Irland in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Wie viele andere junge Frauen lebt Eilis in relativer Armut, hat kaum Aussichten auf eine Anstellung. Doch da der Vater verstorben ist und sie und ihre Mutter vom Gehalt der älteren Schwester leben, sieht Eilis sich in der Pflicht, als sie die Möglichkeit hat, nach New York, genauer gesagt nach Brooklyn, auszuwandern und dort in einem Kaufhaus zu arbeiten. Eilis nimmt die Bürde auf sich, opfert sich. Doch kann sie in New York glücklich werden, als Verkäuferin und weit weg von ihrer Familie?
Colm Tóibíns Roman, der im Jahr 2009 den renommierten Costa Novel Award gewann, ist im Grunde genommen sehr viel länger als 252 Seiten. Denn ich habe selten ein Buch gelesen, in dem so viel unausgesprochen bleibt, wie dieses. Eilis erfüllt ihre Pflicht, ohne sich zu beschweren, dieses Schema zieht sich durch das gesamte Buch. Dass sie damit ihre Freiheit und ihr Glück aufgibt, es steht zwischen den Zeilen, wird deutlich in Bildern. Tóibín erweist seinen Lesern damit viel Vertrauen, dass sie sein Buch richtig lesen werden. So bleibt manche Szene seltsam unbefriedigend, doch im Nachhinein wird klar - das war beabsichtigt. Denn diese Szenen machen die Unzulänglichkeit von Eilis' Situation und ihrer Beziehungen deutlich.
Sprachlich liest sich der Roman sehr schön, am besten gefallen haben mir die Schilderungen der Eindrücke, die in Brooklyn auf Eilis einprasseln:
"For each day, she thought, she needed a whole other day to contemplate what had happened and store it away, get it out of her system so that it did not keep her awake at night or fill her dreams with flashes of what had actually happened and other flashes that had nothing to do with anything familiar, but were full of rushes of colour or crowds of people, everything frenzied and fast." (Seite 58)
Auch der Multi-Kulti-Faktor Brooklyns wird wunderbar beschrieben, jeder wird dort, unabhängig von der Herkunft, (angeblich) gleich behandelt. Doch dies endet spätestens bei Schwarzamerikanern, der grassierende Rassismus im Amerika der Rassentrennung wird in nur wenigen leisen, jedoch eindrücklichen Bildern geschildert.
Ein Plot-Twist sorgt dafür, dass Eilis für einen Besuch nach Irland zurückkehren muss - und wieder steht sie vor einer schwierigen Entscheidung, die auf den Leser herzzereißend wirken kann.
Colm Tóibín hat ein schönes, einfühlsames Buch geschrieben, das den Leser die Bitternis der Pflichterfüllung schmecken lässt.
FINALLY!
This took long enough. I think I consider this a 3.5/5 even, because the last third was waaaay better. But Tóibín’s style is not for me. I know he very carefully crafts his work, but whether he always does this or he just did it to Eilis Lacey - I was sooo frustrated with the stylistic choice of having her part in conversations often be reflected upon with inner monologue and recollection and not with actual speech. It drove me nuts. It stressed the impression of her being passive and silent about things that happen to her, so much more! And after discussing with my literature class I’m almost convinced she’s not half bad. BUT I REALLY DIDN’T READ THAT, I read that INTO the story. And I get what the extensive exposition in Enniscorthy was for and I get what the extensive exposition in Brooklyn was for, but I was bored out of my mind! Thank Tony for giving me something to hold on to :D
So critically speaking this was well done, the leading motives were strong and good and there was lots of thinking to be done to really grasp all the layers! Only personally I suffered through this and I’m sorry about it, but that counts for something too, you know?
I pay my respects, it just wasn’t for me.