
Deprimierend.
📌 "Die Abwesenheit von Hannes, Nico und Pommes wog schwerer, als ihre Anwesenheit es getan hätte. Wären wir uns nie begegnet, würde diese Leere nicht existieren. Allerdings wäre dann vielleicht eine andere an ihre Stelle getreten, ziemlich sicher sogar, denn irgendwer ging ja immer und ließ ein Loch zurück." (S. 187) Insa, Hannes und Nico - drei Freunde seit Kindertagen - aufgewachsen in einem friesischen Dorf, durchleben in diesem Buch Zeiten des Umbruchs bzw. des erwachsen werdens. Hannes beschließt die Schrauberwerkstatt seines verstorbenen Großvaters in der alten Heimat zu übernehmen, um so gleichzeitig im Bedarfsfall für seine Oma da sein zu können. Insa tut sich schwer mit dem Gedanken an seinen baldigen Auszug aus der gemeinsamen WG - zudem beschäftigt sie die vermeintliche Diagnose einer schweren Erkrankung, auf die sie gerade getestet wird. Gemeinsam mit Nico, begeben sie sich auf einen Road-Trip nach Spanien. Dort lebt dessen Mutter, seitdem sie ihn und seinen Vater in seiner Kindheit verlassen hat. Er bangt vor dem Wiedersehen. Während ihrer Reise driften die drei Freunde mehr oder weniger auseinander, es kommt zu kleineren Querelen und größeren Meinungsverschiedenheiten. Sehr lange hatte ich dieses Buch auf meiner Wunschliste. Vielleicht zu lange, denn einmal angefangen zu lesen, merkte ich sehr schnell, dass ich vermutlich nicht mehr die Zielgruppe dieser Geschichte bin, die mir in jüngeren Jahren sicher deutlich besser gefallen hätte. Alle drei jungen Leute in diesem Buch kamen mir sehr unreif und irgendwie wenig zielstrebig, teilweise sogar perspektivlos vor. Niemand strebte so wirklich nach dem erwachsen werden, sondern alle hingen der Vergangenheit hinterher und schwelgten lieber in alten Erinnerungen und/oder blickten ziemlich blauäugig in die Zukunft. Besonders Insa, als Protagonistin, machte es mir sehr schwer, sie auch nur ansatzweise zu mögen oder zu verstehen. Sie ist sehr auf sich und ihre Bedürfnisse fixiert und es augenscheinlich gewohnt, dass ihr alles zufällt, ohne viel dafür zu tun. So dümpelt sie mit Arbeitslosengeld vor sich hin und strebt auch nicht wirklich an, an ihrer Situation etwas zu ändern, verdrängt die im Raum stehende MS-Diagnose und kifft lieber, anstatt sich mit der Ernsthaftigkeit der Thematik auseinander zu setzen. Grundsätzlich wird in diesem Roman ziemlich viel getrunken und gekifft. Ich persönlich fand das ziemlich deprimierend/frustrierend und mir fiel das Lesen und beenden dieses Buches leider ziemlich schwer. Vor zwanzig Jahren wäre meine Meinung sicher positiver ausgefallen.

