23. Sept.
Rating:4

Wenn das Leben in Scherben liegt und alles verloren scheint, wird klar, was das Wesentliche im Leben ist. So geht es auch Meredith, die sich in der größten Not an ihre alte Freundin Connie wendet, auch wenn das Verhältnis mit den Jahren abgekühlt ist. Connie, die seit dem Tod ihres geliebten Mannes selbst ihr Päcklein zu tragen hat, nimmt sich Merediths an und zusammen stellen sie fest, das das Leben weiter geht und noch viel Schönes bereit hält – spätestens als die beiden Frauen den erdverbundenen Hummerfischer Dan kennen lernen. Vor der stürmisch-romantischen Kulisse der Insel Nantucket entfaltet sich im Rückblick das Leben und die Freundschaft der beiden Frauen. Elin Hilderbrand, die selbst auf der Insel lebt, gelingt es, ganz nebenbei dem Leser ihre Heimat näher zu bringen. Im Vordergrund steht jedoch die Frage, was im Leben wichtig ist, die Bedeutung von Liebe und Freundschaft, Vertrauen und Vorurteilen. Dabei lässt es sich Hilderbrand nicht nehmen, die Machenschaften der Finanzwelt, die letztlich zur weltweiten Finanzkrise geführt haben, zu kritisieren. Allerdings bleibt sie damit sehr zurückhaltend und lässt dieses Thema nur als Nebenschauplatz zu. Trotz zunehmender Wiederholungen bleibt der Roman durchgehend interessant und unterhaltsam. Der leichte, eingängige Schreibstil Hilderbrands macht das Buch zu einer zwar ernsten, aber auch leicht verdaulichen Lektüre. Mich persönlich hat das Buch sehr positiv überrascht, nachdem die Wahl eher willkürlich aufgrund des Titels auf dieses Insel-Buch fiel. Ohne große Erwartungen meinerseits konnte mich die Geschichte erstaunlich schnell fesseln und machte mir Lust darauf, mehr von dieser Autorin zu lesen. © Tintenelfe www.tintenhain.de

Inselglück
Inselglückby Elin HilderbrandBerlin Verlag Taschenbuch