Das Buch ist ein Beispiel Par exelence für fehlendes Erwartungsmanagement. Dass es sich bei dem Titel "Trieb" nicht um ein Lexikon zur Pflanzenkunde mit einer Erläuterung Prozess der Fortpflanzung in der Botanik handle, war mir durchaus vorher bewusst. Doch mit dem Spruch "der neue von Schirach" liegt man dennoch Recht weit entfernt davon. Wie der Titel schon nahe legt, geht es in den vielen Kurzgeschichten stets um den menschlichen sexual Trieb und welche Folgen damit verbunden sein können. Im Gegensatz zu Schirach werden diese vermeintlich moralischen Dilemma jedoch nicht eingeordnet, sondern unkommentiert stehen gelassen. Generell handelt es sich weniger um Dilemma sondern eher um stellenweise zu ausführlich formulierte Gewaltdelikte. True Crime für Leute mit TikTok-Aufmerksamkeitsspanne praktisch. Insgesamt schon stellenweise interessant zu erfahren, was so in der Welt für Straftaten passieren, aber dennoch sehr abweichend zu dem, als was es beworben wird. Ähnlich wie wenn man Kuchen bestellt und eine Schüssel voll Sand mit dem Hinweis "Sandkuchen" hingestellt bekommt. Lustige Erfahrungen und nette Geschichte beim ersten Mal, doch nach der 5. Schüssel voll Sand schmeckts auch mit guten Willen nicht mehr und man entwickelt eine Angst dort im Laden den "Käsekuchen" zu bestellen. Analogie für: Ich weiß nicht was mich sonst bei dem Autor erwartet und wurde auch nicht nachhaltig überzeugt, es herauszufinden.
31. MärzMar 31, 2026
Triebby Jochen RauschBerlin Verlag Taschenbuch
