17. Dez.
Rating:4.5

„Wir betrachten die Bäume als friedlich, aber das sind sie nicht. Es sind Krieger, die sehr bedächtig gegeneinander kämpfen.“ Bemerkung: #godsofthewyrdwood ist in zwei Teil aufgeteilt - Wächter des Wyrdwood und Götter des Wyrdwood. Ich würde empfehlen, beide Teile als ein Buch zu betrachten. Cahan Du-Nahere ist kein einfacher Bauer, obwohl er sich bemüht als ein solcher zu leben. Er ist clanlos und ein Cotta-Rai. Doch seine Cotta will er nicht einsetzen. Zudem ist er ein Waldläufer und wagt sich tiefer in Saumwald, Harnwood und Wyrdwood vor als jeder andere. Es wird schnell klar, dass ihn mehr als ein Geheimnis umgibt. Wir begleiten ihn in einem großen Teil des Buches und lernen durch ihn langsam die Cotta, die Rai, die verschiedenen Clans, die Wälder und die Bewohner, die Tiere und Pflanzen kennen. Verwirrend? Ja, das ist es - insbesondere zu Beginn musste ich einfach die Fragezeichen über meinem Kopf vehement zur Seite schieben und mich einfach an Cahans Fersen heften, der mit seiner fantastischen Fellnase unwillig Abenteuer erlebt und Wurzlinge rettet. Wer sich fallen lässt, wird mit den eigentlichen Stars des Buches belohnt. Den Wäldern in all ihrer Pracht, mit all ihrer Gefahr, mit all ihrer Pflanzenvielfalt und den Wesen, die mehr oder minder gefährlich auf Beute lauern. Mit den Wäldern hat RJ Barker sich selbst übertroffen. Wo ich mit seinen Knochenschiffen relativ wenig anfangen konnte, hatte mich das Setting nach wenigen Seiten. Er malte mit Wortpinseln Bilder zwischen Urwald und fantastischer Landschaft, voller Lichter, riesiger Baumwurzeln und den ungewöhnlichsten Geschöpfen in meinen Kopf, und Cahen bewegte sich mit einer Sicherheit durch das Dickicht, die ich mir bald zu Eigen machte. Er verwendet in der ersten Hälfte des Buches (Wächter des Wyrdwood) viele Seiten darauf, dem Leser den Wald näher zu bringen. Irgendwie ist in meinem Kopf ein düsteres Ghiblisetting entstanden, was ich sehr begrüßt habe. Es gibt die Wälder, es gibt die Dörfer und Höfe, in denen Cahan und die anderen Bürger wohnen, und dann gibt es noch die Turmstädte, in denen die nächste PoV angesiedelt ist. Die der hohen Leoric, einer Herrscherin, die unbedingt ihr Kind (ein Trion, ein Angehöriger des Dritten Geschlechts) zur nächsten Cotta-Rai machen will. Dafür muss Venn töten, wogegen Venn sich strikt weigert. Die Hohe Leoric kommt mit einem starken Konflikt zwischen dem Schutz ihres Kindes und dem Machtbestreben daher, was sie für mich zu einem spannenden Charakter macht, aber nicht unbedingt zu meinem Liebling. Venn fand ich dagegen richtig toll, insbesondere in der Interaktion mit Cahan. Was ist denn nun eine Cotta? Letztendlich eine Art parasitäre Magie, der Leben, mag es noch so klein sein, geopfert werden muss, um die Magie zu nähren. Das muss man Barker lassen - da hat er wirklich außergewöhnliches erschaffen. Insbesondere da die Magie selbst als Wesenheit in kurzen Kapiteln „Tief im Wald“ oftmals zwischen den eigentlichen Kapiteln zu Wort kommt. Barker baut insbesondere in den Zwischenspielen eine wahnsinnig starke Atmosphäre auf, die beklemmend wirkt und zumindest mich sehr neugierig gemacht haben. Im ersten Teil des Buches (Wächter des Wyrdwood) baut Barker lange an der Welt. Es ist nicht unspannend, doch der eigentliche Fokus, der auch im Klappentext des Buches angekündigt wird und der uns mit in den Wyrdwood selbst nimmt, kommt erst ganz am Ende des Buches zu tragen. Das kann anstrengend sein, ich fand’s richtig cool. Im zweiten Teil, Götter des WyrdWood kam der #foundfamily Charakter so richtig schön zum Tragen und die Figuren sind aneinander gewachsen. Fazit: Ein toller Auftakt mit einer Figurenkonstellation, die mich mitgerissen hat und mit der ich mitfühlen konnte in einer innovativen Welt, die meinem Gehirn düstere Ghibli-Vibes beschert hat. Band zwei und drei werden wohl nicht übersetzt werden. Ich selbst habe den zweiten Teil vom ersten Band auf Englisch gelesen und bin eigentlich gut zurecht gekommen.

Wächter des Wyrdwood
Wächter des Wyrdwoodby RJ BarkerPanini Verlags GmbH
17. Aug.
Komplexe lesenswerte High-Fantasy
Rating:4

Komplexe lesenswerte High-Fantasy

Hinweis zu meiner Rezension: Der Originalband „Gods of the Wyrdwood“ wurde vom Panina-Verlag in zwei Bücher unterteilt: „Wächter des Wyrdwood“ und „Götter des Wyrdwood“; da ich das Werk aber so betrachten möchte, wie es vom Autor gedacht ist, und es dramaturgisch gesehen auch absolut Sinn macht, betrifft meine Rezension beide Deutschen Bände. Und ich empfehle auch dringend, beide Bände als ein Buch zu betrachten und zusammen zu lesen! „Sein Leben lang war er vor sich selbst weggelaufen, davor, wer er war, wer er sein konnte. Und manchmal musste man aufhören, wegzulaufen. Begreifen, dass es keine Bedeutung hatte, wer man war, dass es allein darauf ankam, wer man sein konnte.“ (Götter des Wyrdwood S.278) R.J. Barker liefert uns mit seiner Wyrdwood-Trilogie High-Fantasy vom Allerfeinsten, das muss man schon ganz klar sagen! Ich hatte zuerst geplant, die Reihe auf Englisch anzufangen, bin nun aber doch sehr froh, auf die Deutschen Bücher gewechselt zu sein. Das Worldbuilding ist sehr komplex und man benötigt schon den ersten Band „Wächter des Wyrdwood“ um ansatzweise durchzusteigen, was hier eigentlich los ist und wie sich diese Welt zusammensetzt. Dazu kommen ungewohnte Begriffe, sodass ich rückblickend befürchte, dass ich auf Englisch wohl abgebrochen hätte. Dabei lohnt es sich so sehr, sich hier durchzubeißen, dranzubleiben, die Fragen die man hat, einfach sein zu lassen und darauf zu vertrauen, dass sie im späteren Verlauf in Ansätzen beantworten werden. Das Lesetempo war dadurch für mich am Anfang eher langsam, ich habe viel markiert und Barker führt uns eher Stück für Stück in die Welt ein, die Handlung schreitet eher gemächlich voran. Das zweite Buch „Götter das Wyrwood“ habe ich dagegen innerhalb von 2 Tagen durchgelesen, da man hier nur so durchfegt und die Handlung rasant voranschreitet und actiongeladen ist. Der Wald ist hier nicht nur Hauptschauplatz, sondern als ein lebender Organismus zu betrachten, der die Welt beherrscht und lenkt und die Welt wird von einem Kampf der Götter dominiert, die hier in einer großen Anzahl vorhanden sind. Iftal ist der Schöpfer der Welt, er erschuf die Götter und die Götter die Menschen, dass sie ihnen halfen, über die Welt zu wachen und über den Sternenpfad ins Paradies zu gelangen. Durch Eifersüchteleien spalteten sich die Götter, das Gleichgewicht der Welt wurde gestört, Iftal verbannte die Götter und verteilte sie im Wald. Von Menschen gefunden gaben die Götter den Menschen Cottas, die mit Kraft genährt werden müssen, um die Gottheiten zu erhalten, so dass Iftal eines Tages wiedergeboren werden kann und sie wieder auf dem Sternenpfad wandeln können. Doch die bösen Götter, die Oseren, die unter die Erde verbannt wurden, erheben sich hier und da und täuschen Menschen um wieder an Macht zu gelangen. So erzählt man es sich. Die Zeiten sind geprägt von vielen Macht- und Gottwechseln, Jeder Gott behauptet, „Der Eine“ zu sein und wer ihm nicht folgt und Treue schwört, wird gnadenlos hingerichtet. Der mächtigste Mensch mit einer Cotta und direkter Unterstellter des Gotts ist der Cotta-Rai und es wird gesagt, dass es in jeder Generation nur einen wahren Cotta-Rai gibt, alle Anderen sind Betrüger. Doch ist das wirklich die Wahrheit? Cahan-du-Nahere wurde einst vom Gott Zorir-der-im-Feuer-wandelt auserwählt, der nächste Cotta-Rai zu sein. Doch diese Zeiten sind vorbei; nun herrscht die Gottheit Tarl-an-Gig. Cahan möchte mit seiner Vergangenheit nichts mehr zu tun haben; als Clanloser gehört er sowieso zum „Abschaum der Gesellschaft“ und er fristet sein Dasein auf einem ablegenden kleinen Hof, den er bewirtschaftet. Doch das Wissen um seine Existenz kann nicht auf ewig verborgen bleiben und es wird Jagd auf ihn gemacht, denn alle „falschen Cotta-Rai“ müssen vernichtet werden, es darf nur noch die Gläubigen zu Tarl-an-Gig geben. Und dann gibt es da Venn, ein Falnist, derer eine Cotta in sich trägt, sie aber nicht erwachen lassen will. Denn die Cotta wird mit dem Leben eines anderen Menschen gefüttert und Venn möchte kein Leben nehmen. Doch Venns Mutter, Unterstellte der Cotta-Rai Tarl-an-Gigs und Hohe Leoric (Regentin) von Haranspeyer, möchte Venn um jeden Preis umstimmen. Auch Cahan hat sich geschworen, kein Leben mehr zu nehmen und seine Cotta nie mehr zu füttern. Und welch ungeahnte Dinge geschehen, wenn Venns und Cahans Wege sich kreuzen, müsst ihr selbst lesen… Wie ich bereits sagte, hat Barker hier eine sehr komplexe Welt geschaffen, dessen man sich bewusst sein muss und auf die man sich auch einlassen muss. Wir bekommen hier nichts auf dem Silbertablett serviert, sondern es erschließt sich erst alles nach und nach. Wer dies mag und davor nicht zurückschreckt, bekommt hier grandiose High-Fantasy mit einem eigenen Zeitsystem, allumfassenden Geschlechterrollen (Falnisten sind z.B. geschlechtsneutral), neuartigen Beziehungskonstrukten (Erstfrau, Zweitmann, usw.) und vielen fantastischen (Wald-)Wesen. Die Geschichte ist durchaus auch recht kriegslastig und mit entsprechenden brutalen Szenen ausgestattet. Was mir sehr gut gefallen hat ist aber die alles umfassende Weltanschauung, dass wir alle eins und miteinander verbunden sind in dieser Welt - und das setzt ein deutliches Gegengewicht zu den Kriegsthemen. Der Epilog in „Götter des Wyrdwood“ hat mir regelrecht die Schuhe ausgezogen, da er alles vorher Geschehene nochmal völlig auf den Kopf gestellt hat und mich Fassungslos zurückgelassen hat! Für ein Highlight hat es nicht ganz gereicht, aber ich würde nicht ausschließen, dass es das bei den folgenden Bänden noch werden könnte. Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zu der Qualität der Printausgaben verlieren. Die Bücher von Panini-Books ließen sich in der Vergangenheit leider sehr schlecht lesen, da sie sehr steif waren und man den Buchrücken dermaßen oft brechen musste, um die Bücher überhaupt aufschlagen zu können. Das hat den Lesespaß deutlich gemindert und auch unter uns Lesenden zu Unmut geführt, der aber auch mit dem Verlag kommuniziert wurde. Laut meinen Informationen (ohne Gewähr), hat der Panini-Verlag die Druckerei ab einem gewissen Zeitpunkt gewechselt. Hat sich die Qualität der Ausgaben dadurch verbessert? Meine Antwort: JA! „Wächter des Wyrdwood“ habe ich in der ‚alten Ausgabe‘ und der Buchrücken wurde während des Lesens zu einer einzigen Faltenlandschaft. „Götter des Wyrdwood“ (1. Auflage März 2025) fasst sich immernoch ein bisschen schwer und klobig an (die Seiten sind auch recht dick), ABER der Buchrücken ist KOMPLETT UNVERSEHRT geblieben!!!🙏 Ich bin sehr positiv überrascht und kann guten Gewissens sagen, dass sich die Bücher von Panini Books nun „unfallfrei“ lesen lassen und hiermit auch positive Rückmeldung an den Verlag geben!

Wächter des Wyrdwood
Wächter des Wyrdwoodby RJ BarkerPanini Verlags GmbH
29. Apr.
Rating:5

Eigentlich unbewertbar, da es nur ein halbes Buch ist! Aber ich habe ein bisschen gebraucht, mich in die Story einzufinden. Nun, da ich drin bin in der Geschichte, finde ich sie grandios! Der Wyrdwood als wichtiges Element der Geschichte ist so toll beschrieben, lebendig, vielseitig und tödlich. Band 1.2 liegt schon bereit.

Wächter des Wyrdwood
Wächter des Wyrdwoodby RJ BarkerPanini Verlags GmbH
7. Apr.
Rating:4

Einfach nur Wow!

Was habe ich da gerade gelesen? RJ Barker hat eine unglaubliche Welt erschaffen voller faszinierender Wesen, Natur und Mythen. Ich habe tatsächlich sehr lange gebraucht, bis ich in das Buch reingekommen bin und hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben. Die Welt war für mich anfangs unglaublich kompliziert mit so vielen fremden Begriffen. Auch die Religion, Politik etc, die tragend in dem Buch sind, habe ich einfach nicht wirklich verstehen können, was dazu geführt hat, dass ich nicht wirklich in die Welt und die Charaktere eintauchen konnte. Aber so ab der Hälfte des Buches wurde es immer besser und besser. Ich fand die Welt und die Idee für dieses Buch von Anfang an unglaublich interessant und faszinierend und als ich endlich eintauchen konnte: Wow! Echt wow! RJ Barker hat eine düstere, unglaublich faszinierende Welt voller Mythen, Grauen und Schönheit gezaubert, die mich in ihren Bann gezogen hat. Ich kann verstehen, wenn Leute mit dem Buch nicht klarkommen. Mir ging es ja auch ganz lang so. Ich würde jedem raten: Haltet durch und gebt dem Buch die Chance bis zum Ende. Wenn es euch so wie mir geht, dann hat sich dieses Warten nämlich mehr als gelohnt! Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den nächsten Band!

Wächter des Wyrdwood
Wächter des Wyrdwoodby RJ BarkerPanini Verlags GmbH
28. Feb.
Definitiv ein Must-Read für alle High Fantasy Fans, die gerne auf Liebesgedöhns verzichten.
Rating:5

Definitiv ein Must-Read für alle High Fantasy Fans, die gerne auf Liebesgedöhns verzichten.

"Zwischen dem, was wir hören, und dem, was gesagt wird, kann ein Ozean liegen." Mit "Wächter des Wyrdwood" zeigt RJ Barker erneut wie viel Kreativität durch seine Adern fließt. High Fantasy vom Feinsten, die von Michaela Link ins Deutsche übersetzt wurde. Es ist Venttag und das heißt die Prozession der Geistlichen wird von Haran nach Groß Haran ziehen. Cahan Du-Nahere ist 6 Jahre alt und sehr aufgeregt, auch wenn ihm klar ist, dass die Prezession nicht an ihrem Hof anhalten wird. Denn Clanlose sind nichts wert - auch nicht den Segen der Cotta-Rai. Doch dann kommt alles anders: Die Geistliche erkennt eine Macht in Cahan und prophezeit, dass er der wahre Cotta-Rai sein wird, der alle - auch die Clanlosen - befreien wird. Jahre später: Irgendetwas muss passiert sein, denn Cahan gehört nicht mehr zu den Rai. Er versteckt seine Identität und ignoriert seine Macht. Doch niemand kann ewig vor seinem Schicksal davonlaufen und erst recht nicht vor dem, was er ist. Als der Sohn einer Rai im Wald verschwindet, wendet sie sich an Cahan, der als Waldläufer einer der wenigen ist, die sich in die gefährlichen Wälder Cruas wagen. Man sagt, wer vom Wyrdwood gerufen wird, ist für immer verloren. Und so macht Cahan der besorgten Mutter nicht viel Hoffnung, aber er macht sich auf den Weg. Ihm schließt sich die verrückte Udinny an, die der Göttin der Verlorenen dient. Cahan und Udinny müssen ihren Weg weise wählen und vor allem Cahan muss feststellen, dass er ist, was er ist ... RJ Barker hat mich wieder einmal restlos begeistert! Schon die "Knochenschiffe" fand ich unglaublich gut und kreativ, doch mit dem Auftakt seiner "Wyrdwood-Trilogie" übertrifft er sich nochmal. Wir haben hier eine wahnsinnig interessante Welt, die durch ihre Religion und ihre Götter geprägt ist. Die Macht, die sogenannte Cotta, ist unersättlich und schrecklich. (Aus Spoilergründen möchte ich nicht näher darauf eingehen.) Doch vor allem die Wälder und ihre Kreaturen haben es mir angetan! Hier zeigt Barker wieder seinen unglaublichen Einfallsreichtum und lässt mich einfach nur staunend durch seine magische Welt spazieren. DAS ist genau die Art von Fantasy, die ich lesen möchte! Kreativ, magisch und einfach nur genial! Von mir gibt es daher dafür eine bedingungslose Leseempfehlung an all jene, deren Herzen für die Fantasy schlagen. Meine große und einzige Kritik betrifft den Verlag: Der Panini Verlag hat den ersten Band leider in zwei Bücher à 400 und 432 Seiten aufgeteilt - in meinen Augen unnötig und unglücklich, da so der Lesespaß ziemlich ausbremst wird (es sei denn man hat die Geduld Monate auf die zweite Hälfte zu warten). Denn auch die Entscheidung die Leser 6 Monate warten zu lassen, ehe die zweite Hälfte des ersten(!) Buches erscheint, finde ich sehr unglücklich und unverständlich. Man hört doch sicher nicht mitten im Buch auf zu übersetzen? Warum also nicht zeitnah die zweite Hälfte nachliefern? Abgesehen davon, dass sich die Qualität des Buchrückens trotz Vorbereitungen des Buches meinerseits nicht wesentlich verbessert hat.

Wächter des Wyrdwood
Wächter des Wyrdwoodby RJ BarkerPanini Verlags GmbH
18. Nov.
Rating:4

Atmosphärischer Auftakt, wünschte wir hätten das ganze Buch bekommen.

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen und danke Panini Books für die Möglichkeit in diese düster-atmosphärische Welt eintauchen zu dürfen. Cahan ist ein Waldläufer und wagt sich als solcher tiefer in die Wälder Cruas als jeder andere. Als ein Kind vermisst wird, wird er gebeten es in den Wäldern suchen zu gehen. Dabei schließt sich ihm die redefreudige Udinny an. Doch Cahan ist nicht nur ein einfacher Waldläufer, seine Vergangenheit macht ihn zur Zielscheibe einer machtgierigen Herrscherin. Und welche Rolle wird ihr Sohn noch spielen? Wer dieses Buch in die Hand nimmt, muss sich bewusst sein, dass der Verlag sich dazu entschieden hat, die Übersetzung in zwei Teile zu spalten. Meine Sternebewertung bezieht sich auf die Geschichte, zu der Verlagsentscheidung schreibe ich unten mehr. Dieses Buch fühlt sich an, als ob man in ein fremdes Land mit unbekannter Kultur, Politik und Sprache geworfen wird. Niemand nimmt uns an die Hand. Erklärungen fehlen anfangs komplett. Im Gegenteil, unbekannte Begriffe, werden mit unbekannten Begriffen beschrieben und auf ein Glossar wurde (vermutlich bewusst) verzichtet. Die erste Hälfte des Buches ist also sehr schwer zu verstehen, aber der Autor belohnt unser Durchhaltevermögen mit kleinen "Erklärungshäppchen". Dieser Ansatz ist durchaus spannend, ich muss allerdings sagen, dass er den Bogen hier ein wenig überspannt hat. Wäre ich ein langsamer Leser, hätte mich dieses Buch frustriert. Ein paar mehr Informationen wären gut gewesen, insbesondere, da der relative Anteil Unverständnisses auf die Länge des (deutschen) Buches gesehen zu groß ist. Erst ab der Hälfte finden wir uns etwas zurecht und das Feeling, welches ich mir vom Klappentext erhofft hatte, kommt erst im letzten Drittel auf. Dennoch lohnt es sich dem Buch eine Chance zu geben. Man mag jetzt denken, dieses Buch sei sackschwer zu lesen, aber das ist es tatsächlich nicht. Denn von den Begriffen abgesehen, ist Barkers Stil klar und flüssig und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. R.J. Barker nimmt uns mit in eine düstere, karge Welt voller Intrigen, Missgunst und Gewalt. Die Wälder nehmen eine Zentrale Rolle ein und werden fast als eigener Charakter beschrieben. Die Balance zwischen den Dingen und der Einklang mit der Natur sind es, die Cahan ermöglichen sich im Wald so fortzubewegen. Diesen Fakt liebe ich sehr. Selbst die Magie scheint durch Organismen zu Stande zu kommen. Ein sehr starkes Bild. Die Charaktere sind interessant gestaltet und scheinen alle ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Das mag ich ebenfalls sehr gerne. Leider bekommen wir noch nicht so viel von ihnen mit. Hier besteht durchaus Potenzial für mehr. Das Gespann aus Cahan und Udinny hat mir gut gefallen und durch sie bekommen wir ein paar mehr Erklärungen zur Welt. Cahan ist eine Art Antiheld, dessen Fähigkeiten ihn mehr zu belasten als helfen zu scheinen. Das World Building scheint im ersten Moment gut durchdacht zu sein. Da wir gefühlt erst einen Bruchteil kennengelernt haben, will ich mögliche Lücken noch nicht beurteilen. Interessant finde ich, dass wir auf einer Seite eine typische karge mittelalterliche Welt haben, auf der anderen Seite aber Luftschiffe bzw. Luftfloße die mit Kreaturen (Gasmäulern) geflogen werden. Ich habe eine sehr lebhafte Fantasie, aber manche Kreaturen konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Darüber hinaus scheint der Autor eine Obsession mit Tentakeln und zu vielen Augen zu haben. Da ich ein Fan von Lovecraft bin, ist das schon okay für mich, schmunzeln musste ich dennoch. Am Ende des ersten Buches halten wir viele lose Handlungsstränge in der Hand, sind aber auch ein großes Stück weiter, was das Verständnis dieser Welt angeht. Leider bin ich erst ab der Hälfte in der Geschichte angekommen und das Ende lässt mich ein bisschen frustriert zurück. Das wiederum liegt natürlich an der Teilung des Buches. Ich gebe dem Autor den Benefit-of-a-doubt, dass er im Original vielleicht erste Fäden zusammenführt. Die Verlagsentscheidung zur Teilung des Buches Zunächst einmal möchte ich bei Panini bedanken, dass sie High bzw. Epic Fantasy überhaupt übersetzen. Das ist bei der großen Flut an Romantasy-Geschichten aktuell nicht selbstverständlich. Dass ich mir die Zeit für diese Kritik nehme, entsteht aus einer tiefen Sorge um die Zukunft dieser Serie, denn ich würde wirklich gerne wissen, wie es weitergeht. Dass deutsche Bücher aufgrund der Langläufigkeit der Sprache öfter dicker sind, ist ja bekannt. Im Statement von Panini auf Instagram heißt es, dass der Verlag Bücher bisher nicht geteilt hat, es aber zu Qualitätsproblemen im Bereich des Rückens kam. Daher habe man sich entschlossen die Druckerei zu wechseln und Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung zu suchen. Dieser Prozess sei aber nicht pünktlich zum Erscheinungstermin abbildbar gewesen und man habe sich daher zur Teilung entschlossen. Man entschuldigt sich außerdem für die entstandenen Mehrkosten. Dieses Statement klingt erstmal nachvollziehbar. Fragen darf ich mich allerdings, ob man im Bereich der High-Fantasy die Qualitätsanforderungen anpassen könnte. Z.B. Hardcover-Ausgaben, dünnere Seiten, Anpassung am Satzspiegel etc.. Die erwähnten Mehrkosten für die Leser werden deutlich ausfallen. Der nächste Teil ist zu 20 Euro vorbestellbar. Macht 120 Euro für die 6 Bücher der Serie. Würden wir z.B. 30 Euro für einen Einzelband bezahlen, lägen wir bei drei Büchern nur bei 90 Euro. Ich denke, das könnte für viele ein Grund sein, die Reihe gar nicht erst zu lesen. Für die Differenz bekommen wir schon wieder ein anderes Buch. Meine Sorge ist, dass so interessierte Leser verschreckt werden, die Rezensionen schlechter ausfallen, die Reihe so für Panini nicht lukrativ genug ist und im Worst-Case eingestellt wird. Ich bin mir sehr sicher, dass sich der Verlag diese Entscheidung nicht leicht gemacht hat. Aus Sicht der Lesenden ist diese Entscheidung nachteilig für den Autor, die Geschichte und auch den Verlag. Ich kann nur an den Panini appellieren, noch einmal die Möglichkeiten einer Komplettübersetzung des 2. und 3. Teils zu prüfen. Fazit: Ein toller Auftakt für eine vielversprechende Serie. Zunächst empfand ich die mangelnden Erklärungen als befremdlich, doch im späteren Verlauf, habe ich mich jedes Mal gefreut, wenn ich wieder etwas herausgefunden habe / wenn der Autor mir wieder etwas verraten hat. Auch, wenn ich das Gefühl habe, dass ich noch nicht viel von der Haupthandlung gelesen habe, habe ich den nächsten Teil vorbestellt. Auch als Signal, an den Verlag dass ich Interesse an der Fortführung der Serie habe.

Wächter des Wyrdwood
Wächter des Wyrdwoodby RJ BarkerPanini Verlags GmbH
17. Nov.
Interessante Geschichte, aber zu verwirrend und ziehend geschrieben.
Rating:2.5

Interessante Geschichte, aber zu verwirrend und ziehend geschrieben.

Leider hat mir das Buch nicht wirklich gefallen. Ich fande es sehr verwirrend und weit ausgeholt geschrieben. Da man auch kein Glossar hatte, wusste man oft garnicht wer was ist. Der Anfang hat sich für mich sehr gezogen. Ich war sehr verwirrt, aber vor allem auch verwirrt über die Pronomen. Die ganzen Pronomen haben für mich zwischenzeitlich kein Sinn gemacht, weshalb ich oft nicht wusste ob es jetzt ein Mann, eine Frau oder ein Fabelwesen ist. Ein Glossar hätte da sehr geholfen. Ich habe am Anfang nicht verstanden was die Inhaltsangabe mit dem Buch zu tun hat und zum Schluss hab ich mich auch gefragt warum hinten drauf steht Udinny soll das Kind retten, weil eigentlich Cahan gefragt wurden ist. Bis zu den letzten hundert Seiten hat man nicht mal erahnen können was der Zusammenhang des Buches und der Inhaltsangabe war, was das ganze noch verwirrender gemacht hat.Ich habe auch nicht ganz verstanden was für eine Rolle jetzt Cavan in der Hierarchie in der Welt spielt und was für eine Rolle Kirven. Auch Venn ihr rolle hab ich nicht verstanden und was oder wer ein Dey ist. Ich hatte also jede mänge fragen, schon nur über die Hierarchie und den ganzen Protagonisten weshalb der Inhalt schwer zu verstehen war. Auch fand ich es schade das auf der Karte nicht alle Städte und Dörfer die erwähnt wurden, und der Saumwald, Harnwood und der Wyrdwood, als die wichtigsten Orte des Buches, nicht mit auf der Karte zu sehen waren. Jedoch fand ich die letzten hundert Seiten super. Man hat genug, mit nicht zu viel drumherum, über den Wald und den Waldwesen gelesen. Außerdem wurde es sehr spannt zum Schluss, mit der Frage ob sie den Jungen finden und zurückbekommen würde . Mir war jedoch auch das Ende mit Udinny schon bewusst gewesen, da sie schon die ganze Zeit nicht auf Cahan gehört hatte und es hier somit auch absehbar war. Die Kapitel mit der Beschriftung “Tief im Wald” hab ich zwar vom Zusammenhang nicht verstanden, (vor allem warum im Wald da die Handlungen in dem Kapitel nicht im Wald stattgefunden hatten), aber ich mochtet es trotzdem sehr mit der kleinen Abwechslungen zwischendurch. Im Großen und Ganzen fand ich das Buch leider schwieriger zu lesen und sehr verwirrend, was leider die gute Idee hinter dem Buch zerstört hat. Von mir gibt es deshalb 2.5/5 Sternen. (Jedoch denke ich, da im ersten Band jetzt die ganze Hierarchie versucht wurde zu erklären, das der zweite Teil besser und leichter zu lesen sein wird)

Wächter des Wyrdwood
Wächter des Wyrdwoodby RJ BarkerPanini Verlags GmbH