20. Mai
Rating:3.5

Zweite Bände haben es in schwer. Entweder man mochte den ersten Teil und hofft, dass es im zweiten so weitergeht. Oder man mochte den ersten Teil nicht und liest den zweiten erst gar nicht. Bei Ardor Benns zweitem Abenteuer hatte ich irgendwie erwartet, dass es so weitergeht wie im ersten. Tut es nicht. Und das ist okay. Mehr als okay. Denn hätte ich wirklich eine Kopie des Trilogieauftakts gewollt? Jein. Denn tatsächlich habe ich den einen großen Heist in ‚Das zerbrochene Reich des Ardor Benn‘ gesprochen von Matthias Lühn, bis zum Schluss vermisst. Die kleinen und großen Finten, die Verkleidungen, die groß angelegte Täuschung. Dafür habe ich kleine und kleinere Finten, Verkleidungen und viele klein angelegte Täuschungen bekommen. Wiedersehen mit alten Bekannten. Ich mochte diesen zweiten Band, bis auf ein paar, ja, Kleinigkeiten. Ich habe mitgelitten, als sich zwei Figuren wiedertreffen, sich aber wegen des Einsatzes von Erinnerungsmalm nicht mehr an dieses Treffen erinnern. Ich mochte, dass Frauen die Fäden in diesem Mittelband gezogen haben. Ich mochte es noch mehr, dass sich die Figuren weiterentwickelt haben, offener miteinander umgehen. Und doch ist da diese Vermissung eines großen Coups. Vielleicht liegt es an der fehlenden Komplexität, eine, die mich jubeln lässt ob der Wendungen und Täuschungen. Was sich aber wieder sehen lassen kann, ist das Worldbuilding, das noch detailreicher wird, noch greifbarer, manchmal aber auch ein bisschen wiederholend (vor allem was das Malm betrifft). Ebenso der Humor und die zwischenmenschlichen Dynamiken müssen sich nicht verstecken. Das, was mir nicht so gefallen hat, war alles rund um die Geheimgesellschaft. So geheim, dass kaum einer davon wusste, obwohl das Aufnahmeritual ein öffentlichkeitswirksames Verbrechen sein muss. Das unbegrenzte Macht und Ressourcen hat. Und trotzdem geheim sein kann? Das war für mich nicht schlüssig und gefiel mir deshalb nicht. Trotz ein paar Schwächen und Längen habe ich aber auch diesen zweiten Band wieder sehr gerne gehört. Matthias Lühn sei gedankt, er schafft es einfach, jeder Figur Charakter und Wiedererkennungswert zu verleihen. Ich denke, wenn ich die Geschichte gelesen hätte, wäre mein Fazit weniger positiv ausgefallen. Nun freue ich mich auf den Finalband, auch wenn ich meine Erwartungen ein bisschen zurückgeschraubt habe. Wenn auch nicht die Hoffnung auf DEN großen Coup, der mich mit seiner Komplexität ein bisschen herausfordert.

Das zerbrochene Reich des Ardor Benn
Das zerbrochene Reich des Ardor Bennby Tyler WhitesidesPanini Verlags GmbH
22. Nov.
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Rating:3

Nein, nein, nein, das war kein Buch für mich. Ich fand es tatsächlich in einigen Teilen ganz grauenvoll. Wieder starten wir mit einem Coup von Ardor und Raek, gleiches Schnittmuster wie im ersten Band. Es ist die Zeit nach dem Tod des alten Königs. Es herrscht ein neuer König und der ist auch nicht besser. Ardor wird von der Königinwitwe (Frau eines Königs, der nach nur einem Tag der Regierung ermordet wurde) beauftragt, ihren Sohn zu finden. Auch dieser ist offiziell tot, aber die Adelige glaubt nicht daran und verspricht Ardor viel Geld, wenn er die Sache untersucht. Schon bald sehen wir viel Verschwörung, Geheimgesellschaften und Quarrah taucht wieder auf! Auch haben wir neue Charaktere. Z.B eine Wissenschaftler und seine Studenten, die neue, mächtigere Arten des Malms erforschen. Auf den ersten 200 Seiten hatte ich noch Spass, aber ehrlich gesagt kann ich nach Abschluss des Buches das Wort Malm nicht mehr hören und lesen. Offensichtlich war der Autor sehr verliebt in diese Dinge, denn es ging gefühlt nur noch darum. Und auch alle Actionszenen waren gespickt mit tausendfachem Malm. Ich war irgendwann raus. Es war einfach zu viel. Und das Ergebnis ist, dass ich auf Band 3 keine Lust mehr habe. Schade eigentlich, denn die Reihe hatte einiges an Potential, wurde nur leider von ihrem Magiesystem völlig zerquetscht.

Das zerbrochene Reich des Ardor Benn
Das zerbrochene Reich des Ardor Bennby Tyler WhitesidesPanini Verlags GmbH