Ich muss sagen, dass es mir anfangs wirklich nicht leid gefallen ist, wirklich in das Buch hineinzufinden. Für ihre 12 Jahre wirkt Aris oftmals viel zu erwachsen, auch wenn ich es eine gute Idee von ihr fand, dass sie sich selbst mit Hilfe eines geschriebenen Romans quasi selbst therapieren will. Ihre Mutter hat ihre eigenen Probleme, in denen sie förmlich zu versinken scheint und der kleine Bruder fordert somit Aris' komplette Aufmerksamkeit. Mit dieser Aufgabe scheint sie oftmals etwas überfordert und flüchtig sich nicht nur in ihren eigenen Tagebüchern, sondern auch in denen ihrer Mutter. Dabei lässt sie sich zu Taten hinreissen, die ich selbst für eine 12-Jährige wirklich... sagen wir zu kindisch fand, auch wenn sie vielleicht aus dem Impuls heraus entstanden sind. Außerdem hat mich Aris große Liebe, welche sie mit einer Fernbeziehung führt, für eine zwölfjährige doch ziemlich.. ich will nicht sagen verwirrt, aber kann man in dem Alter wirklich schon von großer Liebe reden? Mit einer Person, die kilometerweit am anderen Ende des Landes lebt? Nun gut, die Autorin wird sich schon etwas dabei gedacht haben. Das Buch ist sehr ungewöhnlich und trotz, oder gerade weil Ari ihre kleinen Schwächen aufweist, ist sie eine Person, die man nicht richtig einschätzen kann. Einerseits wird sie viel zu schnell erwachsen, was sich in ihrem Verhalten und der Denkweise sehr oft widerspiegelt, aber auf der anderen Seite möchte sie auch einfach nur Kind sein. Die Tochter einer Frau, die sich um sie und ihren Bruder kümmert, sie Kind sein lässt. Mit dem Buch "Ein Roman in 30 Tagen", versucht sich das junge Mädchen selbst zu therapieren, ihre Sicht der Dinge aufzuarbeiten. Hin und wieder konnte mich das Buch zwar auch zum Schmunzeln bringen, aber der Teil, der mich den Kopf schütteln ließ, dann doch irgendwie überwiegt hat. Das Buch ist zwar auf eine Art und Weise interessant zu lesen und ich habe nach einer Weile auch wirklich besser in die Geschichte hineingefunden, aber "umgehauen" hat es mich letztendlich nicht. Es hat irgendwie dieses gewisse Etwas gefehlt, was den Funken hat überspringen lassen. Alles in allem also ein Buch, welches man durchaus lesen kann, aber nicht unbedingt muss. Mit einer Protagonistin, welche viel zu schnell erwachsen wird und selbst nicht weiß, welches ihrer Probleme, das größte in ihrem Leben zu sein scheint.
7. Apr.Apr 7, 2025
Eine Therapie für Aristotelesby DuMont Buchverlag
