Gelungener Roman
Der 11-jährige Max, welcher in der Nachkriegszeit vor einigen Jahren in ein bayrisches Dorf zugezogen ist, war in den vergangenen Jahren ein Einzelgänger. Eines Tages wird sein Bruder Opfer eines Angriffs der Bande rund um den gefürchteten Tschernik. Max war vor Angst wie erstarrt und konnte nur dabei zusehen, wie der Angriff für seinen Bruder tödlich endete. Kurze Zeit darauf freundet er sich mit zwei Jungen aus dem Dorf an. Gemeinsam mit weiteren Kindern beschließen sie den Schikanen von Tschernik ein Ende zu setzen. Die Geschichte wird absolut ehrlich und schonungslos erzählt. Mir gefiel besonders gut, dass man einen authentischen Einblick in die damalige Zeit erhielt. Besonders bei den Szenen, in welchen die Kinder im Freien ihre Zeit verbringen, fühlte ich mich fast als wäre ich dabei gewesen. Diese teils sehr idyllischen Szenen stellen allerdings die Ausnahme dar. Max sieht sich in seiner Kindheit mit einer menge Grausamkeit und Brutalität konfrontiert. Neben dem schrecklichen Tod seines Bruder wird er geprägt von einem gewalttätigen Vater und einen alkoholkranken Lehrer, welcher seine Schüler regelmäßig mit dem Rohrstock bestraft. Gewalt und Aggressionen ist unter den Erwachsen des Dorfes weit verbreitet. So erfährt man, dass auch andere Kinder unter der Brutalität ihrer Eltern leiden. Die Erwachsenen verschließen sich gänzlich vor der Wahrheit um den Tod von Max Bruder und sind sich einig, dass es sich um einen Unfall handelte, an welchem sein schwaches Herz schuld war. Unter den Kinder hingegen ist die Wahrheit bekannt. Die Bande rund um Tschernik setzt nahezu alle Kinder des Dorfes in Angst und Schrecken, denn sie handeln vollkommen schonungslos. Die Grausamkeit ihrer Taten haben mich schockiert. Auch vor dem quälen und töten von Tieren machen sie meinen Halt. Die Erzählperspektive wechselt zwischenzeitlich von Max zu Marga, was mir gut gefallen hat. Allgemein fand ich den Aufbau und den Schreibstil sehr angenehm. Ich habe mich allerdings beim Lesen manchmal etwas schwer damit getan, dass die Protagonisten erst 11 Jahre alt waren. Gerade die sexuellen Handlungen waren nach meinem empfinden nicht ganz passend für dieses Alter und es hätte für mich besser gepasst, wenn die Kinder ein paar Jahre älter gewesen wären. Auch die Anzahl der Szenen, in denen es sexuelle Inhalte hab, empfand ich als etwas zu häufig. Da mich das Buch, gerade zum Ende hin, sehr gefesselt und mir wirklich gut gefallen hat, werde ich es weiterempfehlen.


