Helmut Krausser!!!!!!! Holdes Fräulein, darf ichs wagen, Ihnen gradheraus zu sagen, daß Ihre aufgesetzte Verve mich schon den ganzen Abend nervt? Bitte, wen soll das betören - wenn Sie zucken, innen brodeln zu Scheißmusik, die Bauern hören, beim Kraut&Rübenfelder odeln, spastisch tanzen, um zu zeigen, wie lebendig, lebenslustig Sie doch sind. Und Ihr zu schrilles Lachen, wenn Bübchen mager Witze machen, der tiefe Schlitz in Ihrem Kleid wirkt kaum erotisch, mehr zerlumpt, verrät, daß Ihre Schenkel breit geraten sind, die Knie zu plump. Nach jedem Schluck das Glas aufs Blech zu knallen, peng, kokett und frech den Barmann in die Backe zwicken, als müsse der Sie doch mal ficken. Und das An-Ihrem-Freund-Rumsaugen, beim Küssen, bringt mich glatt zum Rasen. Als müßten Sie vor aller Augen seiner Zunge einen blasen. Bei Kackgesichtern wie dem seinen ist jeder Kuss Analsex, meinen Sie im Ernst, das kickt und rockt? Tut es nicht. Das stickt und stockt. Wie lasziv Sie immer steppen Beifall haschen von ein paar korrupten hochnotgeilen Deppen, am Ende wird doch offenbar: Ihr Leben ist banal und leer, ein flüchtig Lichtlein, ephemer, Tand und Talmi, Schund und Plunder, retten kann Sie nur ein Wunder. Hier bin ich.
7. JuliJul 7, 2012
Plasmaby Helmut KrausserDuMont Buchverlag
