4. Mai
Rating:4

Ein sehr gelungenes Buch. Es fasst umfangreich, ernst aber nicht übermäßig pessimitisch die bisher bekannten Erkenntnisse zum Klimawandels zusammen. Anders als manches Buch zu dem Thema bleibt Kegel bei den Fakten, bei gemachten Berechnungen, Beobachtungen, wissenschaftlichen Studien und beleuchtet hier sowohl erschreckende und bedrohliche Erkenntnisse, sowie die Möglichkeiten, dass so manches nicht so apokalyptisch sein wird, wie es manchmal in anderen Medien dargestellt wird; dass natürlich Veränderungen auf uns zukommen werden und dass wir natürlich versuchen sollten den Schaden zu begrenzen, aber ein Weltuntergang gleich morgen wohl nicht zu erwarten ist. Dabei verharmlost er aber keinesfalls die Gefahren, die vom Klimawandel und seinen Begleiterscheinungen ausgehen - das auch deutlich differenzierter als es mir in diesem Review je gelingen könnte.Was mir gut gefallen hat:- detailierte Darstellung der bisher gemachten Studien - umfangreiche Bereiche über die berichtet wurde (von Meeren über Wälder, einmal quer über den Globus)- fachlich sehr korrekte und differenzierte Darstellung (besonders hat mir gefallen, dass Kegel auch immer mal wieder den wissenschaftlichen Prozess des Erkenntnisgewinns umrissen hat und warum bzw dass nicht immer alle Vorhersagen stimmen können)- eigentlich selbstverständlich aber da ich es in vielen populärwissenschaftlichen Büchern häufig anders erlebt habe: das korrekte (Kursiv-)schreiben von ArtnamenWas mir nicht so gut gefallen hat:- manchmal wurde meiner Meinung nach zu wenig erklärt was bestimmte Begriffe meinen: zum Beispiel relativ zu Beginn des Buches als auf den CO2-Gehalt in der Atmosphäre hingewiesen wird und einfach mit Einheiten wie ppm hantiert wurde ohne diese den Laien unter den Lesern zu erklären. Als jemand mit Studienhintergrund hat es mich nicht gestört aber ich denke, dass einige Leute die diese Buch lesen häufiger mal Dinge googlen müssen und das stört einfach den Lesefluss- insbesondere in der zweiten Hälfte ist mir vermehrt aufgefallen, dass Dinge einfach wiederholt wurden. Hier meine ich nicht, dass auf weit zurückliegende Kapitel verwiesen wurde, sondern fast im gleichen Wortlaut Dinge wiederholt wurden, die 1-3 Seiten zurücklagen- gerade am Anfang fand ich es mitunter etwas seltsam, dass so viele Bücher von J. Reichholf erwähnt wurden und ich das Gefühl nicht loswerden konnte, dass der Autor ein sehr, sehr großer Fan von diesem ist. Natürlich hat Reichholf viele wichtige Bücher geschrieben und wichtige Beiträge geleistet, sich aber derart auf ihn einzuschießen fand ich nicht sehr angenehm. Zumal auch er ja mitunter durchaus kontrovers diskutiert wird- manchmal wurden einfach vom Lesen her nicht vergleichbare Aussagen getätigt. Erst werden absolute Zahlen aus Studien wiedergegeben und dann mit Prozentangaben verglichen. Etwas, was für mich als Leser - wenn ich nicht die Studie raussuche - einfach nicht einordnen kann. Ich finde, dass man das schöner hätte gestalten können.Alles in allem aber ein sehr angenehm zu lesendes und gut strukturiertes Buch.

Die Natur der Zukunft
Die Natur der Zukunftby Bernhard KegelDuMont Buchverlag
29. Feb.
Rating:4.5

Wer hier konkrete Antworten sucht, wird nicht fündig werden. Wer sich aber für Prozesse, Lehren aus der Vergangenheit und aktuelle Entwicklungen interessiert und sich mindestens interessiert an Biologie zeigt, wird hier viel Interessantes lernen. Das Sachbuch ist auch für Laien gut verständlich geschrieben, stellenweise leider sehr detailliert, wesewegen ich die ein oder andere Seite übersprungen habe. Insgesamt lässt mich das Buch hinsichtlich der Zukunft von Flora und Fauna mit gemischten Gefühlen zurück. Bestätigt wurde ich aber darin, dass es sich unbedingt lohnt, für Natur- und Artenschutz einzutreten.

Die Natur der Zukunft
Die Natur der Zukunftby Bernhard KegelDuMont Buchverlag