22. März
Rating:5

Strahlende Vorbilder: Wie Marie Curie die Wissenschaft (und die Frauen) erleuchtete

Für meine diesjährige Lesechallenge hatte ich mir vorgenommen, ein Genre zu lesen, das ich sonst kaum beachte: Biografien. Rückblickend war das eine meiner besten Entscheidungen, denn Dava Sobels „Die Elemente der Marie Curie“ hat mich schlichtweg umgehauen. Es ist nicht nur die Geschichte einer Frau, die zwei Nobelpreise gewann (und deren Familie insgesamt auf vier kommt!), sondern vor allem ein Zeugnis unfassbarer Resilienz und weiblichen Empowerments. Ein Erbe, das mehr als nur Radium hinterlässt In drei Sätzen zusammengefasst: Das Buch zeigt, wie empowernd ein einzelner Mensch sein kann, wie man trotz schwerster Krankheiten und persönlicher Schicksalsschläge niemals aufgibt und wie Marie Curie den Weg für Generationen von Wissenschaftlerinnen ebnete. Der Schreibstil verdient für mich glatte 5 Sterne, da Sobel es schafft, die harten Fakten der Wissenschaft mit der tiefen Menschlichkeit Curies zu verweben. Auch wenn die Spannung mit 3 Sternen eher biografisch-ruhig bleibt, ist der emotionale Gehalt des Buches ein absolutes Kraftpaket. Das Rollenvorbild, das ich früher gebraucht hätte Besonders fasziniert hat mich, wie Marie Curie unermüdlich junge Frauen förderte, obwohl sie selbst jahrelang gegen Vorurteile („Frauen gehören nicht in die Wissenschaft“) kämpfen musste. Während des Lesens dachte ich oft an meine eigene Forschungsarbeit über den Einfluss von Rollenvorbildern auf Frauen in MINT-Berufen – dieses Buch wäre die perfekte Quelle gewesen! Ein spannender Nebengedanke, der mich beim Lesen begleitete: An vielen Stellen wirkte Marie Curie auf mich so, als könnte sie im autistischen Spektrum liegen. Das wäre definitiv ein hochinteressantes Forschungsprojekt für die Zukunft. Ein Zitat aus dem Buch hat sich mir besonders eingebrannt, da es die historische Ungerechtigkeit so präzise auf den Punkt bringt: „Irrtümer sind bekanntlich schwer totzukriegen [...] aber ein Irrtum, der einem Mann das zuschreibt, was tatsächlich das Werk einer Frau war, hat mehr Leben als eine Katze.“ Mein Fazit Marie Curie hat trotz (Fehl-)geburten, Verlust des eigenen Ehemanns, Krieg, gesellschaftlicher Ablehnung und ihrer eigenen strahlenbedingten Krankheit nie aufgegeben. Sie ist das ultimative Vorbild. Was ich vor allem mitnehme: Missgunst hat unter Frauen keinen Platz. Wir sollten uns gegenseitig stützen, so wie Marie es mit ihren „Töchtern der Wissenschaft“ tat. Empfehlung: Ein Muss für jeden, besonders für alle, die sich für die Geschichte der Frau und die Welt der Wissenschaft interessieren. Ein 5-Sterne-Jahreshighlight!

Die Elemente der Marie Curie
Die Elemente der Marie Curieby Dava SobelBerlin Verlag