Hörbuch. Eine spannende Familiengeschichte, die dann lesenswert ist, wenn man sich gerne durch viele Passagen durchkämpfen möchte, die nicht wirklich zur Handlung beitragen.

Mit „Frau im Mond“ ist Pierre Jarawan ein außergewöhnlicher, vielschichtiger Roman gelungen – ein literarisches Mosaik aus Erinnerung, Herkunft, Traum und Verlust. Es ist ein Buch, das Kontinente und Generationen überbrückt, historische Wunden freilegt und zugleich mit leiser Poesie und erzählerischem Gespür von der Kraft des Erinnerns erzählt. Im Zentrum der Geschichte stehen die Zwillingsschwestern Lilit und Lina el Shami, die in Montréal als Nachkommen libanesischer Einwanderer aufgewachsen sind. Als sie eine alte Postkarte ihrer verstorbenen Großmutter Anoush entdecken, beginnt eine Spurensuche, die Lilit bis in den Libanon führt – auf den Spuren einer Frau, die als Kind den Völkermord an den Armeniern überlebte und ein Leben zwischen Flucht, Neubeginn und Familiengründung führte. Parallel dazu entfaltet sich das Leben des charismatischen Großvaters Maroun, dessen Leidenschaft für die Raumfahrt – inspiriert von Fritz Langs Film Frau im Mond – ihn in Kontakt mit dem fast vergessenen Kapitel der Lebanese Rocket Society bringt: einem realen Raketenprogramm im Beirut der 1960er Jahre. Jarawan gelingt es meisterhaft, persönliche Geschichten mit politischer Geschichte zu verweben. Die Zeitebenen sind verschachtelt, Rückblenden und Perspektivwechsel fordern Aufmerksamkeit – aber wer sich darauf einlässt, wird mit einer tiefgründigen, klug komponierten Erzählung belohnt. Der Countdown-artige Aufbau des Romans – von Kapitel 50 bis 0 – spiegelt nicht nur die Spannung und Verdichtung der Handlung wider, sondern verleiht der Lektüre eine dramaturgische Eleganz. Thematisch behandelt „Frau im Mond“ nicht nur die Traumata von Flucht, Vertreibung und Identitätsverlust, sondern auch die Hoffnung auf Neuanfang, die Kraft von Träumen – und die Notwendigkeit des Erinnerns. Besonders beeindruckend ist, wie Jarawan Realität und Fiktion miteinander verschmelzen lässt. Die historischen Fakten – wie der armenische Genozid oder die Explosion im Beiruter Hafen 2020 – werden nicht bloß referiert, sondern emotional greifbar gemacht. Jarawans Schreibstil ist dabei fließend, poetisch und gleichzeitig humorvoll, voller bildreicher Sprache und anekdotischer Tiefe. Er erzählt mit Wärme und ohne Pathos, mit einem Blick für das Skurrile wie das Tragische. Seine Figuren sind lebendig, liebenswert, komplex – man spürt, wie viel Herzblut in ihnen steckt. „Frau im Mond“ ist ein literarisches Erlebnis – bewegend, bildstark und hochaktuell. Es ist ein Roman über familiäre Wurzeln, kollektive Erinnerung und über die Sehnsucht nach Zugehörigkeit in einer zerrissenen Welt. Wer Geschichten liebt, die historische Tiefe mit erzählerischer Leichtigkeit verbinden, wird in diesem Roman ein wahres Juwel finden. Eine große Empfehlung für alle, die sich gerne von Literatur sowohl unterhalten als auch zum Nachdenken bringen lassen.
Viele sehr interessante Inhalte, aber es hätte etwas ein Drittel kürzer sein können.
Unglaublich vielschichtig
Dieses Buch ist eine tiefgreifende und intensive Reise in eine Familienhistorie über Generationen hinweg. Der Autor verarbeitet das Leben und die politische Lage im Lebanon über einen langen Zeitraum, das Thema Auswanderung, und auch die Suche nach einer Verbindung zu früheren Generationen. Schon fast eine genealogische Studie. Jarawan verbindet genaueste und akribische Forschung mit viel Gefühl und Liebe zum Detail. Eine tolle Geschichte zum Schmunzeln, Trauern und Mitfühlen. Gleichzeitig ein Roman der jetzt nicht gerade von Spannung lebt sondern in der Tat vom Detail. Wenn man die Möglichkeit hat eine Lesung zu besuchen: geht unbedingt jin! Ich kann es nur empfehlen.
Lilith und ihre Zwillingsschwester Lina wachsen bei ihrem Großvater, einem libanesischem Auswanderer in Montréal, Kanada auf. Als sie eine alter Postkarte ihrer Großmutter entdecken, die sie nie kennengelernt haben, beschließt Lilith nach Beirut zu reisen und mehr über ihre Familiengeschichte zu erfahren. Ich bin hin- und hergerissen in meiner Meinung zu diesem Roman. Einzelne Teile waren sehr spannend, schön geschrieben und haben mich mitgerissen. Die starken Zeitsprünge haben es mir jedoch schwer gemacht ganz in das Buch abzutauchen.
Wirklich interessant
Habe das Hörbuch von Netgally zur Verfügung gestellt bekommen. Ich fand das Cover soooo schön und hab gedacht, ach komm, frag mal an und was bin ich froh das ich es getan habe. Ich habe einen Bezug zum Libanon, da der Stiefpapa von meinem Mann von da kommt und man hat schon einige Dinge gehört, was da so ab geht.😢 In diesem Buch wird es toll beschrieben und das ganze durch eine tolle Familiengeschichte begleitet. Absolute Leseempfehlung für einen tollen Roman und ich muss unbedingt wieder mehr solche Bücher lesen,als YA oder NA .
Einfühlsam, bildgewaltig und tiefgründig Die Frau im Mond ist ein wunderschönes. literarisch anspruchsvolles Buch, das anfangs nicht qanz leicht zugänglich ist - doch wer dranbleibt, wird reich belohnt. Etwa nach 80 Seiten wird der Erzählstil flüssiger und zieht einen immer tiefer in die bewegende Geschichte um Lilit und ihre Schwester, die sich auf die Suche nach der Vergangenheit ihrer Großmutter machen. Dabei erhält man intensive Einblicke in das armenische Volk, seine Geschichte und seine Schicksale. Die Reise ist nicht nur qeografisch sondern auch eine emotionale und kulturelle Spurensuche, die lange nachwirkt. Ein Buch, das fordert - aber auch viel gibt
Ich bin mit diesem Buch etwas zwiegespalten. Einerseits fand ich es sehr gut geschrieben und interessant von der Thematik andererseits hat sich an manchen Stellen etwas gezogen und mich durch die Anzahl der Personen, Orte und Zeitebenen etwas verwirrt. Zum Ende hin hat es mich aber sehr versöhnt und ein komplettes Bild abgegeben. Die Themen von Vertreibung, Korruption und Identitätsverlust sind sehr gut herausgearbeitet. Empfehlenswert für alle, die gerne Familienepen lesen. Und bei diesem Buch würde ich auch eher das Buch empfehlen, da man in da noch einmal blättern kann. 😅
Ein Buch wie ein Film, mit Höhen und Tiefen. Zwischendurch wurds mal etwas langatmig, aber das dranbleiben hat sich gelohnt. Am Ende kommen ein paar Fäden zusammen, aber auch nicht alle. Bisschen ausgefranst, der Teppich. Ich mochte die Geschichte, die Charaktere und den Mix aus historischen Ereignissen und Fiktion.
🥰📚🥰
Ich gebe 5 Sterne weil es ein wunderschönes Buch ist und es verdient hat der es geschrieben hat. 👍 Mir persönlich hat es nicht so gut gefallen. Bin immer abgewichen und frage mich was mir das Buch damit sagen will? 🤔 So war es leicht zulesen und relativ kurze Kapitel

„Wir überwinden Verluste, indem wir uns erinnern. So halten wir die, die wir verloren haben, am Leben.“ Am 4. August 1966 schickt eine Gruppe Studenten, die Lebanese Rocket Society, unter der Leitung von Manoug Manougian eine Rakete ins Weltall. Sie soll für die blühende Zukunft des Libanon stehen. Es ist die libanesische Cedar 8, die vor der Apollo 11 den Weltraum erreicht und den Libanon damit zu Weltraumpionieren macht, auch wenn um das historische Ereignis heute kaum noch einer weiß. Am 4. August 2020 kommt es im Hafen von Beirut zu einer Explosion, die das gesamte Land erschüttert. Denn sie zerstört nicht nur den Hafen, sondern auch große Teile der Beiruter Innenstadt. Es ist die größte, nicht nukleare Explosion der Menschheit, die auch noch in 250 km Entfernung zu spüren war. 300.000 Menschen verlieren bei dieser Katastrophe ihr Dach über dem Kopf, 207 sogar ihr Leben. Pierre Jarawan verbindet in seinem neuesten Werk diese beiden historischen Ereignisse mit der Familiengeschichte der in Montréal lebenden Familie El Shami und erzählt damit nicht nur eine, sondern ganz viele Geschichten, „die sich wie Fäden eines Wandteppichs zu einem Bild verflechten“. Es ist das Bild der "Frau im Mond". Man sagt, „Gut Ding will Weile haben.“ und im Bezug auf dieses Buch kann ich dieses Sprichwort nur bestätigen. Denn ich war eine ganze Weile mit diesem Roman beschäftigt, der mir nicht nur aufgrund seiner Seitenanzahl, sondern auch aufgrund seiner Vielschichtigkeit sehr viel Stoff zur Auseinandersetzung mit auf den Weg gab. Schon auf einer Lesung zum Buch zur Leipziger Buchmesse war ich regelrecht berauscht von Pierres melodischen Zeilen, von seiner umfassenden Recherche zum Buch, seinem beeindruckenden Wissen um Land und Leute und den vielen Fäden, durch die er seinen Roman zu einem Gesamtkunstwerk verflochten hat wie einen armenischen Wandteppich, der, wie man später erfährt, im Roman eine tragende Rolle spielen wird. Es ist der Raketenteppich, den Manoush es Shami von seiner Frau geschenkt bekommt und der auf der Rückseite eine geheimnisvolle Symbolik trägt, die eine Rakete oder auch die Silhouette einer Frau sein könnte. Es sind die Zwillingsschwestern Lilit und Lina El Shami, die auf Spuren ihrer armenischen Großmutter Anoush stoßen, die sie nur von einem Foto an der Wand und den Mosaiken aus Geschichten ihrer Mutter Dana und ihrem Großvater Maroun kennen. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern wachsen sie unter der Obhut ihres Großvaters auf. Sie wissen um seine Vorliebe für das Erzählen, oft aber nicht, wieviel Glauben man seinen Erzählungen schenken darf. Als sie auf einer alten Postkarte eine Widmung und Liebeserklärung ihrer Großmutter an Maroun entdecken, werden sie neugierig. Was hat es mit den Zeilen „Möge die Frau im Mond dir den Weg weisen.„, mit dem dazugehörigen Geschenk, dem Raketenteppich auf sich? Woher kommt überhaupt Marouns Faible für Weltraumraketen und was ist eigentlich die Lebanese Rocket Society? Und so begibt sich Lilit auf Spurensuche, die sie von Montréal nach Beirut führt. Hier sucht sie nach den Wurzeln ihrer Familie, vor allem aber nach den Spuren ihrer Großmutter. Es ist aber auch ein Suchen in sich selbst, ein Ausloten an Gemeinsamkeiten; ein Erspüren, wieviel von ihrer Großmutter in ihr steckt. Nach einem erfolgreichen Filmdebüt als Dokumentarfilmerin ist sich Lilit unsicher über ihr Handwerk und traut sich nicht an einen zweiten Film. Sie fürchtet sich vor der Enttäuschung, dem tiefen Fall, der ihr womöglich bevorsteht, weil der Erstling „Bahamut“ nur ein Erfolg war, weil er zum richtigen Zeitpunkt einem politischen Thema entsprach und gut in die Schublade „einer Filmemacherin mit migrantisch kanadischer Herkunft“ gepasst hat. Zeitgleich ist sie auf der Suche nach einem guten Stoff für den zweiten Film. Hofft, dass er sie findet. Womöglich ist Anoushs Geschichte dafür gemacht? Als sie im Sommer 2020 in Beirut ankommt, erlebt sie ein Land in Aufruhr. Die Stadt empfängt sie dunkel und dreckig. Unter den Menschen herrscht Angst und Armut und in den Straßen sind Überbleibsel von Protesten und Demonstrationen zu finden. Hier legt Lilit Stück für Stück Fragmente aus dem Leben ihrer Großmutter frei, die als Kind in einem Waisenhaus aufwuchs und dem Völkermord an den Armeniern nur knapp entkommen konnte, weil sie wie viele armenische Genozid-Überlebende in die Gegend, die heute als Libanon bekannt ist, geflüchtet ist. Und obwohl Anoush nicht mehr lebt und ihre Enkelin sie nie kennengelernt hat, hat man doch das Gefühl, dass sie sich im Verlauf der Geschichte näherkommen. Es sind zum einen die wunderbaren Rückblicke, die Jarawan durch wechselnden Zeitebenen freilegt, zum anderen aber auch ein Tagebucheintrag, den Lilit wie einen Brief an Anoush adressiert. Überhaupt nutzt Jarawan eine wunderbar poetische Bildsprache. Durch sie lernen wir nicht nur die Schauplätze des Romans, sondern auch die restlichen Mitglieder der Familie, allen voran Maroun el Shami, aber auch seine Tochter Dana und ihren Mann Jules sowie deren Kinder, Lina und Lilit, kennen. „Haben Sie schon einmal eine einhundert Jahre alte Hand befühlt? Es ist, als würde man eine Landkarte ertasten, auf Pergament gezeichnet. Die Landschaft ist rau, wie von Stürmen geschliffen, Gebirgszüge aus Falten erheben sich, Adern spannen ein Netz aus Flüssen, dazwischen Altersflecken wie Inseln.“ Der Titel des Romans steht dabei für eine der Ebenen im Buch, allen voran aber für den Titel des Stummfilms von Fritz Lang, den die meisten nur durch „Metropolis“ kennen. Pierre zitiert mit seinem Titel nicht nur den Film, der für damalige Verhältnisse technisch sehr eindrucksvoll war, sondern verneigt sich damit auch vor dem Regisseur, der in seinem Film den Countdown erfunden und damit den Weg zum Mond bereitet hat. In seinem Roman macht sich der Autor der formalen Spielerei des Countdowns zu Eigen und beginnt deshalb mit Kapitel 50 und endet mit Kapitel 0. Wie man sieht, sind es viele Wohlfühlszenerien, die Jarawan mit seinen Zeilen hervorruft. Doch angesichts der vielen historischen Ereignisse und Themen, die in seinen Roman eingebettet sind, trifft man hier auch auf eine Reihe an sehr anschaulichen und erschütternden Beschreibungen. Im Gespräch verrät Pierre, dass es ihm wichtig war, eine Geschichte über den Nahen Osten zu schreiben, die ohne Opferrolle daherkommt. Deshalb ist auch in den Momenten der Tragik stets ein bisschen Hoffnung zu finden. „Frau im Mond“ ist mir als vielschichtiges Werk voller Leben und tragikomischen Ereignissen begegnet. Es trägt viel mehr in sich, als man es beim Aufklappen des Buchdeckels vielleicht vermutet, weshalb es noch lange in einem nachhallt. Ich bin sehr glücklich darüber, dass es mir von so vielen Menschen ans Herz gelegt wurde. Und hiermit möchte ich das ebenfalls tun. Lest es. Es lohnt sich ❤️
Eine bewegende Familiengeschichte über mehrere Generationen, in deren Verlauf wir viel über die armenischen Historie erfahren. Ich mochte die Charaktere sehr und habe sie gerne begleitet. Leider gab es einige Längen im Verlauf des Buches und mich haben die plötzlichen Zeitsprünge innerhalb der Kapitel gestört. Keine leichte Kost, aber doch empfehlenswert, da es mal eine ganz andere Story ist.
Das Buch war nur 1-2 Wochen auf der Bestsellerliste, aber es ist absolut wunderbar!
Was da alles drin steckt... Familiengeschichte, Landesgeschichte, kauzige Personen, starke Frauen, Tragödien, Erfolge, Träume, der Weltraum, Raketen und Revolutionen... Hach. Lest lieber selbst!
Gehört über Netgalley
Pierre Jarawan gelingt mit Frau im Mond ein feinfühliger Roman über Herkunft, Erinnerung und familiäre Geheimnisse. Zwei Schwestern begeben sich auf eine bewegende Spurensuche, die sie von Montréal bis in den Libanon führt - zu einer vergessenen Raumfahrtbewegung, einem rätselhaften Bankraub und ihrer eigenen Familiengeschichte. Mit poetischer Sprache und großer erzählerischer Tiefe verknüpft Jarawan persönliche Schicksale mit historischen Ereignissen. Ein stiller, kluger Roman über Träume, Verlust und die Kraft, nach Wahrheit zu suchen. Eindrucksvoll und berührend.

Ein interessantes Buch, eine bewegende Familiengeschichte und sehr viele Informationen zur armenischen Geschichte die man ganz nebenbei erhält.

Zwischen Raketen, Rosenduft und Familiengeheimnissen – eine literarische Mondlandung der besonderen Art
Eigentlich wollte ich nur mal kurz reinlesen. Tja – drei Stunden später saß ich noch immer da, geistig zwischen Beirut, Montreal und irgendeiner alten Raketenabschussrampe im Libanon. Frau im Mond hat mich erwischt wie ein Sandsturm im Gedankenpalast – unerwartet, wild und ziemlich poetisch. Jarawan erzählt, als hätte er 100 Jahre Familiengeheimnisse auf der Zunge und lässt mich dabei glauben, ich sei Teil davon. Lilit und Lina, diese neugierigen Zwillingsschwestern, hätten locker als Ermittlerduo in einer Netflix-Serie durchgehen können. Und dann die Großmutter Anoush – halb Mythos, halb Mensch, ganz Geschichte. Ich wollte ständig wissen, was sie wohl als Nächstes aus dem Ärmel zieht. Die Sprache? Wie ein orientalischer Gewürzmarkt: reich, bildstark, manchmal ein bisschen zu viel von allem – aber genau das macht’s aus. Jarawan drückt nie einfach nur Sätze raus, er komponiert sie wie kleine Lieder mit Fernweh. Ich hab gestaunt, geschmunzelt, gelegentlich den Faden verloren, nur um dann wieder mit voller Wucht mitten in ein Familiendrama zu rauschen, das über Kontinente und Generationen reicht. Vier Sterne von mir, weil ich an manchen Stellen einen Ticken weniger Lyrik und etwas mehr Tempo gebraucht hätte – aber hey, das ist Jammern auf hohem Niveau. Der Roman ist ein wilder, tragikomischer Trip voller Herz, Geschichte und Raketenfantasien. Und wer weiß – vielleicht bin ich jetzt doch ein bisschen mehr bereit für den nächsten Familienabend.
Das ist bisher mein absolutes Jahreshighlight! Ich find's fast schade, dass ich es erstmal "nur" gehört habe und werde es 100% noch lesen! Die Geschichte von Lina und Lilit, ihrer Familie in Montreal, ihrer armenischen Herkunft, ihrer Reise in den Libanon. Es war von vorne bis hinten einfach schön, manchmal spannend, tiefgründig, witzig. ❤️

Unfassbar gut recherchiert! Poetischer Schreibstil. Einfach sehr besonders!
Selten hat mich ein Roman so schnell in seinen Bann gezogen wie Frau im Mond. Schon auf den ersten Seiten spürt man diesen besonderen Ton, der typisch für Pierre Jarawan ist – eine Mischung aus Poesie, Tiefe und Leichtigkeit. Ich hatte das Gefühl, nicht einfach nur eine Geschichte zu lesen, sondern in eine andere Welt einzutauchen. Was mich besonders berührt hat, ist die Art, wie Jarawan große Themen wie Herkunft, Identität, Verlust und Zugehörigkeit erzählt – ganz nah an den Figuren, ohne Kitsch oder Pathos. Die Geschichte der Zwillingsschwestern Lilit und Lina, die in Kanada auf die Spuren ihrer armenischen Großmutter stoßen, hat mich tief bewegt. Dabei fand ich es unglaublich spannend, wie die Geschichte nicht nur ihre familiäre Vergangenheit beleuchtet, sondern auch große historische Ereignisse wie den Raketenstart im Libanon 1966 und die Explosion in Beirut 2020 mit einwebt. Man merkt, wie viel Recherchearbeit in diesem Buch steckt. Ich habe beim Lesen so viel über den Libanon, über die armenische Geschichte und die Lebanese Rocket Society gelernt – und das ganz nebenbei, eingebettet in eine packende und bewegende Handlung. Jarawans Sprache ist dabei einfach wunderschön. Bildhaft, eindringlich, manchmal mit feinem Humor, aber nie überladen. Viele Sätze habe ich mir angestrichen, weil sie so poetisch und treffend waren. Frau im Mond ist ein Roman, der mich nicht nur emotional mitgenommen, sondern auch meinen Horizont erweitert hat. Für mich ist es ein Buch, das nachhallt – und das ich definitiv weiterempfehlen werde.
Humorvolles Familienportrait zwischen Montréal und Beirut
Als Maroun el Shami merkt, dass er sich nicht mehr auf sein Gedächtnis verlassen kann, beginnt er mit seiner Enkelin Lilit über seine Erinnerungen zu sprechen; diese macht es sich zur Aufgabe, die Geschichte ihrer Familie zu erzählen. Besonders interessiert ist sie an ihrer Großmutter, Anoush Abajian, die sie nie selbst kennengelernt hat. Anoush hat als Kind den Völkermord an den Armeniern überlebt und ist als Adoptivkind eines Pastors nach Kanada gekommen. In Montréal lernte sie schließlich Maroun, der als Kind mit seinen Eltern aus dem Libanon ausgewandert war, kennen und gründete eine eigne Familie. Lilit gehört somit bereits zur dritten Generation ihrer Familie in Kanada und hat kaum Bezug zum Libanon, doch die Auseinandersetzung mit ihrer Familiengeschichte führt sie im Jahr 2020 nach Beirut, wo sie nicht nur mehr über ihre Wurzeln erfährt, sondern auch mit den aktuellen politischen und sozialen Zuständen im Land konfrontiert wird. Pierre Jarawan hat mit „Frau im Mond“ einen umfangreichen, vielschichtigen Familienroman geschaffen, der es schafft politische und soziale Themen der Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verbinden. Besonders gut gefallen haben mit die Reflexionen über das Erinnern bzw. über die Art und Weise wie Erinnerungen festgehalten werden und weiterwirken. Jarawans Schreibstil ist anekdotenhaft und humorvoll; die von ihm geschaffenen Charaktere sind originell und die Dynamiken zwischen ihnen absolut liebenswert. Mitunter kann es ein bisschen herausfordernd sein, der Chronologie der Geschichte zu folgen, da es immer wieder Vor- und Rückblenden aus verschiedenen Perspektiven gibt; für mich hat jedoch genau das den Roman sehr unterhaltsam gemacht – auch wenn er stellenweise recht beschaulich ist, wird es nie langweilig. Neben dem Völkermord an den Armeniern sind auch Raumfahrt und Filmgeschichte zwei Themen, die sehr präsent sind und über die man beim Lesen viel Interessantes erfährt. Für mich war es dabei nicht immer ganz leicht Realität und Fiktion zu unterscheiden, aber genau darum geht es auch im Roman und das Nachwort des Autors schafft dahingehend etwas mehr Klarheit. Leseempfehlung - vor allem wenn man gerne Familiengeschichten mit historischen Bezügen liest!
zielt einen in den Bann- sehr gut geschrieben



















