9. Okt.
Rating:1

Ich hatte nach dem Text bei Amazon wirklich hohe Erwartungen an dieses Buch .... Das Cover ist wirklich schön und besticht mit einer wirklich tollen Aufmachung die den Leser einfach anzieht. Billie ist unsere Protagonistin. Sie ist eine Wissenschaftlerin und irgendwie gleichzeitig eine kleine Öko-Tante, was sich in meinen Augen irgendwie widerspricht. Ihre Gefühle sind erst ein Rätsel und dann wie ein offenes Buch. Es ist ziemlich schwierig noch mehr über sie zusagen, bei dem Schreibstil. Auch über die Nebencharaktere ist es schwer ausführlich zu schreiben. Zu Beginn treffen wir vermehrt auch verschiedene Charaktere, die nachher irgendwie nichtig werden. Spike ist allerdings sehr wichtig - sie ist ein Robo Sapiens, und somit ein intelligenter und sich weiter entwickelnder Roboter. Eigentlich kann sie nichts fühlen, doch bei ihr ist alles anders. Pink ist ein Mensch der Neuen Art und Weise. Sie ist mehr Plastik als alles andere und lebt in der modernen Welt und teilt diese Ansichten. Jeanette Wintersons Schreibstil ist mal so und mal so. Mal gehen ihre Beschreibungen runter wie Öl, und manchmal beißt man sich an ihnen die Zähne aus. In dem einen Moment schreibt sie klar und deutlich und man versteht alles sehr leicht. Im nächsten springt sie in eine völlig abgehackte, schwer verständliche Schreibweise die den Leser vollkommen aus der Bahn wirft. Hinzu kommen Aufzählungen, die den Leser zusätzlich verwirren. Die Story ist auch so eine Sache. Ich hatte wirklich hohe Erwartungen und hatte mit etwas ganz anderem gerechnet, aber nicht hiermit! Ich bin wirklich aufgewühlt - auch wenn ich glaube, dass der Roman genau das bewirken sollte. Denn "Die steinernen Götter" schockiert den Leser auf eine wirklich erschreckende Art und Weise. Die Menschheit lebt in einer Welt, in der sich jeder genfixieren lässt um nicht zu altern. Das Resultat: die Männer sind irgendwie alle pädophil. Und das wird auf eine so schlimme Art und Weise geschildert, dass ich ein heftiges Pochen im Kopf bekommen habe. Generell bekommt man als Leser schnell die Ansicht, dass die Autorin unsere heutige Welt weiter gesponnen hat, eine mögliche Zukunft denkt, und uns das Resultat überspitzt serviert. Und Himmel, das hat gut geklappt. Denn wie gesagt, ich bin zutiefst schockiert. Jeanette Winterson erklärt dem Leser durch ihre Protagonistin die neue Welt ganz genau, so dass man sich fühlt als würde man gerade eine Wissensshow schauen, denn schließlich kennt der Leser die neue Welt ja nicht. Im gesamten Buch finden wir Roboter, was mich sofort wieder an eine mögliche Zukunft erinnert hat. Denn ich habe das Gefühl, darauf läuft es hinaus. In dem gesamten Buch finden wir keine Kapitel, es gibt nur zwei "Hauptüberschriften", was irgendwie so wirkt, als wären es zwei Bücher in einem. Und immer wieder kommen Zeitsprünge, die mich als Leser sehr verwirrt haben, denn ich habe nie damit gerechnet. Obwohl der schlechten Welt und all der Problematik dreht es sich dennoch um die Liebe. Aber es ist nicht die typische romantische, kitschige Liebe, sondern viel mehr eine bodenständige Liebe. Das Ende ist sehr schlicht wie ich finde und wiederholt das, was immer wieder im Buch genannt wird. Und dennoch ist auch das Ende irgendwie erschütternd. Fazit: Dieser Roman hat meine Erwartungen nicht einmal Ansatzweise erfüllt. Er ist schockierend und nicht die typische Dystopie die ich sonst lese. "Die steinernen Götter" ist für mich eine wirklich schwierige Literatur gewesen, die mir kein Lesevergnügen bereitet hat, und durch die ich mich eigentlich eher durchgequält habe. Dennoch bin ich der Meinung, dass es bei dem richtigen Leser, die richtige Reaktion hervorrufen wird.

Die steinernen Götter
Die steinernen Götterby Jeanette WintersonBerlin Verlag