21. März

Ich bin ehrlich: Ecos Semiotik stand schon seit Ewigkeiten auf meiner Wunschleseliste. Und ich habe im Laufe meiner Lektüre, die tatsächlich etwas länger gedauert hat als geplant, eine gewisse Hassliebe entwickelt. Wie eine Einführung fühlt sich dieses Buch erstmal nicht an. Es ist sehr dicht, stellenweise ziemlich abstrakt und man muss sich wirklich durchkämpfen. Aber es lohnt sich, wenn man bereit ist, nicht alles auf Anhieb verstehen zu wollen Eco zeigt nämlich etwas, das für alles rund um Bücher, Bilder, Medien und sogar Werbung super spannend ist: Bedeutung entsteht nicht einfach, sie wird gemacht. Und zwar durch Codes, die wir oft gar nicht bewusst wahrnehmen. Besonders interessant fand ich seine Gedanken dazu, dass Bilder eben nicht einfach zeigen, was ist, sondern genauso konstruiert sind wie Sprache - nur eben anders. Richtig stark wird das Buch immer dann, wenn es konkreter wird: bei Werbung, Film oder auch Architektur. Da merkt man plötzlich, wie gut sich seine Ideen anwenden lassen. Gleichzeitig gibt es aber auch viele Passagen, die sehr theoretisch bleiben und sich eher nach Pflichtlektüre als nach Erkenntnis anfühlen. Für mich war das kein Buch, das man von vorne bis hinten durcharbeitet, sondern eher eins, aus dem man sich die wichtigen Gedanken herauszieht. Und genau dann funktioniert es richtig gut. Fazit: Anspruchsvoll, teilweise anstrengend, aber voller Ideen, die den Blick auf Texte und Bilder nachhaltig verändern.

Einführung in die Semiotik
Einführung in die Semiotikby Umberto EcoUTB