
Spannend, Tiefgründig, soft
Noras Alibi von Christian Schirmer Vielen Dank an den Autor für das Rezensionsexemplar und die liebe Widmung. Nora zieht mit ihrem Ehemann Andrew in ein neues Haus und damit auch in eine neue Nachbarschaft. Die Nachbarn und sogar ihr eigener Mann wirken äußerst suspekt und setzen Nora psychisch stark unter Druck. Sie überwachen jeden ihrer Schritte und mysteriöse Nachrichten auf ihrem Handy treiben sie an die Grenzen ihres Verstands. Nicht immer konnte ich Noras Handlungen nachvollziehen und lange blieb unklar, welcher der Figuren ein falsches Spiel treibt. Genau das hat die Spannung sehr gut aufrechterhalten. Der parataktische Schreibstil war erfrischend und einmal etwas anderes, was mir sehr gut gefallen hat. Einige Passagen wirkten zwar wiederholend, doch das spiegelte Noras psychische Verfassung glaubwürdig wider und ließ ihren Zustand weiter sinken. Für mich als Leserin war es jedoch an einigen Stellen anstrengend, Andrews ständige Leier immer wieder zu lesen, auch wenn mich das gleichzeitig sehr in Noras Lage hineinversetzt hat. Schade fand ich, dass nie erwähnt wurde, was genau vor dem Umzug passiert ist. Die Aussage „Du wirst schon wieder so“ taucht häufig auf, doch ohne den Hintergrund bleibt sie etwas unbefriedigend. Das Ende wirkte für mich ernüchternd, zumal einige Fragen offen bleiben. Ich fühlte mich nicht in der Lage, mir selbst passende Erklärungen zu finden, da ich mir von der Geschichte etwas mehr Dynamik erwartet hatte und mit der eher sanften Auflösung nicht ganz warm geworden bin. Fazit Noras Alibi ist spannend und tiefgründig. Der Roman ist angenehm und sehr schnell zu lesen. Für mich persönlich hat etwas gefehlt, da ich mehr an das Genre Horror gewöhnt bin. Dennoch war es eine interessante Erfahrung und ich bin sicher, dass Fans von Psychothrillern viel Freude an diesem Buch haben werden.

