1. Dez.
Post image
Rating:3

In "Unser Vorstadtidyll" von Amalia Zeichnerin begleiten wir Gale und Freddy, die in einem malerischen Vorort ihr scheinbar perfektes Leben führen. Doch als ihre neuen Nachbarn Abby und Brian einziehen, gerät die vertraute Fassade ins Wanken. Die Novelle behandelt das aufkeimende Polykül der vier Protagonisten und zeigt, wie sich ihr gegenseitiges Verständnis und ihre Gefühle verändern. Die Themen der Geschichte – Polyamorie, Drag Art und Bondage – sind faszinierend und vielfältig, gerade in einer konservativen, amerikanisch geprägten Kleinstadt. Für die Länge der Novelle wirken diese Themen jedoch sehr ambitioniert und lassen wenig Raum für tiefere Erkundung. Jede dieser Facetten hat eine eigene Komplexität und bringt besondere Herausforderungen mit sich, und ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte aufgrund ihrer Kürze diese emotionalen und intimen Dimensionen nur anreißen konnte. Insbesondere die Entwicklung des Polyküls hätte mehr Zeit gebraucht, um den Lesenden tiefer in die Beziehungen eintauchen zu lassen und eine noch stärkere Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Nichtsdestotrotz bietet "Unser Vorstadtidyll" interessante Einblicke in die Dynamiken einer polyamoren Beziehung und lädt dazu ein, verschiedene Lebensformen unvoreingenommen zu betrachten. Trotz kleinerer typografischer Fehler war die Novelle eine erfrischende Abwechslung und bietet eine charmante und ungewöhnliche Perspektive auf queere Liebesformen.

Unser Vorstadtidyll
Unser Vorstadtidyllby Amalia Zeichnerinepubli