18. Juli
Rating:5

Kurzbeschreibung: April 1945: Berlin liegt in Schutt und Asche, und die Rote Armee steht bereits vor den Toren der Hauptstadt. In den Wirren der letzten Kriegstage kreuzen sich die Wege von Friedrich und dem jüdischen Jungen Leo, der die Nazizeit in dunklen Kellern überleben konnte. Beide sind auf der Jagd nach einem großen Geheimnis: Irgendwo in Berlin liegt ein unsagbar wertvoller Schatz verborgen, den ein hochrangiger SS-Offizier vor Kriegsende noch schnell beiseiteschaffen will. Bald stoßen die Freunde auf eine heiße Spur. Doch die Zeit wird knapp, denn Friedrich und Leo sitzt ein mächtiger Gegner im Nacken, der vor nichts zurückschreckt. Zum Autor: Dr. Michael Römling, geboren 1973 in Soest, studierte Geschichte in Göttingen (wo er inzwischen wieder lebt), Besançon und Rom. Nach einem Stipendium am dortigen Deutschen Historischen Institut promovierte er mit einer Arbeit über spanische Soldaten in Italien im 16. Jahrhundert. Er schreibt und verlegt Stadtgeschichten, Bildbände und Stadtführer im von ihm mitgegründeten Tertulla-Verlag. Nach Signum - Die verratenen Adler (2009) ist Schattenspieler sein zweiter historischer Roman. Rezension: In den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 in Berlin: Ein Mann versucht, 28 Kisten mit einem legendären Schatz, die er sich in den Kriegswirren angeeignet hat, in Sicherheit zu bringen und zu verstecken. Bei seinem illegalen Vorhaben und dem Mord an zwei Mithelfern wird er von dem 16-jährigen jüdischen Jungen Leo beobachtet, der den Krieg in verschiedenen Verstecken überlebt hat. Zusammen mit dem gleichaltrigen Friedrich, den Leo zufällig kennenlernt und bei dem er zusammen mit dessen Mutter und seiner blinden Schwester Marlene wohnen darf, macht sich Leo auf, um das Geheimnis des mysteriösen Mannes und der 28 Kisten zu lüften. Auch die Russen und Briten sind plötzlich auf der Suche nach dem legendären Schatz. Wem können Friedrich und Leo sich anvertrauen, wo doch alle Beteiligten etwas im Schilde zu führen scheinen? Mit Schattenspieler ist Michael Römling ein wirklich abenteuerlicher und spannender Jugendroman gelungen, der auch für Erwachsene interessant sein dürfte. Das Setting, das Berlin im Jahre 1945 ein paar Tage nach Kriegsende, schildert der Autor sehr intensiv, bildhaft und detailreich und lässt auch viele historische Fakten miteinfließen, die diesen Roman noch ein wenig authentischer erscheinen lassen. Die Geschichte um Leo und Friedrich ist von Beginn an spannend und fesselnd und dieser Spannungsbogen kann sich bis zum Ende hin durchweg halten. Der Schreibstil von Michael Römling lässt keine Wünsche offen. Er ist bildhaft, leicht zu lesen und lässt den Leser zusammen mit Leo und Friedrich das zertrümmerte Berlin erkunden. Die beiden jugendlichen Protagonisten sind auf Anhieb sympathisch. Leo ist trotz seiner traumatischen Vergangenheit ein äußerst liebenswerter und freundlicher Junge, Friedrich eher der draufgängerische Gegenpart, sehr neugierig und versucht gerade wegen der Vergangenheit seines Vaters, die er erfahren muss, das Geheimnis um die 28 mysteriösen verschollenen Kisten zusammen mit Leo aufzudecken. Ich kann Schattenspieler nur wärmstens an Leser empfehlen, die gerne einen Abenteuerroman gepaart mit etwas Historie lesen möchten. Der Roman konnte mich von vorne bis hinten begeistern und bietet am Ende zusätzlich noch ein ausführliches Glossar über Positionen, Instanzen und Personen während des Dritten Reiches und der Kapitulation Deutschlands. Auch ein interessantes Nachwort des Autors fehlt nicht. Michael Römling sollte man sich definitiv merken! Fazit: Mit Schattenspieler legt Michael Römling ein abenteuerliches und spannendes Jugendbuch vor, dass das Thema Zweiter Weltkrieg und die Wirren in Berlin kurz nach der Kapitulation anschaulich darstellt. Sehr empfehlenswert!

Schattenspieler
Schattenspielerby Michael RömlingCoppenrath
11. Jan.
Rating:3

Zitat "Von oben wehte wieder die Melodie herunter. Und Leo spürte: Hier war nichts zu Ende. Hier fing etwas an!“ Inhalt Der Waisenjunge Leo, der seine Familie während der Deportation der Juden im zweiten Weltkrieg verloren hat, versteckt sich inzwischen bei einem Freund, doch während eines Luftangriffs werden die beiden getrennt und Leo bleibt nur die Flucht vor der SS. Während der Reise durch das nächtliche und umkämpfte Berlin, wird der Junge Zeuge eines Mordes und bekommt mit, wie ein Albrecht Sommerbier einige Kisten verschwinden lässt, die eine wichtige Fracht enthalten. Schließlich fällt Leo den Russen in die Arme und lernt nach der Befreiung der Hauptstadt Friedrich kennen. Zusammen stellen die beiden Jungen fest, wie viele Zufälle sie zusammengeführt haben, denn der Freund, bei dem Leo sich versteckt hatte, führt eine Akte über Friedrichs Vater und der scheint Albrecht Sommerbier gekannt zu haben. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach Antworten und versuchen den Schatz zu bergen, den Sommerbier vor den Alliierten verstecken wollte. Zum Buch Die Aufmachung des Buches ist an sich schon etwas Besonderes. Die Karte von Berlin unterhalb des durchsichtigen Umschlages, der von den großen Lettern und der Schattenfigur geprägt wird, weißt den Leser sofort auf den Handlungsort hin. Auch der Titel passt sehr gut zur Handlung, schließlich jagen die beiden Hauptfiguren die ganze Zeit über das Phantom Sommerbier und auch am Ende bleibt zuerst noch verborgen, wer ihnen beiden das Leben gerettet hat. Die Jungen und auch die Soldaten der unterschiedlichen Gruppierungen werden von Römling mit viel Leben versehen und äußerst detailliert beschrieben. Auch wenn ihre Hintergründe im Verborgenen bleiben und ihnen so ein Wenig ihre Existenzberechtigung genommen wird, so reichen die Informationen, die man bekommt für die Handlung des Buches doch vollkommen aus. Zudem wird gerade Leo mit viel Gefühl gezeichnet und zum Leben erweckt. Auf den ersten Seiten scheint der Verlauf der Geschichte mehr als unklar. Auch im Verlauf der etwas über 300 Seiten wird erst spät deutlich worum es bei den ganzen Verstrickungen eigentlich geht. Durch die meist mit Cliffhangern endenden Kapitel, entwickelt sich trotzdem eine durch den ganzen Roman fortgehende Spannung. Wann immer eine neue Entdeckung gemacht wird, wird der steigende Spannungsbogen allerdings durch einen Schwenk zu einem der anderen Charaktere unterbrochen. Die fortlaufende Lektüre wird dadurch natürlich ziemlich erschwert. Bei der schlüssigen Verfolgung der Geschichte hapert es dann allerdings doch etwas. Es gibt eindeutig zu viele Zufälle, die dazu führen, dass die Handlung unglaubwürdig erscheint. Trotzdem ist der Hintergrund, in den die Geschichte eingewoben wird, gut recherchiert und schlüssig umgesetzt. Die oben erwähnten Schwenks in den Sichtweisen und die manchmal etwas seltsame Ausdrucksweise des Autors führen dazu, dass von Zeit zu Zeit, die Lust am Lesen etwas verfliegt und nicht, wie vermutlich beabsichtigt, dazu führt, dass man schnell weiter lesen möchte Fazit Eine nette Geschichte von Freundschaft und Abenteuer, aber nichts, das einen nächtelang fesselt. Dazu auch sehr von der Zeit, in der die Handlung spielt, beeinflusst. Also nichts für Schüler, die die Nase eh schon voll haben vom zweiten Weltkrieg. Aussehen: ♥♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥ Spannung: ♥♥ Humor: ♥ Schlüssigkeit: ♥♥♥ Originalität: ♥♥♥ Emotionale Tiefe: ♥♥ Schreibstil: ♥♥♥ Gesamt: ♥♥♥

Schattenspieler
Schattenspielerby Michael RömlingCoppenrath