Der erste Teil des Buches hat mir wirklich gut gefallen! Sehr interessante Perspektiven auf die Auswirkungen eines Todes auf die verschiedenen Familienangehörigen. Ebenso finde ich die Idee sehr spannend, alternative Möglichkeiten eines Lebensverlaufs zu beschreiben. Während der erste Teil wunderbar erzählte Passagen enthielt - die ich bei Jenny Erpenbeck einfach liebe -, konnte ich diese im nachfolgenden Teilen nicht mehr entdecken.
Aller Tage Abend von Jenny Erpenbeck aus dem #knausverlag
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Fazit: sehr speziell und bestimmt nicht für alle geeignet
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Zuerst, was hat mir gefallen?
▫️Der Erzählstil war mal etwas anderes. Kannte ich so vorher nicht.
▫️Die Idee, die Handlung war interessant. Was wäre wenn das Baby nicht gestorben wäre? Wie wäre ihr Leben weitergegangen? Und das ganze zwei weitere Mal. War ein besonderes Buch.
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Was hat mir nicht so gut gefallen?
▪️ Der Schreibstil war teilweise wirr. Ungewohnte Sätze. Wer erzählt gerade? In welcher Zeit sind wir?
▪️ teilweise ist die Geschichte wie ein abstraktes Bild… wir können viel reinlesen, wir müssen viel reinlesen, selbst interpretieren.
▪️ trostlose Grundstimmung
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Also, es war für mich nicht alles schlecht. Aber hier sterben mehr Leute, als in meinem letzten Krimi. Die Geschichte ist interessant aber auch manchmal wirr zu lesen. Fast hätte ich in der Mitte aufgehört dieses Buch weiter zu lesen. Es wurde zum Glück danach wieder etwas besser.
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Wahrscheinlich das richtige Buch für einen Buchclub. Gut zum Austauschen, Diskutieren und Interpretieren.
Erpenbeck's book explores alternative life scenarios based on the survival and death of the main character. Four times she lets her die and three times the author retraces her steps and has her survive for a little while longer.
The author's use of language was hypnotic to me. She uses some phrases and metaphors over and over again and they connect the present with the past and sometimes connect one scenario with the other.
Der erste traurige Teil des Buches hat mir sehr gut gefallen, mit seinen unterschiedlichen Perspektiven auf die beteiligten Personen vor und nach dem Tod des Babys. Hört man mit dem Tod auf, die zu sein, zu der man noch vor dem Tod einer Person wurde?
So kommt es bei jedem Tod der Protagonistin zu einem Bruch, die Vergangenheit nimmt eine Wendung und wird umerzählt.
Der Gedanke, dass sich die Geschichte ändern kann, wären bestimmte Dinge nicht passiert, liegt mir persönlich fern, ist aber von Jenny Erpenbeck geschickt umgesetzt worden.
Der dritte Teil des Buches war mir persönlich zu politisch.
Im Großen und Ganzen aber ein lesenswertes Buch mit vielen guten Gedankenspielen und Denkanstößen zum Thema Leben und Tod.